Otfried Preußler – Krabat (gelesen von Otfried Preußler)

Der Junge Krabat wird von seltsamen Träumen zur Schwarzen Mühle im Koselbruch geführt, wo er vom Müller als Lehrling angenommen wird. Nach seiner ersten Zeit wird Krabat auch in die Schwarze Kunst eingeführt, die alle Lehrjungen beim Müller erlernen. Doch Krabat wird nach und nach klar, dass der Müller einen Preis für die Ausbildung der Gesellen verlangt. Jedes Jahr in der Nacht zwischen Silvester und Neujahr kommt einer der Müllersburschen durch einen „Unfall“ ums Leben und es trifft ein neuer Junge ein, der dessen Platz einnimmt. In Krabats drittem Jahr beim Meister soll dann die Reihe offenbar an ihm sein. Nur die Katonka, das Mädchen, welches zu Ostern den Chor im benachbarten Schwarzkollm anführt, kann ihm helfen.

Vorweg gesagt: Ich habe mir Preußlers Roman als Hörbuch zu Gemüte geführt und kann daher nicht sagen, ob alle Kritikpunkte, die ich habe, auch auf den Roman zutreffen, da nirgendwo auf der Verpackung angegeben wurde, ob es sich um eine gekürzte Lesung handelt oder nicht.

Was mich besonders gestört hat, ist, dass die Entwicklung von Krabat und die gesamten Geschehnisse an der Mühle zu schnell vor sich gingen. Sicherlich muss man nicht jedes der drei Lehrjahre so auswälzen wie es Frau Rowling tat, aber etwas ausführlichere Schilderungen wären hilfreich gewesen, um die Charakterentwicklung von Krabat nachverfolgen zu können und auch zu verstehen. Doch so ist er von heute auf morgen zu einem stattlichen jungen Mann geworden, der sich fast vollkommen von dem Krabat unterscheidet, der am Anfang zur Mühle kam.

Auch die Katonka bleibt ein Rätsel. Nirgends wird deutlich, warum sie Krabat hilft oder sich überhaupt mit ihm abgibt. Hätte mir jemand eine Nachricht in meinen Kopf gesprochen um mich dazu zu bewegen, mich mit ihm in der Wildnis zu treffen, ich hätte mich niemals darauf eingelassen.

Insgesamt kam mir die Erzählung daher viel zu kurz und unausgegoren vor. Auch unter der Berücksichtigung, dass dies ein Kinderbuch ist und daher nicht unbedingt die Ausführlichkeit und Tiefgründigkeit von „Erwachsenen-Belletristik“ erwartet werden kann, war es für mich einfach zu dünn und lückenhaft.

Neben den storytechnischen Schwächen und Ungereimtheiten hat mich auch die Qualität des Hörbuchs nicht überzeugen können. Immer wieder wurde ich durch unangenehm zischende scharfe S-Laute aus der Geschichte herausgerissen, die wohl auf eine niedrige Tonqualität bei der Aufnahme zurückzuführen sind. Zudem kamen mir die Betonung und besonders die Pausensetzung von Herrn Preußler an einigen Stellen reichlich unpassend vor.

Insgesamt kann ich leider nicht mehr als 2,5 von 5 Raben für die Geschichte und maximal 2 von 5 Raben für das Hörbuch an sich vergeben.

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