Edgar Wallace – Bei den drei Eichen

Socrates Smith ist ein begabter Kriminalist in den 50er Jahren, der selbst nach seinem Ausscheiden von Scotland Yard noch gelegentlich zu schwierigen Fällen hinzugezogen wird. Doch als er seinem alten Bekannten John Mandle, auch ein ehemaliger Kommissar, gemeinsam mit seinem nur halb so alten Bruder Lex Smith einen Besuch abstattet, denkt er mit keiner Silbe daran, dass der an den Rollstuhl gefesselte Mandle am nächsten Morgen ermordet aufgefunden werden könnte – bei den drei Eichen, Meilen von seinem Landhaus entfernt.

Die eindeutige Hauptperson dieses Krimis ist der ältere Smith, der von dem Mordfall gefesselt ist und alle Register seines Könnens ziehen muss, um den Täter zu entlarven. Schwierigkeiten ergeben sich hierbei aus der Tatsache, dass Mandle anscheinend vor irgendjemandem furchtbare Angst gehabt haben muss, denn sein Haus ist beinah so gut gesichert wie Fort Knox. Zudem trachtet ein Unbekannter nach dem Leben seiner Stieftochter und der Alleinerbin seines Vermögens, der jungen Molly, an die Lex Smith sein Herz verloren hat.

Die beiden Brüder Soc und Lex Smith sind ein sehr unterschiedliches Paar. Während der über 50jährige Soc sehr abgebrüht und eher in sich gekehrt ist, lodert in Lex noch das Feuer der Jugend und er ist wesentlich impulsiver. Sie sind eigentlich die beiden einzigen Charaktere, deren Gesinnung man problemlos feststellen kann. Beim übrigen Personal, dem frühzeitig verstorbenen John Mandle, seinem Ex-Kollegen und Freund Robert Stein und auch beim Nachbar Jetheroe, liegen einige Leichen im Keller vergraben und erst nach und nach zeichnet sich ab, wen man zu den Guten zählen darf.

Was mich diesmal auch nicht gestört hat, war die beinah unvermeidliche Liebesgeschichte in Wallaces Romanen. Dadurch, dass es nicht die Hauptperson Soc Smith erwischt sondern seinen Bruder Lex und aufgrund der streckenweise spöttischen Kommentare des Älteren zur Verliebtheit des Jüngeren wird dies angenehm aufgelockert und passt sich dadurch besser in die Geschichte ein. Die Handlung an sich ist recht geradlinig erzählt, nur einige Schlüsselszenen werden erst rückblickend aufgelöst. Doch der Spannungsbogen bleibt durchgängig recht hoch und erst im Laufe des Buches beginnt sich abzuzeichnen, wohin die Reise gehen soll.

Insgesamt gesehen hat mir dieser Wallace-Roman gut gefallen und gehört zu den besten, die ich bisher gelesen habe. Lediglich der Schluss kam mir bekannt vor und da der Roman nicht verfilmt wurde, vermute ich, dass er so ähnlich bereits in einem anderen Wallace-Roman verwendet wurde. Dafür gibt es etwas Abzug, aber dennoch komme ich auf 4 von 5 verlorenen Schuhen.

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Ein Kommentar zu “Edgar Wallace – Bei den drei Eichen

  1. Evi sagt:

    Oh, Edgar Wallace – da werden alte Jugenderinnerungen wach! Meine Mutter hatte eine ziemliche Sammlung seiner Bücher und ich hab die damals alle verschlungen (ist mindestens 20 Jahre her *gg*).
    Voriges Jahr hab ich dann wieder mal mein Lieblingsbuch von ihm hervorgekramt und gelesen: „Nach Norden, Strolch“ (eine uralte, vergilbte, völlig zerlesene, mit Klebeband zusammengehaltene Ausgabe, die aus dem Jahr 1966 stammen dürfte).
    Ist ein total nettes Buch, zwar kein typischer Wallace-Krimi, eher mehr die Geschichte eines Road-Trips mit Verfolgern…
    und Liebesgeschichte natürlich…

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