Alexander Dumas – Die drei Musketiere

Wer kennt sie nicht, die tapferen Freunde Porthos, Athos und Aramis sowie den jungen und draufgängerischen Gascogner, der sich, kaum in Paris angekommen, mit den drei Musketieren einlässt. Doch zu seinem und ihrem Glück wird aus den drei anberaumten Duellen nichts und stattdessen schlagen sich die vier mit den Wachen des Kardinals Richelieu. Auf diese Weise wird D’Artagnan in die Welt der höfischen Intrigen in Paris eingeführt, in welcher er einige Abenteuer zu bestehen hat.

Dumas Abenteuerroman erschien ursprünglich als Fortsetzungsgeschichte in den französischen Zeitungen. Dort erfreut er sich schnell großer Beliebtheit, da er bekannte Themen aufgriff, sie aber fantasiereich umsetzte. Historische Ereignisse wie die Belagerung von La Rochelle und berühmte Persönlichkeiten wie Anna von Österreich, Kardinal Richelieu und den Herzog von Buckingham werden für Zwecke des Romans aufgegriffen, verändert und in neue Beziehungen zueinander gesetzt. Für angehende Historiker und Quellensucher mag es daher sicherlich äußerst interessant sein herauszufinden, auf welchen realen Vorbildern die geschilderten Persönlichkeiten, insbesondere die heldenhaften Musketiere, beruhen.

Für alle anderen liegt ein spannender Abenteuerroman vor, mit dem man vergnügliche Stunden verbringen kann. Die Helden sind fast durchgängig als aufrechte Streiter für die Gerechtigkeit charakterisiert, aber haben doch ihre Eigenarten, die sie menschlich machen und damit als Sympathiepersonen hervorheben. Einzig mit dem guten D’Artagnan hatte ich manchmal leichte Probleme, als betont wurde, wie intelligent er wäre und dass auch seine Freunde, die drei Musketiere nur Teile in seinem Puzzle seien.

Ansonsten sind sogar die Fieslinge ganz interessante Zeitgenossen, denen man teilweise Verständnis für ihr Handeln entgegenbringen kann. Insbesondere Mylady ist ein vielschichtiger Charakter, hinter deren wunderschönen Fassade ein nahezu bodenloser Abgrund lauert – allerdings übt die Tiefe einen seltsamen Reiz aus!

Obwohl entsprechend der damaligen Zeit einige Duelle und entsprechend des Grundkonfliktes Royalisten vs. Kardinalisten etliche andere Fechtkämpfe zwischen den Parteien geschildert werden, nimmt dieser Part nicht überhand. Auch während der übrigen, kampffreien Zeit wird die Geschichte rasch vorangetrieben und selbst während der oft mehrtägigen Reisen, die unsere vier Helden auf sich nehmen, kommt keine Langeweile auf – im Gegenteil. Teilweise empfand ich die Reiseschilderungen als lustigste Episoden, da die Diener der vier Kämpfer, welche zu ihren Herren passen wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, nicht an den Moralkodex der Adligen gebunden sind und daher ihnen auferlegte Aufgaben auf ihre ganz eigene Weise erfüllen. Aber auch in sonstigen Angelegenheiten stehen die Diener treu zu ihren Herren und lockern durch ihren bürgerlichen Charme die teilweise etwas betrübte Atmosphäre wieder auf.

Insgesamt habe ich mich mit diesem Roman gut unterhalten gefühlt und er hat mir immer wieder ein Lachen beschert. Ich vergebe 4 von 5 diamantenen Nestelstiften und überlege, ob ich mir die Verfilmung des Buches mit Richard Chamberlain zulegen soll, die meiner Meinung nach am besten den Charme des Buches einfängt.

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Ein Kommentar zu “Alexander Dumas – Die drei Musketiere

  1. Mailin sagt:

    Ohja, D’Artagnan fand ich auch überheblich und war genervt davon, wie oft seine Intelligenz usw betont wurde.

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