C.C. Humphreys – Vlad

Der Titel des englischen Originals deutet bereits an, worum es in diesem Buch geht: Vlad. The last confession. Das Leben und die Taten von Vlad III. haben ein schlechtes Licht auf den Orden des Drachen geworfen, dem er angehörte. Aus diesem Grund will Graf Horvathy, ebenfalls Angehöriger des Drachenordens, das Leben von Vlad Tepes anhand dreier Zeugenaussagen rekonstruieren und den päpstlichen Gesandten davon überzeugen, dass Vlad trotz allem ein Verteidiger des Christentums war. Dadurch soll der Drachenorden im Angesicht der Kirche rehabilitiert werden. Bei den geladenen Zeugen handelt es sich um Vlads ehemals besten Freund Ion Tremblac, seine Geliebte Ilona Ferenc und seinen Beichtvater Bruder Wassili. Abwechselnd und sich gegenseitig ergänzend berichten sie von seiner Kindheit als Geisel bei den Türken, dem ersten Versuch, den Thron der Walachei zu erringen, seiner späteren Herrschaft als Woiwode und schließlich seinem letzten Versuch, den Türken Einhalt zu gebieten, bei dem er den Tod fand.

Der Großteil der Handlung spielt in der Vergangenheit, doch immer wieder kehrt sie in die Gegenwart zurück, in der die Zeugen ihre Aussage machen. Dort werden besondere Punkte hervorgehoben oder andere Begebenheiten nur kurz zusammengefasst, um sich dann besser einem anderen Aspekt von Vlads Leben widmen zu können. Da bei der Zeugenvernehmung chronologisch vorgegangen wird, kann man als Leser mitverfolgen, wie aus dem ruhigen, intelligenten Jungen der Mann wird, der zur Abschreckung seiner Feinde tausende Menschen pfählen lässt. Obwohl keinesfalls geleugnet wird, welche Gräueltaten Vlad selbst beging oder hat begehen lassen, empfinden seine Freunde doch Sympathie und Verständnis für ihn, welche sich aufgrund des Blickwinkels auch auf den Leser überträgt.

Für die meisten der geschilderten Begebenheiten in Vlads Leben gibt es historische Überlieferungen, auf die der Autor zurückgegriffen hat. Diese werden auch explizit im Anhang aufgezählt. Allerdings wurden die bekannten Tatsachen ausgeschmückt, da sie allein zu dürftig sind, um einen ganzen Roman zu tragen. Dies ist Humphreys gut gelungen, da man als Leser nicht erkennen kann, wo die Wahrheit aufhört und die Fiktion beginnt. Am Ende des Romans hat er sogar eine mögliche Erklärung für die angebliche Unsterblichkeit von Vlad Dracula gegeben.

Insgesamt gesehen ist Humphreys ein sehr unterhaltsamer biografisch angehauchter Roman gelungen, in dem man einiges über die historische Person von Vlad III. lernen kann, wobei man sich dabei stets vor Augen führen sollte, dass dies kein Sachbuch ist. Dennoch habe ich einiges mehr erfahren als in der Biografie von Märtin. Dafür vergebe ich 4 von 5 Beichtstühlen.

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