Kevin J. Anderson (Hrsg.) – Kopfgeld auf Han Solo

Diese Anthologie aus dem „Star Wars“-Universum enthält 5 verschiedene Erzählungen von Kopfgeldjägern, die laut Klappentext alle durch die Jagd auf den abtrünnigen Schmuggler und mittlerweile Rebellenallianz-General Han Solo verbunden sind. Zwar wird Han Solo rein alibimäßig in jeder Geschichte zumindest mal erwähnt, aber mehr haben die meisten Erzählungen nicht mit dem Titel zu tun. Einzig im letzten Beitrag zu dieser Anthologie hat Solo mehr als nur einen Cameo-Auftritt, aber lieber der Reihe nach:

  • Kevin J. Anderson – Deshalb bin ich: Die Geschichte von IG-88
    IG-88 ist ein speziell entwickelter Attentäter-Droide, der jedoch aus welchen Gründen auch immer ein Bewusstsein entwickelt hat, welches er auf drei weitere Exemplare seiner Baureihe überträgt. Gemeinsam entwickeln sie den Plan, die Galaxis zu erobern, doch um von ihren geheimen Aktivitäten abzulenken, betätigt sich IG-88 als Kopfgeldjäger und nimmt unter dieser Tarnung auf der Jagd auf Han Solo teil.
  • Dave Wolverton – Payback: Die Geschichte von Dengar
    Dengar ist ein Correllianer, dem vom Imperium Teile seines Gehirns entfernt wurden und der somit zu einer fast gefühllosen Existenz gezwungen wurde. Als Attentäter stellt er sich jedoch nach einiger Zeit gegen das Imperium und verdingt sich als Kopfgeldjäger. Bei einem seiner Aufträge trifft er auf einem Hinterwäldlerplaneten auf die Tänzerin Manaroo, die sein Leben durcheinander wirbelt und ihm sogar das zurückbringen könnte, was er sich am sehnlichsten wünscht: Gefühle.
  • Kathy Tyers – Der Pelz: Die Geschichte von Bossk
    Der reptilienhafte Kopfgeldjäger Bossk ist eine beeindruckende Gestalt, deren Intellekt aber meist nicht mit seinen Körperkräften und seiner Brutalität mithalten kann. In dieser Erzählung hat er sich mit einem Kopfgeldjäger-Wookiee und seiner menschlichen Schülerin zusammengetan, mit dem Plan, sie nach Erledigung des Auftrags zu hintergehen und den Pelz des Wookiees seiner eigenen Sammlung einzuverleiben. Zu seinem Pech sind seine unwilligen Partner jedoch nicht so einfach hereinzulegen.
  • M. Shayne Bell – Zukunftsvarianten – Die Geschichte von Zuckuss und 4-LOM
    In der Kopfgeldjägerbranche ist es zwar eher ungewöhnlich, doch der methanatmende Zuckuss und der Droide 4-LOM haben sich zu einer dauerhaften Partnerschaft zusammengeschlossen, in deren Verlauf der Droide die Intuition von Zuckuss erforschen und schließlich erlernen will. Während sie sich der Jagd des Imperiums nach Han Solo anschließen, kommen sie in Kontakt mit der Rebellenallianz und stellen daraufhin ihre bisherige Arbeitsweise in Frage.
  • Daniel Keys Moran – Der letzte, der auf den Beinen bleibt: Die Geschichte von Boba Fett
    Diese letzte Erzählung der Anthologie spielt zeitlich gesehen einige Jahr(zehnt)e nach den übrigen Geschichten und ist die einzige, in der Han Solo eine aktive Rolle spielt. Während die Rebellion längst über das Imperium gesiegt und sich als Neue Republik etabliert hat, ist Han Solo auf der Suche nach einem Abenteuer und beschließt einen alten Schmugglerkontakt wieder aufzuwärmen. Dies entgeht dem immer noch aktiven Boba Fett jedoch nicht, der noch ein Hühnchen mit Solo zu rupfen hat.

Insgesamt gesehen ist es mit dieser Anthologie, wie mit vielen anderen auch: die enthaltenen Beiträge sind qualitativ recht unterschiedlich, wobei hier eher der untere Bereich der Messlatte gebraucht wird. Besonders negativ fällt hier die erste Erzählung des Herausgebers Kevin J. Anderson auf, in der immer wieder betont wird, wie gefühllos die Droiden sind, um dann ihre Gefühle zu beschreiben. Ja wie nun? Die nächsten drei Geschichten sind solide, aber mehr auch nicht und nur die Erzählung über Boba Fett hat mir wirklich gefallen.

Grundsätzlich gilt aber, dass man sich im „Star Wars“-Universum auskennen sollte, um überhaupt einen Zugang zu diesem Buch zu finden, wobei ich der Meinung bin, dass es mit den drei Episoden der ursprünglichen Trilogie („Eine neue Hoffnung“, „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“) nicht unbedingt getan ist.

Fazit: Nur was für echte Hardcore-Fans, die alles gelesen haben wollen, was es zum Thema „Star Wars“ auf dem Markt gibt, denen aber auch die Widersprüche zu anderen Veröffentlichungen auffallen dürften. Von mir gibt es 1,5 von 5 Prämien.

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