Rätsel der Menschheit. Ungeklärte Wunder und geheimnisvolle Erscheinungen

Autoren dieses „Sachbuchs“ sind Herbert Genzmer und Ulrich Hellenbrand. Ihre Namen fand ich in Schriftgröße 2 auf dem Buchrücken ganz oben am Rand. Kein Wunder, ich würde auch nicht wollen, dass mein Name auf solch einem Buch auftaucht.

Ursprünglich gekauft habe ich dieses Buch, weil ich nach „Terra Mystica“ etwas ähnliches gesucht habe, mit kurzen, interessanten Artikeln, von denen man abends vor dem Schlafen noch 2 oder 3 lesen kann. Von der Aufmachung her stimmt das auch. Über eine, maximal 2 Doppelseiten erstreckt sich der Bericht über ein „Rätsel der Menschheit“, teilweise mit Infokästen und immer reich bebildert.

Der Haken hingegen sitzt beim Inhalt. Während die Übersicht noch von rätselhafen Hinterlassenschaften früherer Kulturen und Geheimnissen der Gegenwart sprach, entwickelte sich das Ganze immer mehr zum Machwerk von Alien-Fanatikern. Während am Anfang noch relativ sachlich auf rätselhafte Stätten wie beispielsweise Teotihuacán und Stonehenge eingegangen wird, präsentieren die Autoren bald darauf in jedem zweiten Artikel Aliens als Erklärung für die mysteriösen Phänomene. Zuweilen versuchen sie noch, diese Thesen abzuschwächen, aber dafür führen sie sie viel zu häufig an, als dass man glauben könnte, es mit einem ernsthaftem Buch zu tun zu haben.

Der Höhepunkt – bzw. eigentlich absoluter Tiefpunkt – ist der Artikel über das Bermuda-Dreieck. Von 9 in Kurzform dargestellten Erklärungsversuchen beschäftigen sich 4 mit Aliens oder unbekannten, intelligenten Lebewesen, Nr. 5 zieht Atlantis heran, zwei weitere verweisen auf Risse im Raum-Zeit-Gefüge, Nr. 8 spricht von einem „Loch im Himmel“, während einzig die letzte Theorie einen Anschein von Wissenschaft zu wahren versucht, indem von unbekannten chemischen Gasen und Strahlung gesprochen wird, die Schiffe und Flugzeuge zerstören und Menschen in Trance versetzen.

Selten habe ich so viel komprimierte Propaganda für Däniken und Co. gelesen. Man sollte ein Blurb von ihm auf den Schutzumschlag drucken, damit der Leser wenigstens weiß, worauf er sich einlässt. Von mir gibt es nur 2 von 5 geheimnisvollen Erscheinungen für das erste Kapitel und die Gestaltung des Buches.

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