Golowin, Eliade, Campbell – Die großen Mythen der Menschheit

Die drei Autoren dieses DIN-A4-Wälzers, Sergius Golowin, Mircea Eliade und Joseph Campbell, gelten als führende Mythologen. Gemeinsam haben sie sich der Mythen der Menschheit angenommen, wie der Titel verrät. In einer Einleitung werden die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Mythen, deren Kategorisierung sowie die Interpretation und Bedeutung der Mythen in der Religionsgeschichte abgehandelt. Anschließend folgt ein mehrseitiger Stammbaum der griechischen Götter sowie mehrere Karten von allen Weltteilen mit den wichtigsten Mythen der Regionen.

Warum genau die griechischen Götter so herausragend bedacht wurden, wird nirgends erwähnt oder gar erklärt. Von diesem Punkt ausgehend hatte ich erwartet, dass nun einzelne bedeutsame Mythen von allen Kontinenten vorgestellt bzw. nacherzählt werden. Dies war jedoch weit gefehlt!

Unter verschiedenen Gesichtspunkten wie beispielsweise der Schöpfung der Welt, der Liebe oder dem Sinn des Lebens werden Mythen und Sagen aufgegriffen, teilweise sehr kurz dargestellt und anschließend werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten der einzelnen Überlieferungen im Hinblick auf den jeweiligen Schwerpunkt des Kapitels aufgezeigt.

Nachdem ich mich auf diese Vorgehensweise eingestellt hatte, konnte ich dem etwas abgewinnen. Anstatt die Mythen der Herkunft zu sortieren, wurden sie hinsichtlich einzelner Aussagen untersucht. So kann man als interessierter Leser sich zum Beispiel über die Schöpfungsmythen der Inder, der Griechen, der Chinesen und der Pygmäenstämme Äquatorialafrikas parallel informieren.

Das Negative an diese Methode überwiegt in meinen Augen allerdings, da man immer nur Bruchstücke aus den einzelnen Mythen erfährt und niemals das große Ganze. Für Wissenschaftler, die sich nur auf bestimmte Aspekte konzentrieren, mag dies äußerst praktisch sein, doch für mich als Ottonormalleser war es mehr verwirrend als hilfreich. Ausgehend vom wissenschaftlichen Hintergrund der Autoren und ihrer teilweise recht schwerfälligen Sprache bin ich zu der Annahme verleitet, dass ich einfach nicht zur Zielgruppe gehöre. An diesem Eindruck ändern auch die zahlreichen Farbabbildungen nichts, die die einzelnen, meist doppelseitigen Texte auflockern sollen. Zu mehr als 2 von 5 Heroen reicht es daher leider nicht aus.

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