Wolfgang Hohlbein – Die Chronik der Unsterblichen (9) – Das Dämonenschiff

Die beiden Unsterblichen Andrej und Abu Dun hat es diesmal in den hohen, kalten Norden verschlagen, wo sie auf einer unwirtlichen Insel gestrandet von einer Meute Nordländer gefangen genommen werden. Es stellt sich heraus, dass diese Leute mehr Probleme haben, als gut für sie ist, wird ihr Volk immer wieder von Daugern angegriffen, einer Art Berserker. Nachdem sich Andrej in Urd, die Tochter des Königs, verliebt hat und Abu Dun die wärmende Gesellschaft zweier draller Blondinen in seinem Bett zu schätzen gelernt hat, gilt es Odin, einen der anderen Unsterblichen, der Gott spielt und offenbar hinter den Dauger-Angriffen steckt, zur Strecke zu bringen.

Hohe Ansprüche hatte ich von vorn herein nicht an dieses Buch, so dass meine Erwartungen voll und ganz erfüllt wurden: einige Stunden nette Lektüre und kein bisschen mehr. Wie ich mittlerweile gewohnt bin, werden Andrej und Abu Dun in einer fremden Gegend – nach der libyschen Wüste im 8. Band nun der hohe Norden – mehr oder weniger gegen ihren Willen in ein Abenteuer hineingezogen, in dem natürlich auch ein Unsterblicher seine Finger im Spiel hat. An den beiden unsterblichen Hauptcharakteren hat sich seit dem letzten Treffen nichts geändert – noch immer zanken sich der Hexenmeister und der Pirat leidenschaftlich gern, nur um sich anschließend in brenzligen Situationen gegenseitig den Hals zu retten. Positiv aufgefallen ist mir Urd, die junge Frau, in die sich Andrej verguckt hat. Ihre spöttischen Bemerkungen haben die Standard-Handlung angenehm aufgelockert.

Leider kann es sich Hohlbein auch diesmal nicht verkneifen, mit Versatzstücken der nordischen Mythologie um sich zu werfen. Neben Urd sind nämlich die Namen der anderen beiden Schicksalsfrauen an ihre Mutter Skuld und ihre Großmutter Werdandi vergeben worden, ohne auch nur den Ansatz einer Erklärung für diese ungewöhnliche Namenswahl zu geben.

Ungewöhnlich an diesem Band der Reihe ist hingegen sein Ende: es gibt kein solch geschlossenes Ende wie in den Vorgängerbänden. Zwar ist der Handlungsstrang zu einem vorläufigen Abschluss gebracht worden und die drängendsten Fragen sind beantworten, jedoch steht noch genug ungesagt im Raum, um am Liebsten sofort „Göttersterben“ zur Hand nehmen zu wollen.

Trotz und wegen der altbekannten Mängel vergebe ich 3 von 5 Damaszenerschwertern.

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