Michael Crichton – Der 13. Krieger

Ahmed Ibn Fahdlan hat einst am Hof des Kalifen von Bagdad gelebt, doch nachdem er sich dort einen einflussreichen Feind gemacht hatte, wurde er als Botschafter nach Bulgarien geschickt. Beim dortigen König ist er allerdings nie angekommen, denn zuvor wurde er in einem Lager der Nordmänner dazu bestimmt, als 13. Krieger eine Gruppe zu verstärken, die gegen ein ungenanntes Grauen im Norden kämpfen sollen.

Ich kenne die Verfilmung des Stoffs mit Antonio Banderas und obwohl sie mir Gänseschauer über den Rücken jagt, schaue ich sie mir jedes Mal wieder an, wenn sie im Fernsehen läuft. Den Roman zum Film habe ich mir vor Jahren bei einer Ramschaktion gekauft und nun war es endlich an der Zeit, ihn zu lesen. Gleich zu Beginn hat mich dabei eine relativ lange Einführung überrascht, in der auf die Ursprünge das Manuskripts eingegangen wird. Offenbar beruht die Geschichte auf einer wahren Begebenheit, deren Zeugnisse heute nur noch bruchstückhaft und verstreut existieren. Aus diesen Überresten rekonstruiert Crichton die spannende Erzählung vom Kampf gegen die Wendol, grausamen Alptraumwesen, die die Nordlande terrorisieren.

Crichton kann ohne Zweifel sehr spannend schreiben, wie ich u.a. bei „Jurassic Park“ schon erleben durfte. Doch in diesem Fall hat er nur behutsam in Fahdlans Original-Manuskript eingegriffen und einige Wiederholungen gestrichen und generell die Syntax an unsere moderne Sprache angeglichen, so dass das Lesen leichter fällt. Dadurch wurde im Wesentlichen die Eigenheiten von Fahdlans Bericht erhalten, der sich insbesondere durch eine große Nüchternheit auszeichnet. Selbst eigentlich aufregende Stellen gibt er so objektiv wie möglich wieder, was natürlich zu Lasten der Spannung geht.

Auch was seine Mitreisenden und Mitkämpfer angeht, beschränkt sich Fahdlan auf möglichst sachliche Beschreibungen, weshalb es schwer fällt, für jemanden Sympathie zu empfinden. Selbst über Fahdlan erfährt man kaum etwas. Er bleibt ganz der Beobachter im Hintergrund, der nur berichtet, was er sieht oder erlebt.

Hätte ich nicht ständig die Filmbilder vor Augen, hätte mich das Buch vermutlich mehr Anstrengung gekostet, aber so konnte ich es recht flüssig lesen. Dafür gibt es von mir 3 von 5 Statuetten.

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