Mary Janice Davidson – Weiblich, ledig, untot

Mein Todestag begann schon schlecht. Und wurde leider auch nicht besser.

Betsy verliert erst ihren Job, dann wird sie von ihrer Katze mitten in einem Schneesturm mit herzerweichendem Mauzen auf die Straße gelockt – und dort von einem Auto überfahren. Doch einige Tage später erwacht sie im Beerdigungsinstitut, um festzustellen, dass sie zwar gestorben ist, aber deswegen noch lange nicht tot. Nachdem sie einige Zeit mit der vergeblichen Suche nach der effektivsten Selbstmordmethode zugebracht hat, nimmt sie es hin, fürs Erste unsterblich zu sein. Während ihr Vater etwas geschockt auf seine untote Tochter reagiert und ihre Schwiegermutter ihr Schwiegermonster unter Gezeter die Schuhsammlung wieder herausrücken muss, die sie aus Betsys Schränken entwendet hat, freut sich ihre Mutter über alles, dass ihre Tochter noch lebt – irgendwie jedenfalls. Durch einen mysteriösen Anruf kommt sie schließlich in Kontakt mit den örtlichen Vampiren, von denen einige glauben, dass sie die lang erwartete Königin ist, während die andere Seite unter ihrem cholerischen Anführer Nostrodamus versucht, sie zu einer der ihrer zu bekehren. Inmitten des sich entwickelnden Konflikts muss Betsy nun die Grundlagen des Vampirismus lernen, um sich behaupten zu können.

Wie bereits aus dem ersten Satz ersichtlich ist, berichtet Betsy aus der Ich-Perspektive von ihrem Leben nach dem Tod – und dies in einem sehr umgangssprachlichen Tonfall, als ob sie dem Leser wirklich gegenübersitzen würde und es ihm erzählt. Locker leicht gibt sie ihre diversen Begegnungen mit Untoten und lebendigen Mitbürgern wieder, wobei sie immer einen frech-respektlosen Spruch auf den Lippen hat. Dementsprechend ist sowohl das sprachliche als auch das inhaltliche Niveau nicht herausragend anspruchsvoll. Zu unterhalten weiß Frau Davidson vor allem durch ihr Spiel mit gängigen (Vampir-)Klischees, wobei sie selbst aber auch das ein oder andere Vorurteil mitgenommen hat. Negativ aufgefallen sind zudem die erotischen Szenen. Insbesondere der „Badespaß“ wirkte einfach nur maßlos überzogen.

Trotz der Kritikpunkte vergebe ich für diese nachmittägliche Ablenkung 3 von 5 High-Heels.

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