Trudi Canavan – Magier

Der zweite Teil der Trilogie „Das Zeitalter der Fünf“ schließt beinah nahtlos an das Vorgängerbuch „Priester“ an: Auraya wird von Alpträumen geplagt, Leiard ist zusammen mit Emerahl auf der Flucht und die Pentadrianer haben sich wieder nach Südithania zurückgezogen.

Während die Autorin einige Erzählstränge beibehalten hat, hat sie auch einige andere fallen gelassen und dafür neue Perspektiven geöffnet. Die Erzählstränge von Emerahl und Leiard, die zum Ende von „Priester“ zusammengefunden haben, bleiben dies auch für eine längere Zeit. So erfährt der Leser mehr über die geheimnisvolle „alte Hexe“ und ihr Verhältnis zu Mirar, den sie in Leiards Körper vermutet.

Zur gleichen Zeit eröffnet sich ein Einblick in die Welt der Elai, der Wassermenschen, die vor der Küste von Si leben. Ihre Prinzessin Imi, die sich auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für ihren Vater aus der Sicherheit der Stadt geschlichen hat, wird von Plünderern gefangen genommen und verschleppt. Obwohl die Elai wie die Siyee auch von der Göttin Huan erschaffen wurden, haben sie einen anderen Charakter, der viel mehr von Furcht und Hass geprägt ist. Doch Imi, die als Mädchen noch relativ unvoreingenommen ist, lernt nach ihrer Befreiung durch die Pentadrianer, dass es auch nette Menschen gibt.

Und da wären wir beim interessantesten Erzählstrang: den Pentadrianer. Während die Autorin im ersten Band diese religiöse Vereinigung als das Sinnbild alles Schlechten hingestellt hat, erhält man nun Einblicke in ihr Alltagsleben, ihre Riten und die Art und Weise, wie sie den Zirklern und ihren angeblichen Göttern gegenüber stehen. Es ergeben sich interessante Übereinstimmungen in den Religionen und unweigerlich begann ich mich zu fragen, inwieweit sie sogar miteinander verwoben sind und welchen Charakter die Götter der Zirkler wirklich haben. Denn gerade das, was sie Auraya zumuten und ihre Reaktion auf Aurayas Verhalten, lassen den Verdacht aufkommen, dass sie doch nicht so gütig sind, wie sie alle Welt glauben machen.

Das Schema der Bücher folgt bisher ganz den Regeln einer Trilogie: im ersten Teil werden die Charaktere eingeführt, im zweiten Teil wird mit ihnen gespielt – nun bin ich gespannt, ob sie sich im dritten Teil auch weiterhin an das Schema hält. Ich vergebe 3,5 von 5 Magiern.

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