Stephenie Meyer – Bis(s) zum Morgengrauen

Isabella, genannt Bella, zieht von ihrer Mutter zu ihrem Vater, vom sonnigen Phoenix nach Forks, einem kleinen Ort auf der ständig verregneten Halbinsel Olympia. Zuerst ist sie schrecklich genervt, doch die Cullens, fünf ihrer neuen Mitschüler, erwecken ihre Aufmerksamkeit durch ihr eigenbrötlerisches Verhalten und ihre überirdische Schönheit. Insbesondere der jüngste, Edward, schleicht sich immer wieder in ihre Gedanken. Seine anfängliche Grobheit verwandelt sich jedoch bald in Interesse an Bella. Als sie schließlich herausfindet, dass er und sein „Adoptivgeschwister“ Vampire sind, beginnt das Abenteuer erst.

Stephanie Meyers Roman begeistert vor allem Teenager, wohingegen Erwachsene zumeist nicht allzu viel Begeisterung zeigen. Da der erste Teil ihrer Bis(s)-Reihe nun als Taschenbuch vorliegt, wollte ich mir selber ein Bild machen.

Überrascht hat mich der sehr flüssige und flott zu lesende Schreibstil Meyers. Die Seitenzahlen flogen nur so dahin, ohne dass man es bemerkt hätte. Auch enthält vor allem die erste Hälfte des Romans viele humorige Stellen, die vor allem durch die Gespräche zwischen Edward und Bella getragen werden. Bellas bissige und sarkastische Antworten harmonieren gut mit Edwards hintergründigen Bemerkungen, so dass ein realistisches Bild von Teenager-Kabbeleien entsteht. Auch wurde mit den üblichen Vampireigenschaften gespielt und eine eigene Art der Blutsauger erschaffen, die durch innovative Details begeistert.

Im zweiten Teil tritt der Humor dann zugunsten der Romantik in den Hintergrund. Zu Beginn amüsierten mich die Erwähnungen von Edwards Schönheit noch, doch dann nahmen sie überhand, was auch daran liegt, dass Bella, die als Ich-Erzählerin auftritt, in ihrer Verliebtheit ständig an ihn denken muss.

Negativ fällt auch der Umgang mit Klischees und Übertreibungen auf. Bella ist so tollpatschig, dass sie schon beim gerade aus Laufen Schwierigkeiten hat, in der Schule hat sie auf einmal ein halbes Dutzend Verehrer, obwohl sie in Phoenix für Jungs absolut uninteressant war und natürlich gibt es auch eine Zickentruppe an der Schule, der ihre Beziehung zu Edward ein Dorn im Auge ist. Zudem wird erwähnt, dass sich Edward zuweilen altmodisch ausdrückt, obwohl das in den Dialogen nie zum Vorschein kommt. Dies kann allerdings auch an der Übersetzung liegen.

Die zwischenzeitlich nur leidlich vorhandene Spannung wurde zum Schluss stark erhöht, wobei die übermäßig vorhandene Romantik zu aufgesetzt wirkte und daher den Lesespaß dämpfte. Es wurde bereits in den vorangegangen Seiten deutlich, dass sich Edward und Bella so sehr lieben, dass sie bereit sind, ihre Leben füreinander zu opfern. Das muss nicht noch mal jede zweite Seite hervorgehoben werden. Dennoch ist das Ende handlungstechnisch rund und der Leser wird nicht in der Luft hängen gelassen.

Mein Fazit: überraschend gut bekömmliches Fastfood, dass nach der Lektüre nicht schwer im Magen liegt und schnell verdaut ist. Ich vergebe 3,5 von 5 Grizzlybären.

Advertisements

Ein Kommentar zu “Stephenie Meyer – Bis(s) zum Morgengrauen

  1. Das Buch ist wirklich sehr gut, auch die Nachfolger – von denen bisher nur 2 in deutscher Sprache erschienen sind und es den letzten Band bisher nur auf Englisch zu kaufen gibt – gefallen mir sehr gut.
    Der Schreibstil lässt sich leicht lesen und die Mischung aus Spannung und Romantik ebenfalls gut getroffen. Ich finde es absolut empfehlenswert.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s