Rick Ridgeway – Zaubertal Chang Tang. Auf den Spuren der geheimnisvollen Tibetantilope

Der Extrembergsteiger Rick Ridgeway und drei seiner Freunde machen sich auf, um zu Fuß und nur mit jeweils einem Karren für den Transport ihrer Ausrüstung und Vorräte als technisches Hilfsmittel die Kalbungsplätze der Tschirus, der Tibetantilopen zu finden, die nach dem sprunghaften Anstieg nach sündhaft weichen und leichten Shahtoosh-Schals beinah ausgerottet wurde, um an ihre Wolle zu gelangen. Einzig der Nachweis, wo genau die Kalbungsplätze der Tiere liegen und wie ihre Route dorthin verläuft, könnte die chinesische Regierung dazu bewegen, ein Naturschutzgebiet rings um dieses Areal zu errichten. Mit dieser Mission vor Augen begeben sich die vier Männer auf die rund 450 Kilometer lange Reise durch eine der abgelegensten Gegenden der Welt im westlichen Hochland von Tibet.

Wie genau Ridgeway nun eigentlich auf die Idee gekommen ist, diese Expedition durchzuführen, habe ich ehrlich gesagt schon wieder vergessen, aber was er damit zu erreichen gedenkt, ist der Erhalt der Tschirus und die Ächtung der Shahtoosh-Schals, die sich insbesondere in der High Society größter Beliebtheit erfreuen. Das ist an und für sich ein lobenswertes Ziel und er untermauert die Notwendigkeit, etwas zu unternehmen, mit dem Bericht, was sie selbst auf ihrer Reise erlebt haben, und mit der Wiedergabe von den Erlebnissen anderer Forscher. Aber in so geballter Form fühle ich mich einfach von der Moralkeule erschlagen, die Ridgeway in diesem Buch gezückt hat. Es wäre in meinen Augen eindringlicher gewesen, wenn er statt gefühlten fünf Dutzend mal den Namen des Kaffeeherstellers zu erwähnen, der ihre Reise mitgesponsert hat, sich auf ihre eigenen Erlebnisse während der Suche nach den Kalbungsplätzen konzentriert hätte und es dem Leser überlassen hätte, seine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Diese Bevormundung des Lesers und der exzessive Gebrauch der Moralkeule haben mir die Lektüre gründlich vergällt. Ohne dies wäre es ein guter Reisebericht geworden, der von einigen Farbfotos in der Buchmitte und einer Karte am Anfang gut ergänzt worden wäre. So aber bleibt von der soliden Basis nicht viel übrig und das bisschen ist mir gerade noch 1,5 von 5 Ballonreifen wert.

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