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Archiv für die Kategorie ‘Horror und Mystery’

Die Söldnerin Kate Daniels lebt in einer Welt, die der unseren sehr ähnelt. Der größte Unterschied besteht jedoch darin, dass in diese Welt die Magie zurückgekehrt ist. Dies äußert sich jedoch nicht in der beständigen Verfügbarkeit von magischen Kräften, sondern die Magie kommt und geht in Wellen.

Die Mehrzahl ihrer Aufträge erhält Kate während der Phasen, in der die Magie gegenwärtig ist, denn sie ist keine normale Söldnerin, sondern ihre Aufgabe besteht darin, die Überreste der Magie nach einer Welle zu beseitigen – oder auch magische Kreaturen, die sich nicht an die Spielregeln halten.

Als ihr väterlicher Freund und Mentor Greg ermordet wird, beginnt Kate auch ohne offiziellen Auftrag zu ermitteln, da sie dies als ihre moralische Pflicht empfindet. Während ihrer Recherchen stößt sie nicht nur auf Aktivitäten von Vampiren, sondern wird auch in die inneren Auseinandersetzungen der Gestaltwandler unter ihrem charismatischen Anführer Curran hineingezogen.

Die Ich-Erzählerin Kate ist eine Protagonistin ganz nach meinem Geschmack. Sie ist frech und vorlaut, nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt, was sie denkt, aber sie ist keine Überheldin, sondern hat ihre Grenzen und kennt diese sehr genau – sowohl körperlich als auch seelisch. Der Tod ihres Mentors wirft sie ein Stück weit aus der Bahn und lässt vergangene Erinnerungen wieder hochkochen, die sie am liebsten verdrängen würde. Diese Erlebnisse bestimmen ihren weiteren Weg, der sie dazu bringt, sich als Ermittlerin in Gregs Fall zu behaupten.

Während der Ermittlungen selbst beweist Kate nicht nur Köpfchen, sondern auch ein untrügliches Gespür dafür, sich mit ihrem vorlauten Mundwerk in so manch brenzlige Situation zu manövrieren. Die daraus resultierenden Actionszenen waren flott geschrieben, aber ohne das es unübersichtlich wurde. Den Aktionen der einzelnen Personen konnte ich gut folgen – soweit ihr Handeln aus Kates Perspektive sichtbar war.

Neben der Magie und der Action sorgt eine Prise prickelnde Erotik zwischen Kate und Curran für die gewisse Würze. Gern las ich die spritzigen Dialoge zwischen diesen beiden sehr ungleichen Charakteren, bei denen sie sich gegenseitig nichts schenkten. Sehr zu meiner Freude hat sich Kate aber nicht Hals über Kopf in den gut gebauten Gestaltwandler verguckt, sondern sie bewahrt sich ihre Unabhängigkeit und bietet Curran Paroli.

Wie die Beziehung zwischen Kate und Curran ausgeht, bleibt am Ende des Buches offen, obwohl die Umstände von Gregs Tod aufgeklärt wurden. Ebenfalls ungeklärt bleibt das Geheimnis von Kates Herkunft und ihren besonderen Kräften. Ich gehe davon aus, dass uns beide Handlungsstränge auch in den nächsten Bänden der Reihe noch begleiten werden und diese Bände möchte ich unbedingt noch lesen. Denn neben der ansprechenden Kombination aus Mystery, Action und Erotik hat mich auch der Weltenentwurf begeistert.

Die Handlung spielt zwar in der bekannten Stadt Dallas, jedoch ist es ein anderes Dallas als das in unserer Welt. Das Wüten der Magie hat Spuren hinterlassen und viele Gebäude zum Einstürzen gebracht. Auch sieht man statt endloser Autoschlangen selbst während der Technikphasen nur wenige herkömmliche Autos auf den Straßen, denn spätestens bei der nächsten Magiewelle würden diese stehen bleiben. Da sind Pferde als lebende Fortbewegungsmittel viel zuverlässiger. Dieser Gegensatz zwischen Technik und Magie zieht sich durch das ganze Buch und führt dabei den Weltenentwurf stringent fort.

Alles zusammengenommen vergebe ich für den Auftakt zur Serie „Stadt der Finsternis“ als flotten Unterhaltungsroman mit interessantem Weltenbau und Magiekonzept sehr gute 4 von 5 magischen Schwertern.

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Vivian ist eine Teenagerin, die sich am wohlsten fühlt, wenn sie frei und ungehindert ihrer überschüssigen Energie Luft verschaffen und einfach nur laufen kann – bevorzugt in ihrer Wolfsgestalt, in die sie sich verwandeln kann. Denn Vivian ist eine Loup Garou, ein Werwolf.

Nach einem tragischen Zwischenfall an ihrem Wohnort musste das ganze Rudel untertauchen und versucht nun, in einer fremden Stadt Fuß zu fassen, sich neu zu organisieren und Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Doch stellt die ungewohnte Umgebung und die zu große Nähe zu den Menschen nicht nur das Rudel im Allgemeinen vor Herausforderungen, sondern auch Vivian im Speziellen. Denn sie verliebt sich in einen Menschen, einen Meatboy, der gerade von den jungen Werwölfen nicht als Konkurrenz, sondern als Mahlzeit angesehen wird. Doch auch die älteren Mitglieder des Rudels sehen die Beziehung zwischen Vivian und Aiden kritisch, denn die Möglichkeit, dass Vivian ihrer aller Geheimnis preisgibt, ist zu hoch.

Obwohl Vivian das Rudel niemals wissentlich oder gar willentlich in Gefahr bringen würde, spitzt sich die Situation dramatisch zu, als einige Morde geschehen, die nur von Werwölfen begangen worden sein können. Doch wer steckt dahinter?

Hätte ich die deutsche Ausgabe des Buches vor mir liegen gehabt mit seinem typischen Genre-Cover, auf dem das Frauengesicht gleich heraus posaunt, an welche Zielgruppe sich der Roman wendet, hätte ich das Buch vermutlich nie auch nur zu lesen begonnen. Doch das neutralere englische Cover hat mich dazu verleitet, mir das Buch auszuleihen und vollkommen unvoreingenommen damit zu beginnen.

Vivian als Hauptperson war mir zwar nicht völlig sympathisch, doch ich konnte ihre Gedankengänge und Gefühle gut nachvollziehen, auch wenn ich mit einigen Ansichten nicht übereinstimme. Durch ihre Perspektive lernen wir auch das Rudel kennen, das sich gerade in einer Umbruchphase befindet und sich selbst neu finden muss. Die Reibereien, die dadurch herrschen, wurden nicht als weichgespülte Diskussionen verkauft, sondern schon als zum Teil hand- bzw. krallenfeste Prügeleien, wie ich sie von energiegeladenen Werwölfen erwarte.

Die Liebesgeschichte zwischen Vivian und Aiden hat mir überraschend gut gefallen. Sicherlich gibt es einige Portionen Schnulz, doch nehmen diese nicht überhand und Vivian verliert nicht gleich ihren Kopf, als sie Aiden kennenlernt.

Insgesamt gesehen ist der Roman flott zu lesen, die Personen sind sympathisch, auch wenn sie ihre Ecken und Kanten haben und während in der ersten Hälfte eher die Liebesgeschichte dominiert, zieht in der zweiten Hälfte des Buches die Spannung an, bis es zum großen Showdown kommt, bei dem mich einige Entwicklungen und Enthüllungen noch überraschen konnten. Dafür vergebe ich gut gelaunte 3,5 von 5 Wandmalereien, da das Buch zur richtigen Zeit dran kam.

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In einer alternativen Geschichtsschreibung haben sich mehrere asiatische Länder um China und Japan zur Republik Großostasien zusammengeschlossen. In diesem totalitär regiertem Staat veranstaltet die Regierung jährlich das „Programm“, bei dem die Schüler einer zufällig ausgewählten Klasse des 9. Jahrgangs auf Leben und Tod gegeneinander antreten müssen, bis nur noch einer am Leben ist.

Dieses Mal trifft es die 9-B der Shiroiwa Junior High, die auf die Insel Okishima verschleppt wird, wo den 42 Schülern ihr Schicksal offenbart wird. Zu Beginn sitzt der Schock tief, denn keiner kann sich vorstellen, seine Klassenkameraden zu ermorden. Doch als es schon kurz nach dem Start des Programms die ersten Toten gibt, setzt ein tiefes Misstrauen ein. Wem kann man trauen und wer spielt das Spiel?

Nachdem die deutsche Übersetzung dieses japanischen Bestsellers lange vergriffen war, hat sich Heyne im Zuge der „Tribute von Panem“-Welle zu einer Neuauflage entschieden. Dementsprechend verkündet ein Aufkleber auf dem Cover auch „Battle Royale macht weiter, wo Die Tribute von Panem aufhören …“ So ganz kann ich dem nicht zustimmen, doch es weist in die richtige Richtung. Denn Battle Royale geht von der Grundidee her zwar nicht weiter, doch es stellt diese kompromiss- und schonungsloser dar.

Während bei den „Tributen von Panem“ größtenteils Fremde gegeneinander kämpfen, so kennen sich die Protagonisten von „Battle Royale“ zum Teil schon seit der jüngsten Kindheit. Die Bindungen zwischen ihnen sind viel stärker als zwischen Fremden und dementsprechend schwerer dürfte es ihnen fallen, sich gegenseitig umzubringen, nur weil es ihnen befohlen wird. Doch ist dies tatsächlich so? Mitzuerleben, wie sich langjährige Freunde nicht mehr trauen, sondern dem anderen die schlimmsten Absichten unterstellen und dementsprechend reagieren, geht tief unter die Haut. Besonders schlimm ist es auch mitzuerleben, wie schnell gesellschaftliche Konventionen und Moral verschwinden. Es dauert nicht Tage oder Stunden, sondern nur Minuten, bis es den ersten kaltblütigen Mord gibt.

Obwohl während des „Programms“ die Erzählperspektive immer wieder zwischen den einzelnen Schüler wechselt und der Tod jedes einzelnen porträtiert wird, gibt es einige Schüler, zu denen die Perspektive immer wieder zurück wechselt und deren Erlebnisse auf der Insel man bis zum bitteren Ende mitverfolgen kann. Selbst bei einigen der Sympathieträger, bei denen ich hoffte, dass sie es schaffen, musste ich miterleben, wie die Unbarmherzigkeit dieses grausamen Spiels ihren Tribut forderte. Doch die Brutalität, mit der einzelne Schüler handelten, wurde nicht um ihrer selbst Willen dargestellt, sondern sie veranschaulicht die Sinnlosigkeit des ganzen Programms. Denn so gnadenlos einige Schüler auch sein mögen, so müssen sie doch – bis auf einen – alle mit ihrem Leben dafür bezahlen. Und wofür dies alles? Für nichts und wieder nichts, wie einer der Schüler realistisch und ohne Hoffnung darauf äußert, dass sich etwas ändern wird. Die Sinnlosigkeit wird weiterhin durch die Ausrüstung der Schüler verdeutlicht: während manche mit Pistolen oder sogar automatische Waffen starten, so finden andere als einzige Verteidigungsmöglichkeit eine Gabel in ihrer Ausrüstung.

Um auf den Vergleich mit der Trilogie „Die Tribute von Panem“ zurückzukommen: Es gibt Gemeinsamkeiten zwischen diesen Büchern und „Battle Royale“, doch sie beschränken sich auf die grundsätzliche Idee der „Spiele“. Im Gegensatz zu Panem wird das Programm nicht als öffentliche Unterhaltung veranstaltet, es dient nicht der Einschüchterung der Bevölkerung und es wird längst nicht so stark „moderiert“. Vielmehr werden die Teilnehmer des Programms eingezogen und nach der Einführungsveranstaltung sich selbst überlassen. Es braucht nicht das Eingreifen einer steuernden Macht, um die Jugendlichen dazu zu bringen, sich gegenseitig abzuschlachten. Am Ende wird der Sieger kurz in den Medien verkündet, bevor er in der Versenkung verschwindet und man nichts wieder von ihm hört. Wozu dann das Ganze?

Positiv erwähnen möchte ich bei der aktuellen Ausgabe des Heyne-Verlags die zu Beginn des Buches abgedruckten Extras: u.a. eine Karte der Insel, auf der das Programm stattfindet, und eine Liste der Schüler der Klasse 9-B. Diese Liste erleichtert es dem Leser, bei der Vielzahl der ungewohnten Namen nicht vollkommen den Überblick zu verlieren, sondern nachverfolgen zu können, wer noch unter den Lebenden weilt, deren Anzahl jeweils am Ende eines Kapitels unter dem Motto „… Schüler übrig“ verkündet wird.

Sehr negativ aufgestossen ist mir jedoch die Übersetzung, die Heyne dem Leser hier vorsetzt. Normalerweise überlese ich Fehler leichter, wenn mich die Handlung gepackt hat – und dieses Potential hat „Battle Royale“ durchaus. Doch hier häufen sich nicht nur Rechtschreibfehler, sondern es fehlen Wörter, unvollständige Sätze sind abgedruckt und es kommen ebenso überflüssige Wörter vor wie auch Namensverwechslungen. Alles in allem hinterlässt diese Übersetzung einen sehr negativen Eindruck, als ob man sich das Lektorat gespart hätte. Deswegen wurde ich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen und mit der Zeit wartete ich fast mehr auf den nächsten Patzer in der Übersetzung als ich mich auf den Fortgang der Handlung konzentrieren konnte. Schade, dass hätte ich von einem so renommierten Verlag wie Heyne nicht erwartet. Da es sich bei dieser Übersetzung um eine direkt aus dem Japanischen handelt, könnte man mit der englischen Ausgabe ggf. besser beraten sein.

Alles in allem komme ich insgesamt auf 4 von 5 silbernen Halsbändern und ich kann diesen Roman nur all jenen empfehlen, die auch „Die Tribute von Panem“ mochten. Beim Vergleich beider Romane miteinander sollte man jedoch wissen, dass „Battle Royale“ bereits 1999 erschienen ist (nicht dass man falsche Schlussfolgerungen zieht ;-) ).

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Alles fing damit an, dass Großbritannien zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise ein Festival plante, um die Stimmung der Bevölkerung und in der Wirtschaft wieder zu heben. Auf einem der dafür vorgesehenen Gelände stoßen die Bauarbeiter auf ein unregistriertes Massengrab, in dem Pesttote im Mittelalter begraben wurden. Die Warnungen einer Wissenschaftlerin vor einer möglichen Gefahr eines erneuten Ausbruchs werden jedoch ebenso ignoriert wie die immer häufiger auftretenden ungewöhnlichen Zwischenfälle in der Nähe des Geländes.

Was dann folgt, kann man als Leser aus vielen verschiedenen Blickwinkeln und in vielen verschiedenen Stilen verfolgen. Es sind Bekanntmachungen der British Media Corporation an ihre Angestellten abgedruckt, ein E-Mail Verkehr zwischen einer Virologin und anderen Wissenschaftlern, der Einsatzbericht eines Streifenpolizisten, die Tagebucheinträge eines 13jährigen Mädchens, medizinische Berichte, Twitter-Nachrichten, Protokolle von Parlamentsversammlungen, transkribierte Tonspuren von Videos, usw.

Durch die Vielfalt der zu Wort kommenden Stimmen wird ein vielschichtiges Bild der Ereignisse gezeichnet und die einzelnen Fäden ergeben miteinander verwoben ein umfassendes Zeugnis vom Niedergang der Zivilisation und der Ausbreitung des Virus. Denn obwohl er seinen Ursprung in London hat, breitet sich der mysteriöse Erreger immer weiter aus und lässt nicht nur die Erkrankten tollwütig werden, sondern auch die infizierten Toten wieder auferstehen. Zuerst versucht die britische Regierung typischerweise, den ganzen Vorfall zu vertuschen, doch als das Problem allzu offenkundig wird und andere Staaten darauf aufmerksam werden, ist es längst zu spät, denn zu diesem Zeitpunkt hat sich der Virus längst über Großbritanniens Grenzen hinweg ausgebreitet. Was dann folgt, muss nicht weiter ausgeführt werden, da es aus unzähligen anderen Szenarien bereits bekannt ist.

Die Besonderheit dieses Buches besteht in meinen Augen nicht nur in seiner Vielzahl von Textstilen, sondern auch in deren grafischer Aufbereitung. So sind Tagebucheinträge beispielsweise in einer an eine Handschrift angelehnten Schriftart abgedruckt und der Hintergrund besteht aus einem Layout eines Schreibheftes, wohingegen Protokolle mit einer an Schreibmaschinenschrift erinnernden Schriftart auf leicht angegrautem Papier niedergeschrieben wurden.

Als I-Tüpfelchen sorgen die letzten beiden Beiträge nochmals für ein besonderes Schmankerl, die mich das Buch mit einem Schmunzeln schließen ließen. Insgesamt gesehen hat mich dieses Buch gut unterhalten und konnte sich mit seiner gelungenen Gestaltung von der Masse der mir bekannten Zombiebücher abheben. Das ist mir 3,5 von 5 königstreuen Auferstandenen wert.

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Sowohl der Titel dieser Sammlung als auch der Untertitel „Magische Begegnungen“ machen deutlich, worauf sich der Leser einstellen sollte. Das Buch beherbergt insgesamt 4 Erzählungen (2 kurze und 2 längere), die alle im Schwarzwald angesiedelt sind und von übernatürlichen Begebenheiten zu berichten wissen.

In „1028 m.ü.M.“ begleiten wir einen von seiner Geliebten verlassenen Mann, der sich durch den Wald wandernd auf dem Weg zu seinem Lieblingssee befindet, um dort etwas Ruhe in seine aufgewühlten Gedanken zu bringen. Während er sich trotz Seitenstechen den Berg hinauf kämpft, begegnet er zuerst dem Holländer Michel und anschließend der Seekönigin, die ihm beide anbieten, wonach er so dringend verlangt.

Die Bezeichnung der zweiten Geschichte „L 94“ bezieht sich auf eine Landstraße, auf der die Eltern der jungen Lisa tödlich verunglücken, von der Straße abgedrängt durch den rücksichtslosen Raser Karl. Während Lisa sich nach dem Verlust ihrer Eltern vollkommen in sich selbst zurückzieht, wird im Tal Getuschel laut, dass das Mädchen vom magischen Bergspiegel beschützt wird und wehe dem, der ihr Böses will – besonders dem, der ihre Eltern auf dem Gewissen hat.

Erzengel Gabriel“ ist eine längere Erzählung, die in insgesamt 7 Abschnitte unterteilt ist. Nachdem mehrere Mitglieder einer Verbrecherbande unter äußerst mysteriösen Umständen ums Leben gekommen sind, stößt der ermittelnde Kommissar auf einen Angehörigen eines der Opfer. Dieser Kräuter-Leo, einst angesehener Arzt, lebt jetzt völlig zurückgezogen im Schwarzwald, sammelt auf manchmal tagelangen Wanderungen seltene Kräuter und Mineralien und stellt hochwirksame, rein pflanzliche Medikamente für seine wenigen Freunde und Bekannten her. Doch wie sollte es diesem Mann, der trotz der vielen Zeit, die er sich wohl an der frischen Luft aufhält, kränklich wirkt, gelungen sein, gestandene Männer zu Tode zu erschrecken oder auf noch kurioseren Arten zu Tode zu bringen?

Auch die letzte Geschichte „Lützelhardt“ ist aufgrund ihrer Länge in 4 Abschnitte unterteilt. Protagonist ist der Genussmensch Gundolf, der während eines Wochenendausflugs zur auf einem Bergrücken gelegenen Ruine der Burg Lützelhardt von einem Blitz getroffen und mehrere hundert Jahre in die Vergangenheit versetzt wird. Als er wieder erwacht, ist von der Ruine nichts mehr zu sehen, sondern er befindet sich in der bewohnten Burg Lützelhardt unter Herrschaft des Ritters Konrad. Gefangen im Mittelalter versucht Gundolf das Beste aus seinem Schicksal zu machen, doch gerade als er sich seinen Platz im Gefüge der Burgbewohner erobert hat, wird diese angegriffen.

Das, was vom Titel dieser Sammlung angekündigt wird, wird von allen 4 enthaltenen Beiträgen gehalten. Der jeweilige Ort der Geschehnisse liegt immer im Schwarzwald und in jedem Fall spielen übernatürliche Wesen oder Ereignisse eine bedeutende Rolle, so dass es ein übergeordnetes Thema gibt. Da ich leider noch nie im Schwarzwald war, konnte ich mit den Ortsangaben nicht allzu viel anfangen, doch die Landschaftsbeschreibungen haben mir eine gute Vorstellung der Gegend vermittelt. Bei den Personen gelang dies leider nicht ganz so gut, es überwog der Eindruck von Resignation und Melancholie, die wie ein Schleier über allem lagen. Diese vorherrschend düstere Atmosphäre sowie die stellenweise sehr anspruchsvolle Sprache mit ihren verschachtelten Sätzen haben die Lektüre in gewissem Umfang zur Herausforderung gemacht. Für einen nebligen Herbstnachmittag mag dieses Buch geeignet sein, aber weniger für einen sonnigen Frühlingstag.

Insgesamt gesehen haben die Erzählungen mir eine Vorstellung vom Schwarzwald und seinen Bewohnern vermittelt und bei einem künftigen Besuch in der Gegend werde ich nach einigen erwähnten Orten Ausschau halten. Für diejenigen, die die Region bereits kennen oder dort wohnen, bietet das Buch einen zusätzlichen Wiedererkennungswert. Abgesehen davon handelt es sich um eine solide, aber eher düstere Sammlung von phantastisch angehauchten Kurzgeschichten, für die ich 3 von 5 Bergwerksschächten vergebe.

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Der Fluch des Colorado River

Diese Anthologie aus dem Verlag Torsten Low enthält 19 Kurzgeschichten, die allesamt eine Mischung aus Western und Horrorerzählung darstellen. Den inhaltlichen Rahmen stellt eine weitere Kurzgeschichte, in der ehemaliger Hafenarbeiter aus San Francisco auf der Suche nach dem schnellen Geld zur Goldwäsche gewechselt ist. Doch leider fehlt ihm in seinem Claim eine elementare Voraussetzung hierfür: ein Fluss oder wenigstens ein Bach. Als er in einer nahe gelegenen Höhle einen See entdeckt, ignoriert er die Warnungen der ansässigen Indianer und befreit zugleich mit dem Wasser auch die in der Höhle eingesperrten Geister. Er ist zwar in der Folge das erste Opfer des Fluchs des Colorado River, aber noch längst nicht das Letzte!

Darüber, was der Fluch noch alles verursacht, welche Personen er befällt und welche ihm entkommen können, berichten die weiteren 19 in dieser Anthologie versammelten Kurzgeschichten. Einige davon, wie z.B. „Tot oder lebendig“ von Christian Endres, könnten als reine Western durchgehen, bei denen man sich nach der Lektüre nicht sicher ist, ob der Fluch des Colorado River nicht nur reine Einbildung ist. In anderen Beiträgen jedoch treten die Geister des Flusses höchstselbst in Erscheinung, so wie beispielsweise in „Kokopelli“ von Chris Schlicht.

Nicht nur von der Herangehensweise an das gegebene Thema, sondern auch stilistisch sind die einzelnen Kurzgeschichten sehr unterschiedlich. Die Bandbreite reicht von ironisch-humorvoll („Chili Con Sangre“ von Sabrina Železný) über ruhig, beinah melancholisch („Pokere nie mit Dämonen!“ von Wolfgang Schroeder) bis hin zu gruselig-unheimlich („Der Leuchtturm im Canyon“ von Alina Schad). Zudem schaffen es einige Autoren, ihre Erzählung im allerletzten Absatz nochmals grundsätzlich zu drehen und eine völlig andere Situation offen zu legen. Besonders gelungen fand ich dies bei „Das Greenhorn von Harte’s Pocket“ von Susanne Haberland.

Obwohl Anthologien naturgemäß eher unterschiedlich starke Beiträge vereinen, gab es bei dieser keine Kurzgeschichte, die mich gar nicht überzeugen konnte. Zwar haben mich einige stärker beeindruckt als andere, doch war das Niveau durchgehend recht hoch und alle haben das übergeordnete Thema getroffen. Dafür vergebe ich 3,5 von 5 Indianerweisheiten versehen mit der Einschränkung, dass sich dieses Buch bei den meisten Lesern nicht als Gute-Nacht-Lektüre eignen dürfte.

P.S. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Als Stark endlich wieder in L.A. angekommen ist, hat er verdammt schlechte Laune. Schließlich kehrt er gerade erst von einem mehrjährigen Trip in die Hölle zurück, auf den ihn seine ehemaligen Magier-Kollegen geschickt haben, die auf sein Talent eifersüchtig waren. Als einziger Mensch, der je lebend in die Hölle gekommen ist, gelangte er dort zu einigem, zweifelhaftem Ruhm, den er als Gladiator gegen Dämonen und andere Unterweltwesen in der Arena verteidigen musste. Doch schließlich gelang ihm die Flucht, versehen mit dem Schlüssel zum Raum der 13 Türen, der ihn überall hin bringen kann, und einer Quasi-Unverwundbarkeit. Zurück auf Erden hat er nichts anderes im Sinn, als sich an denen zu rächen, die ihn in die Hölle geschickt haben, wobei er auf Kollateralschäden keine Rücksicht nimmt.

Dieser Roman hat als Frustkauf den Weg zu mir gefunden und wurde auch gleich gelesen, denn der rabiate und rücksichtslose Stark, höllischer Spitzname Sandman Slim, kam mir mit seiner absolut miserablen Laune sehr entgegen. Einen strahlenden Helden hätte ich zu dem Zeitpunkt nur schwer ertragen, doch Stark ist alles andere als sympathisch oder gar ein Held. Vielmehr ist er eine verletzte Seele, die auf brutale Rache sinnt und für die der Zweck die Mittel heiligt.

Trotz dessen steht er nicht ganz allein da, denn zumindest einen Freund hat er noch und der setzt alles daran, um Stark wieder auf die richtige Spur zu bringen und ihn vor den Konsequenzen seiner unbedachten Taten zu schützen. Denn dass Magie existiert, ist keineswegs eine allgemein bekannte Tatsache in der Welt, die unsere sein könnte, sondern sie wird im Verborgenen gehalten. Stark jedoch kümmert dies wenig und so ist es kein Wunder, dass neben seinen erklärten Feinden bald noch andere Gruppierungen auf der Bildfläche erscheinen, die ihn aufhalten wollen.

Insgesamt gesehen empfehle ich dieses Buch keinem zart besaiteten Menschen, denn Gewalt, auch brutal und schonungslos, kommt in nicht geringen Mengen vor und entsprechend viel Blut tränkt die Seiten. Wer sich jedoch literarisch abreagieren möchte, der dürfte mit dem Roman gut beraten sein. Von mir jedenfalls gibt es 4 von 5 Flammenschwertern, da es genau das richtige Buch im richtigen Moment war.

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In dieser Jugendbuch-Trilogie der kanadischen Autorin, bestehend aus:

  • Schattenstunde
  • Seelennacht
  • Höllenglanz

geht es um eine Gruppe Jugendlicher, die aufgrund diverser psychologischer Probleme in das Lyle House, eine Art betreutes Wohnen für auffällige Teenager, eingewiesen wurden. Die Ich-Erzählerin und damit Hauptperson Chloe ist dort gelandet, weil sie angeblich Geister sehen kann. Ihre Zimmergenossin Liz wird von einem Poltergeist verfolgt, die gute Tori ist völlig jähzornig und unberechenbar, Rae ist vom Feuer fasziniert und Derek ist ein Junge mit unglaublichen Körperkräften, die er jedoch nicht kontrollieren kann. Lediglich der Grund, warum Dereks Bruder Sam im Lyle House ist, ist Chloe unklar. Doch mit der Zeit und der Hilfe von Derek und Sam findet sie heraus, dass sie keinesfalls unter Wahnvorstellungen leidet, sondern tatsächlich Geister sieht – schließlich ist sie eine Nekromantin und das Lyle House Teil einer Forschungseinrichtung.

Als Chloe klar wird, dass sie alle Teil eines Experiments sind, mit denen ihre übernatürlichen Kräfte besser kontrolliert werden sollen, und diejenigen Testteilnehmer, bei denen das Verfahren zu unerwünschten Nebenwirkungen führt, eliminiert werden, fliehen Chloe und ihre Mitstreiter. Verfolgt von den Wächtern des Lyle House und der Edison Group, die dahinter stehen, versuchen die Jugendlichen herauszufinden, was mit ihnen angestellt wurde und wie sie sich damit arrangieren können. Doch ihnen ist keine ruhige Minute vergönnt und sie können niemanden trauen, nicht mal ihren angeblichen Freunden und Verbündeten.

Dass man die ganzen Geschehnisse aus Chloes Perspektive erlebt, verleiht dem nochmals einen zusätzlichen Kick, denn sie ist keineswegs auf den Kopf oder den Mund gefallen, sondern hat eine ziemlich vorlautes Mundwerk. Mit kühlem, selbstironischen Blick analysiert sie das, was ihr geschieht, und vergleicht es mit Filmen, ihrem besonderen Interesse. Dadurch kann man sich öfters mal über einen Kommentar darüber amüsieren, dass sie sich genau wie die Frauen in den Filmen vorkommt, über die sie sich immer so aufregt.

Dass in der Trilogie auch eine Liebesgeschichte vorkommt, hat mich im Übrigen nicht so sehr gestört. Normalerweise reagiere ich darauf etwas allergisch, doch in diesem Fall hat sich das Verhältnis nachvollziehbar aus der Situation heraus entwickelt und wirkte nicht aufgesetzt. Zudem stand es keinesfalls im Vordergrund, sondern war in nur in leisen Tönen präsent, während die Personen sich mit den wirklich wichtigen Dingen beschäftigten.

Insgesamt gesehen liegt mit „Schattenstunde“, „Seelennacht“ und „Höllenglanz“ eine spannende und humorvolle Jugendbuchtrilogie vor, die mich in ihren Bann gezogen hat und erst wieder losließ, als ich die letzte Seite beendet hatte. Dafür vergebe ich 4 von 5 grünen Äpfeln und den unbedingten Rat, gleich alle drei Bücher in Griffweite zu haben, da sie eine zusammenhängende Geschichte erzählen.

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Johannes Cabal ist Nekromant und kann die Toten beschwören. Doch um diese Kunst zu erlernen musste er einen Pakt mit dem Teufel schließen, der nun im Besitz seiner Seele ist. Doch Cabal merkt, dass das Leben ohne Seele manche Schwierigkeit verursacht und will sie daher zurückbekommen. So einfach ist es jedoch nicht, denn der Teufel verlangt im Gegenzug 100 andere Seelen, die Cabal binnen eines Jahres sammeln muss. Als Hilfsmittel steht ihm dabei nur ein Jahrmarkt zur Verfügung, betrieben von Geistern und Zombies. Mit seinem vampirischen Bruder als Manager macht sich Cabal daran, die unmöglich scheinende Aufgabe zur Rückerlangung seiner Seele zu erfüllen.

Cabal als Hauptperson ist ein riskantes Manöver, denn er ist zwar kein ausgesprochener Unsympath, aber mit seiner kühlen, abweisenden und spröden Art ist er ebenso wenig als Identifikationsfigur geeignet. Diese Stelle wird eher von Horst Cabal eingenommen, der als Untoter mehr Gewissen beweist als sein lebendiger Bruder. Für die humoristischen Einlagen wiederum sorgen einige der von Johannes Cabal beschworenen Seelen, die zu Slapstickeinlagen neigen.

Die Handlung selbst umfasst das komplette Jahr, das Cabal zur Sammlung der 100 Seelen eingeräumt wurde und berichtet sowohl von seinen mühsamen Anfängen als Jahrmarktdirektor als auch von den nervenaufreibenden letzten Tagen. Der Großteil der alltäglichen Arbeit zwischen diesen beiden Punkten wurde jedoch vom Autor ausgespart und darüber war ich auch sehr froh, denn dieser Alltagsarbeit zu folgen wäre bestimmt ziemlich eintönig geworden. So jedoch blieb die Spannung immer erhalten, wobei sie zum Schluss hin nochmals stark zunahm, als der Ausgang der Wette auf dem Spiel steht.

Obwohl man vom Cover ausgehend denken könnte, dass es sich bei diesem Roman um ein Jugendbuch handelt, würde ich die Lektüre nur älteren Jugendlichen empfehlen, denen die Schilderungen von Leichen und Zombies nicht mehr so viel ausmacht. Sie dürften sich von diesem ersten, abgeschlossenen Buch um den Nekromanten gut unterhalten fühlen und dafür vergebe ich 3,5 von 5 Verträge.

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Als Nora einen neuen Partner im Biologieunterricht zugewiesen bekommt, ist sie alles andere als begeistert, denn Patch hat zwar dank seiner schwarzen Augen ein faszinierendes Äußeres, doch mit seiner geheimnisvollen und überheblichen Art provoziert er Nora am laufenden Band. Zudem ist sie sich nicht sicher, ob er nicht vielleicht in die seltsamen Vorgänge verwickelt ist, die Noras Leben in letzter Zeit gehörig durcheinander gebracht haben. Sie hat das Gefühl verfolgt zu werden und da ist dann noch die maskierte Gestalt, die ihr mehrmals aufgelauert ist. Kann sie Patch und ihren Gefühlen für ihn vertrauen? Und was bedeuten eigentlich die beiden Narben auf Patchs Rücken?

Vieles an diesem Buch hat mich an Twilight erinnert – der neue Biologiepartner, das Geheimnisvolle und Gefährliche an ihm, dennoch gleichzeitig die spontane Zuneigung zu ihm. Zum Glück vermeidet die Autorin aber Einiges von dem, was mich an Twilight gestört hat und obwohl sie dabei das Rad nicht neu erfunden hat, hat mich der Roman gut unterhalten.

Nora ist eine gelungene Identifikationsfigur – nicht zu perfekt, sondern mit einigen Ecken und Kanten, dabei aber nicht zu abgedreht. Patch hingegen ist gut aussehend und mit dem besonderen Etwas, das ihn mit einer geheimnisvollen Aura umgibt. In der Kombination Normalität mit Außergewöhnlichem, die beide zusammen repräsentieren, liegt viel Spannungspotential, dass die Autorin gut in die konfliktgeladenen Dialoge zwischen Nora und Patch übertragen hat.

Etwas unrund hingegen empfand ich das Verhalten der Charaktere gegen Ende des Romans, als sich abzeichnet, was hinter allem steckt. Da es sich bei „Engel der Nacht“ um das Debüt der Autorin handelt, wiegt es in meinen Augen aber nicht so schwer.

Insgesamt gesehen ist dieser Roman eine spannende Wohlfühllektüre, die mich so sehr gefesselt hat, dass ich das Buch in einem Rutsch ausgelesen habe. Dafür gibt es 4 von 5 Achterbahnfahrten.

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