Wolfgang Kemmer (Hrsg.) – Endstation. Kriminelle Fahrten und Fährten

Diese schmale Krimi-Anthologie habe ich bei einer Jokers-Bestellung als Draufgabe im Paket gefunden und wusste so überhaupt nicht, worauf ich mich einlassen. Laut Klappentext sind in dieser Kurz-Krimi-Anthologie die Gefahren der modernen Mobilität festgehalten, die bei Reisen per Auto, Bahn, Flugzeug oder Schiff bestehen.

Insgesamt sind 7 Erzählungen in der Anthologie enthalten:

  • Sandra Niermeyer – Der Begleiter
    Eine Frau hat eine Attrappe in Form eines Mannes auf ihrem Beifahrersitz platziert, die sie des Nachts vor aufdringlichen Männern bewahren soll. Als sie nach einem Urlaub auf dem Weg ist, ihrem Vater einen Besuch abzustatten, hört sie im Radio, dass aus der nahen Nervenheilanstalt jemand ausgebrochen war – in diesem Moment war sie umso froher über ihren Begleiter.
  • Jutta Profijt – Ein Sarg nach Maß
    Nachdem er bei einem inszenierten Gemenge den Mafioso-Ehemann seiner Geliebten erschossen hatte, musste der Ich-Erzähler abtauchen. Schon im Vorfeld hatten sie den Plan gefasst, dass er die Stelle des Ermordeten einnehmen und Deutschland in einem Sarg verlassen sollte, damit die Mafia seine Fährte nicht aufnehmen konnte. Doch der Weg durch Deutschland ist weit und es bleibt viel Zeit, in der sich der Erzähler über alles mögliche Gedanken machen kann.
  • Alfred Bekker – Hinter dem Mond
    Die Weltraumbegeisterung des jungen Ralf erfährt einen jähen Dämpfer, als in der Nacht der ersten Mondlandung sein bester Freund beinah vor seiner Augen ermordet wird. Der Mörder kann trotz Ralfs Zeugenaussage nicht gefasst werden, doch Ralf kann das Geschehene nicht vergessen und ist weiter auf der Suche nach dem Mann mit der auffälligen Narbe auf der Stirn.
  • Peter Gerdes – Stahnkes erster Mord
    In dieser Erzählung berichtet der Autor über den ersten Fall seines Hauptkommissars, der auch in anderen Veröffentlichungen Gerdes ermittelt. Wie Stahnke allerdings erste Erfahrungen als Ermittler sammelt, indem er während der Sommerferien an Bord eines Frachters mitfahren darf und dort den Mord an einem Crewmitglied untersucht, lässt sich auch ohne Vorkenntnisse lesen.
  • Marcus Imbsweiler – Die Drei-Stunden-Story
    Um seine Kurzgeschichte für einen Wettbewerb noch rechtzeitig fertig stellen zu können, bleibt dem Ich-Erzähler nur die Dauer einer dreistündigen Zugfahrt nach Köln. Er lässt sich von seinen Mitreisenden inspirieren, doch die Nachrichten, die sein Sitznachbar auf dem Laptop verfolgt, lenken ihn immer stärker ab als sich abzeichnet, dass die Verfolgung der flüchtigen Räuber sich in die Nähe der Zugstrecke verlagert – die ideale Story für den Kurzgeschichtenwettbewerb?
  • Wolfgang Kemmer – Trittbrettfahrer
    Auf den nur 4 ½ Seiten dieser Erzählung dreht sich alles um eine Lösegeldübergabe, zu der der Protagonist unterwegs ist. Viel war es nicht und viel konnte ich damit nicht anfangen.
  • Michaela Küpper – Mr. White
    Die Pilotin Charlotte hat sich bereit erklärt, einen gut zahlenden Kunden über den Atlantik zu fliegen, doch unterwegs zwingt sie Rauchentwicklung in der Maschine zur Notlandung. Die Insel, die vor ihr in den Weiten des Ozeans auftaucht kommt da wie gerufen, doch nachdem sie das Flugzeug halbwegs heil herunter gebracht hat, merkt sie, dass weder mit ihrem Passagier noch mit der Insel alles mit rechten Dingen zugeht.

Die meisten dieser Geschichten gefielen mir recht gut, da die Autoren es verstanden, mit nur wenigen Worten die ganze Erzählung zu wenden. Bei manchen Beiträgen kam dies allerdings nicht sonderlich überraschend sondern war schon recht frühzeitig absehbar. Dennoch war das Büchlein insgesamt eine nette Unterhaltung, für die ich 3 von 5 Tickets vergebe.

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