Nikolai Grube (Hrsg.) – Maya: Gottkönige im Regenwald

In vielen informativen Kapiteln führen verschiedene Experten der Mayaforschung den Leser in die Lebenswelt der ehemaligen mesoamerikanischen Hochkultur ein. Beginnend bei der Zeit, in der die Maya anfingen sesshaft zu werden, werden ihre Errungenschaften, ihre Kultur und Architektur sowie ihre Lebensweise geschildert. Anschaulichkeit garantieren die vielen, z.T. doppelseitigen Fotos und Grafiken mit präzisen Quellenangaben und erklärenden Bildunterschriften. Da das Buch den aktuellen Erkenntnisstand wiedergibt, wird auch mit einigen früheren Irrtümern aufgeräumt, die ich vor einigen Jahren in anderen Büchern gelesen habe.

Die Einteilung der großen Kapitel folgt der Entwicklung der Maya von der frühen Präklassik bis zur Gegenwart und sie enthalten dabei mehrere Unterkapitel, die differenzierte Aspekte behandeln. Insbesondere die spanische Zeit und die Unterdrückung der Maya in den letzten Jahrzehnten werden oft unter den Tisch fallen gelassen, so dass diese Abschnitte höchst aufschlussreich, wenn auch inhaltlich nicht leicht zu verdauen waren. Obwohl die einzelnen Unterkapitel von verschiedenen Autoren verfasst wurden, ist doch eine fast gleich bleibend sehr hohe Qualität vorhanden, wobei die Sprache und das Verwenden spezifischer Fachtermini dem Wissenstand eines Außenstehenden gut angepasst sind.

Ein Bonus ist der umfangreiche Anhang, in dem neben einem Glossar eine Vielzahl von Ruinenstätten vorgestellt wird, herausragende Sammlungen von Mayakunst aufgeführt und Adressen von Museen mit themenbezogenen Ausstellungen genannt werden. Höchst interessant ist die Gegenüberstellung der Entwicklung in Mesoamerika mit der in Europa/Afrika/Asien anhand eines Zeitstrahls.

Etwas zu kritisieren gibt es dennoch: die Hinweise zur Aussprache der Mayanamen und –begriffe hätte ich mir zu Beginn des Buches gewünscht. Zudem ist die Karte von Yukatan und Umgebung im ersten Abschnitt etwas unübersichtlich, da die Beschaffenheit des Untergrundes farblich dargestellt wurde und somit die Leserlichkeit der Namen der Ruinenstädte teilweise stark einschränkt. Dies sind jedoch nur kleine Mankos, die den positiven Gesamteindruck nicht trüben können.

Demenztsprechend ist dieses Buch für alle, die sich mit den Maya beschäftigen, ein umfassendes und aktuelles Grundlagenwerk und für diejenigen, die gerne etwas über die Maya erfahren möchten, bietet es einen guten Einstieg in die Materie. Ich vergebe 5 von 5 versunkenen Städten.

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