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Archiv für die Kategorie ‘Fantasy’

In einer alternativen Version unserer Welt bevölkern nicht nur Menschen die Erde, sondern auch Vampire, Werwölfe, Banshees, Kobolde und lauter andere magische Wesen. Natürlich geht es dabei nicht reibungslos zu und so gibt es zwei Behörden, die sich mit magischen Ermittlungen beschäftigen, dabei aber völlig verschiedenen Ansätze verfolgen. Karla arbeitet als weiße Hexe für das MID, während Raoul als Chaosmagier für deren Schwesterorganisation, das schwarzmagische ZMA arbeitet. Gemeinsam werden sie auf einen Fall angesetzt, bei dem es sich anfangs nur um eine Reihe ungewöhnlicher Bücherdiebstähle handelt. Doch alles deutet darauf hin, dass die Bücher der Katalysator zur Einleitung des Weltuntergangs darstellen – und der 21. Dezember 2012 kommt immer näher.

Wie man anhand der kurzen Inhaltsangabe merkt, handelt es sich bei diesem Buch mit Nichten um einen Thriller, sondern vielmehr um Urban Fantasy mit einem Hauch Krimi. Dessen sollte man sich unbedingt bewusst sein, wenn man diesen Roman zur Hand nimmt, denn wer einen typischen Thriller erwartet, dürfte arg enttäuscht werden.

Das Worldbuilding ist sehr stark an unsere Welt angelehnt, ergänzt durch die übernatürliche Komponente. Diese Kombination führt einerseits dazu, dass man sich als Leser schnell in die Örtlichkeiten einfindet, aber aufgrund der überall vorhandenen Magie bleibt genügend Fremdartiges übrig, um die Neugierde nicht versiegen zu lassen. Die grundsätzliche Unterscheidung in schwarze und weiße Magie erzeugt ein zusätzliches Spannungsfeld, doch leider blieben einige Fragen in diesem Zusammenhang unbeantwortet, die z.T. auch grundsätzliche Bedeutung haben.

Die beiden Protagonisten Karla und Raoul sind Vertreter der beiden entgegen gesetzten magischen Lehren und zu Beginn überhaupt nicht davon begeistert zusammenarbeiten zu müssen. Karla hat innerhalb ihrer Organisation aufgrund früherer Ereignisse nicht den besten Stand und zusätzlich ist ihr Liebhaber ein Vampir, was ihren Ruf und ihre Tätigkeit als weiße Hexe stark gefährden könnte, sollte es bekannt werden. Raoul hingegen hat zwar keine Schwierigkeiten mit der schwarzmagischen ZMA, da er ohnehin nur als freier Mitarbeiter für sie tätig ist, jedoch hatte er sich vor Jahren dazu entschieden, einen Daimon aufzunehmen und als dessen Wirt zu fungieren. Dieser Daimon, Brad, setzt Raoul stark zu, entzieht ihm immer wieder die Kontrolle über ihren Körper und wenn Raoul Tage oder Wochen später orientierungslos wieder an die Oberfläche gelangt, wird er mit dem Chaos konfrontiert, dass sein Daimon hinterlassen hat. Wiegen die Vorteile wirklich stärker?

Im Laufe ihrer gemeinsamen Ermittlungen müssen sich Karla und Raoul zusammenreißen und nicht nur ihre Vorurteile über den jeweils anderen revidieren, sondern sich auch über ihre eigene Situation Rechenschaft ablegen. Angesichts der zusätzlich zu Tage tretenden Schwierigkeiten im Privatleben der beiden tritt der Kriminalfall immer mehr in den Hintergrund bis er zeitweise sogar völlig aus der Handlung verschwindet.

Was es streckenweise schwierig gemacht hat, dem Fortgang der Ereignisse zu folgen, waren die Zeitsprünge. Der bedeutendste von ihnen fiel optisch unglücklich auf einen Seitenwechsel, so dass ich erst nach mehreren Abschnitten herausgefunden habe, dass überhaupt ein Zeitsprung vorkam. Schade, das wäre vermeidbar gewesen. Abgesehen davon wurden durch die Zeitsprünge auch einige potenziell interessante Szenen übersprungen, die den Protagonisten noch mehr Kontur hätten verleihen können, von denen der Leser jedoch nur den Ausgang im Rückblick erfährt.

Fazit: Abgesehen von der unglücklichen Verlagspolitik, die diesen Roman als Thriller verkauft, hat die Autorin solide Urban Fantasy mit sympathischen Charakteren hervorgebracht. Der positive Eindruck wurde leider durch einige offen gelassene Fragen und Handlungsstränge sowie für mich störende Zeitsprünge getrübt. Dank der mitreissenden Sprache habe ich das Buch dennoch nur schwer aus der Hand legen können und vermutlich werde ich mir auch ein eventuell erscheinendes zweites Abenteuer des Ermittlungsduos Karla & Raoul nicht entgehen lassen – auch in der Hoffnung auf einige Antworten und Erklärungen dieses Buch betreffend. Damit komme ich für „Last days on earth“ insgesamt auf (knapp) 3,5 von 5 Wolfsstatuen“.

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In den Städten herrschten andere Gesetze als draußen in den Wäldern, Sümpfen, Bergen und Steppen.

Menschen gaben sich diese Gesetze. Sie gaben sie sich selbst.

Aber sie brachen sie auch. Nach eigenem Gutdünken.

Wenn du reich warst, konntest du auf einem Schiff mitten im See tun und lassen, was du wolltest. Sogar Töten war dann kein Problem mehr. Also näherten sich die Gesetze, je wohlhabender jemand war, wieder den Gesetzen der Wälder und Steppen an. Er hatte erwartet, dass das anders sein würde. Genau umgekehrt. Je vornehmer, desto weiter entfernt von den Wäldern. Er fragte sich, wozu man die Wälder dann überhaupt verließ.

Meißner, Tobias O.: Barbarendämmerung, 2012, Piper, Seite 258

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Wo immer er auftaucht, zieht er die Aufmerksamkeit auf sich. Er ist ein Hüne, muskelbepackt und kampferprobt. Er spricht nicht. Er duldet nicht. Und er nimmt sich, was er will. Er ist der Barbar, der als Kontrast zu den Städtern für das steht, was sie alles nicht mehr haben, können oder sich trauen.

Der Aufdruck „Roman“ auf dem Cover ist meiner Meinung nach irreführend, denn bei „Barbarendämmerung“ handelt es sich keinesfalls um einen konventionellen Roman. Vielmehr ist es eine chronologischen Aneinanderreihungen von Episoden rund um den bis zum Schluss namenlos bleibenden Barbaren. Obwohl die Erzählungen alle einzeln gelesen werden können, sind sie doch miteinander verbunden, sei es durch einen Gegenstand, wiederauftauchende Personen oder die Erwähnung früherer Begebenheiten.

Was während all dieser Geschehnisse im Unklaren bleibt, ist die Motivation des Barbaren. Er kennt keine Moral, unterscheidet nicht in Gut oder Böse, so wie es der Leser tut, und er bedauert kaum etwas. Als plausibelster Anreiz erscheinen mir die natürliche Bedürfnisse, die der Barbar empfindet – Hunger, Durst, Sex, … Abgesehen davon ist das einzig wiederkehrende Motiv, dass ich identifizieren konnte, die Neugier des Barbaren. Er hört von einem Propheten und möchte ihn sich ansehen. Der Besuch bei einem Gott steht später ebenfalls auf seinem Reiseplan. Und als er von einem Drachen hört, ist ebenso klar, wohin er gehen wird.

Obwohl er während der Erlebnisse, denen der Leser beiwohnt, einige Taten begeht, die ich nicht nachvollziehen konnte und die in meinen Augen unnötig bis äußerst brutal waren, so hat mich am meisten verwundert, dass ich den Barbaren trotzdem nicht als Unsympath oder gar Bösewicht empfunden habe. Vielmehr kam er mir ein Tier vor, dass sich von seinen Instinkten leiten lässt und das, was er tut, zumeist nicht mit Absicht oder Berechnung unternimmt. Zudem konnte ich den teilweise den Eindruck einer gewissen kindlichen Naivität nicht leugnen.

Worauf man sich bei diesem Buch in jedem Fall einstellen muss, ist das Blut, dass die Seiten tränkt und zwischen den Zeilen hervorquellt. Der Barbar ist ein überdurchschnittlich guter Kämpfer und das stellt er immer wieder unter Beweis. Interessanterweise ist er aber nicht immer ein Einzelgänger, sondern er lässt sich auch als Leibwächter und Söldner anheuern – nicht immer zu andauernden Freude seiner Auftraggeber, sei dazu gesagt.

Als Gegenpol zu der Gewalt enthält das Buch auch einige philosophische Überlegungen, die ich nicht erwartet hätte, aber die als Abwechslung willkommen waren. An mehreren Punkten stellt sich explizit oder implizit die Frage, wer nun wirklich ein Barbar ist – der Barbar, der sich um die Erfüllung seiner eigenen Bedürfnisse kümmert und dem Intrigen und politische Ränkespiele fremd sind, oder die Menschen, die Morden um der Lust willen, die Töten um sich zu bereichern und die zu seelischen Grausamkeiten fähig sind, die selbst nur schwarz auf weiß kaum zu ertragen sind.

Insgesamt gesehen handelt es sich bei „Barbarendämmerung“ um einen urtümlichen Roman mit ungewöhnlichem Aufbau und einer Hauptperson, die zwar kein Sympathieträger ist, aber mich als Leser dennoch für sich einnehmen konnte. Mit einem recht hohen Gewaltpegel, der kurzzeitig von einem Hauch Philosophie gesenkt werden kann, muss der Leser rechnen. Obwohl ich von Tobias O. Meißner bisher erst ein anderes Buch gelesen habe („Die Soldaten“), so habe ich den Eindruck, dass der Autor mehr kann. Deswegen komme ich für die „Barbarendämmerung“ auf soliden , aber nicht überragende 3,5 von 5 Steinlawinen.

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Diese Sammlung der deutschen Autorin beinhaltet 5 kürzere und 1 längere Erzählung, die allesamt durch eine bittersüß melancholische Atmosphäre gefangen nehmen.

In „Londons Nebel“ besucht Stella, die als Kind vom Koboldkönig geküsst wurde und seitdem unter dem Schutz der Pixies steht, die Herrin der Nebel um über die Rückgabe ihrer besten Freundin zu verhandeln. Doch dorthin, wo Mylady Muerte residiert, können ihr ihre Beschützer nicht folgen.

Um ein „Orangenbäumchen“ drehen sich alle Gedanken des ehemaligen Illusionisten, der seine Fähigkeiten verloren hat, in der gleichnamigen Erzählung. Als er Julie, die Stimme aus dem Radio kennenlernt, die allabendlich den Sorgen und Nöten der Menschen zugehört und sie von ihnen befreit hat, wendet sich auch sein Leben wieder zum Besseren. Doch er überschreitet eine unsichtbare Grenze und verlangt mehr von Julies Aufmerksamkeit, als sie geben kann.

Ins „Lichtermeer“ gehen die Seelen aller Verstorbenen ein, so auch die von Martens Verlobter. Um sie noch einmal sehen zu können, würde er jeden Preis bezahlen, doch was er letztendlich geben wird, um mir ihr wiedervereint zu sein, ist selbst für ihn, der er sie über alles liebt, zu viel.

Was die Beute der Töchter des Schattenkönigs ist, verrät der Titel der Kurzgeschichte „Die Seelenjagd“. Dieses Mal sind sie hinter Shi her, der sich in einer nebligen Nacht aus der sicheren Hütte am Rande des Moors herauswagt und den Weg zum Kloster wagt, um seine geliebte Mila zu retten. Ausgestattet mit der schützenden Drachenmünze stellt er sich den Schrecken, die die Nebel bereithalten.

Dem Engel, der seit Jahrhunderten als Statue auf der Karlsbrücke in Prag sein Dasein fristet, hat seit dem Verschwinden Gottes aus dem Leben der Menschen keinen Lichtblick mehr, bis die junge Zeichnerin Katia auftaucht. Als ihm von einem Fremden 3 „Zaubernächte“ geboten werden, die er mit Katia verbringen könnte, beginnt das steinerne Herz des Engels erneut zu schlagen.

Die mit Abstand längste und deswegen am detailreichsten ausgearbeitete Erzählung ist diejenige von Coralie, dem „zerbrochenen Mädchen“. Wie in den alten Märchen kann sich Coralie in einen Schwan verwandeln, jedoch wurde ihr während einer ihrer Verwandlungen ihr Schwanenherz gestohlen und zerstört – es ist in hunderte Federn zersplittert. Ohne ihr Herz kann Coralie sich nicht nur nicht mehr in einen Schwan verwandeln, sondern es bedeutet ihren sicheren Tod. Doch in Jordan und seinen Freunden findet sie wieder Hoffnung, denn für Jordan ist sie diejenige, auf die er immer gewartet hat und die sein Leben erst vervollkommnet – und für ihr Wohlergehen würde er alles tun.

Neben der bereits angesprochenen Stimmung, die allen Geschichten zueigen ist und die besonders stark in „Das zerbrochene Mädchen“ zum Tragen kommt (und mich zu Tränen gerührt hat), werden alle Erzählungen auch durch das wiederkehrende Motiv der Aufopferung für einen geliebten Menschen verbunden. Für diese gefühlvolle Sammlung, die von wundervollen und sehr passenden Zeichnungen ergänzt wird, für deren Lektüre man jedoch in der richtigen Stimmung sein sollte, vergebe ich starke 4,5 von 5 Daunen.

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Katniss Everdeen, das Mädchen, das in Flammen steht und in dieser Rolle der Funke war, der die Feuer der Rebellion in Panem entfacht hat, hat auch die zweiten Hungerspiele überlebt, denn die Rebellen konnten sie gerade noch rechtzeitig schwer verletzt aus der Arena retten. Nun soll sie in ihren Reihen die Rolle einnehmen, für die sie bestimmt ist: Katniss ist der Mockingjay, das Symbol der Rebellion, ihre Gallionsfigur und die größte Gefahr für ihre Anführer, sollte sie sich gegen sie stellen. Doch hat die Rebellion ihre Loyalität verdient oder ist sie wieder nur Teil irgendwelcher Spiele?

Die Wunden, die Katniss Körper in der Arena davongetragen hat, heilen und dank der hervorragenden medizinischen Technik bleiben zumeist keine Narben zurück. Doch mit Katniss Seele sieht es ganz anders aus – sie ist zerfressen von zahlreichen unverheilten Wunden und ständig kommen neue hinzu. Diese psychische Labilität wird durch die Ich-Perspektive verstärkt und wirkt dadurch noch bedrückender auf den Leser. Man wird förmlich in Katniss Seelenleben hineingezogen und kann gut nachvollziehen, wie sie immer mehr den Halt verliert, zumal sie Peeta als Stütze verloren hat, denn er befindet sich in der Gewalt des Kapitols und muss seine eigenen Kämpfe bestehen.

Die politischen Intrigen, die zuvor zwar präsent waren, aber eher im Hintergrund rangierten, nehmen immer mehr Raum ein. Während die heile Fassade der freiheitsliebenden Rebellen Risse bekommt, gibt es im Kapitol auch noch Menschlichkeit. Die Fronten zwischen den sich mittlerweile offen bekriegenden Parteien verschwimmen immer mehr und Freund und Feind unterscheiden sich nicht mehr anhand der Uniform, die sie tragen, sondern ausschließlich durch ihre Taten.

Während ich beim ersten Band noch kritisiert habe, dass Collins die moralisch schwierigsten Entscheidungen umschifft hat und Katniss eher unbeschadet durch die Arena gehen ließ, so hat sie dies in diesem Abschlussband mehr als wettgemacht. Katniss wird nicht nur Zeugin weiterer, immer schlimmerer Gräueltaten, sondern sie ist auch selbst gezwungen, sich über die Moral ihrer eigener Taten Rechenschaft abzulegen.

Fazit: Obwohl das Finale der Hunger Games-Trilogie dreckig und blutig ist und kein heroischer Schimmer herrscht, so ist es gerade diese bittere Realitätsnähe, die ein Happy End nach all dem, was Katniss durchmachen musste, verhindert, die mich beeindruckt hat. Ich komme auf 4 von 5 eigensinnigen Katern.

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Über ein kleines, friedliches Königreich regiert König Ferdinand mit seiner Königin Joséphine. Alles ist ruhig, für die größte Aufregung sorgen momentan die Vorbereitungen für den Geburtstag des Thronfolgers Augustin, an denen auch der Hofzauberer Laurentio beteiligt ist. Doch als der große Tag dann endlich gekommen ist, verläuft er gänzlich anders als erwartet, denn der große Herrscher Ostwind taucht unerwartet auf und verlangt die Gefolgschaft aller Anwesenden. Das sich daraufhin entspinnende Zaubererduell zwischen Laurentio und Ostwind entwickelt sich in eine von allen Parteien ungewollte Richtung, als die verschiedensten magischen Formeln aufeinander prallen.

Schon die Einleitung, geschrieben im Stil eines Theaterdirektors, der sich an den Leser als sein Publikum wendet, macht deutlich, worauf man sich einstellen sollte. Und in dieser Art geht es auch weiter, denn zu Beginn konnte ich beinah die einzelnen Dialoge, Regieanweisungen und Beschreibungen des Bühnenbilds vor mir sehen, obwohl der Text in Prosa abgefasst ist. Dann jedoch bin ich aus der Zuschauerrolle heraus- und direkt in das Bühnenstück hinein geschlüpft.

Am sympathischsten war mit Abstand Pippa, Tochter des Hofzauberers Laurentio, die als junge Frau zwischen den verschiedenen Welten am Königshof gefangen war. Einerseits war sie Kindheitsfreundin und Vertraute des Prinzen Augustin, doch andererseits nahm sie als Tochter des Hofzauberers nur die Rolle einer besseren Dienerin ein, keineswegs standesgemäß für den Thronfolger. Wie sie mit diesem Zwiespalt kämpfen musste und wie sie sich trotz manch bedrückender Erfahrungen nicht aufgegeben hat, hat mich echt beeindruckt.

Augustin auf der anderen Seite hat auf mich zu Beginn eher den Eindruck eines etwas verpeilten Erfinders gemacht, der sich lieber mit seinen mechanischen Spielzeugen vergnügt als einen Gedanken an seine Zukunft als Herrscher zu verschwenden. Zum Glück änderte sich dies im Laufe der gelesenen Seiten und er konnte bei mir immer mehr Punkte sammeln.

Was mich im Nachhinein betrachtet etwas stört, ist die unbefriedigende Erklärung der Magie. Dies ist jedoch nur ein winziges Manko, dass meine Lesefreude nicht getrübt hat. Insgesamt gesehen hat die Autorin einen wunderbaren, magischen Zirkusroman geschrieben, für den ich 4,5 von 5 Glückskeksen vergebe.

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Dieser 2. Band der Trilogie um die junge Magierin Yelena beginnt kurze Zeit nach dem Ende von „Poison Study“. Yelena hat das Leben des Commanders von Ixia gerettet und obwohl sie eine Magierin ist, wurde sie dafür nicht getötet, sondern angesichts ihrer Verdienste „nur“ aus Ixia verbannt. Gemeinsam mit Irys, einer mächtigen Magierin aus dem Süden, kehrt sie dorthin zurück, von wo sie als Kind geraubt worden war. Nicht nur die Wiedervereinigung mit ihrer Familie, sondern auch die Unterweisung ihrer ungebändigten magischen Kräfte fordert von Yelena ein völliges Umdenken. Als zudem noch ein Mörder in ihrer neuen, alten Heimat Sitia umgeht, der sich der dunklen Künste bedient, muss Yelena wählen – fügt sie sich der Ordnung der Zitadelle oder verlässt sie sich lieber auf sich selbst, so wie einst in Ixia?

Wie bereits im 1. Band ist Yelena auch hier wieder die Ich-Erzählerin, so dass man sich dank ihrer offenbarten Gedanken und Gefühle wieder sehr gut in sie hineinversetzen kann. Leider muss sie sich einen Großteil des Buches über ohne ihren Geliebten Valek durchschlagen, doch ist er in ihren Gedanken immer präsent, ohne dass es überzogen oder gar kitschig wird.

Sehr schön beschrieben waren auch Yelenas Schwierigkeiten, sich in die für sie so ungewohnten Situationen hinein zu versetzen. Zuerst lernt sie ihre Familie kennen, denen sie im Alter von nur wenigen Jahren entrissen wurde und an die sie sich kaum erinnern kann. Und dann muss sie sich an der Zitadelle, wo sie in Magie unterwiesen wird, auch noch mit dem typischen Gebaren von zusammengepferchten Teenagern auseinandersetzen. Doch Yelena wäre nicht sie selbst, wenn sie keinen Weg finden würde, mit diesen Herausforderungen klarzukommen.

Obwohl Mittelteile von Trilogien zumeist schwächer ausfallen als der Auftakt bzw. der Abschluss, so trifft dies auf „Magic Study“ nicht zu, sondern er bietet wie auch schon „Poison Study“ hervorragende Unterhaltung in Form eines magischen Krimis gewürzt mit Familienproblemen und internatsähnlichen Szenen während Yelenas Ausbildung. Das ist mir wieder 4 von 5 Peppermints wert.

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Der junge Ged wächst auf der Insel Gont auf, einem Teil des Erdsee-Archipels. Seine Tante bemerkt früh sein magisches Talent und nach ihren grundsätzlichen Unterweisungen und seiner Lehrzeit beim Zauberer Ogion wird Ged auf die Zaubererschule nach Rok geschickt, wo sein Talent schnell erkannt und gefördert wird. Doch durch seinen Hochmut dazu provoziert, stellt Ged Kontakt zur Totenwelt her und ruft unbeabsichtigt ein grauenvolles Wesen nach Erdsee. Damit bringt er nicht nur sich, sondern im Fall seines Unterliegens auch ganz Erdsee in Gefahr.

Bei diesem Roman handelt es sich um den 1. Band der ursprünglichen Erdsee-Trilogie, der dank seines abgeschlossenen Endes unabhängig von den Folgebänden gelesen werden kann. Darüber bin ich auch recht froh, denn während des gesamten Romans konnte mich die Autorin nicht erreichen. Als Leserin folgte ich ihren Worten sehr distanziert und konnte keine Verbindung zu den Charakteren herstellen. Ged war mir weder sympathisch noch unsympathisch, sondern einfach egal, genau wie sein Schicksal. Besser gelungen fand ich die Landschaftsbeschreibungen, die mir halfen, mir ein Bild von der Welt zu machen.

Hätte ich nicht zuvor die Verfilmung der Erdsee-Bücher gesehen, hätte ich noch wesentlich mehr Schwierigkeiten mit diesem Roman gehabt. So konnte ich mich insbesondere hinsichtlich der Charaktere auf meine Erinnerungen an den Film stützen und mich so dem Buch ein Stück weit nähern. Dennoch empfand ich die etwas über 200 Seiten als zäh und werde daher auf die Lektüre der weiteren Erdsee-Bände verzichten. Für diesen hier komme ich leider nur auf 1,5 von 5 Stäben.

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Bernhard Hennen – Elfenkönigin

Dieser dritte und abschließende Band der Trilogie um die Trollkriege schließt erneut unmittelbar an den Vorgänger, hier: „Elfenlicht“, an. Daher sollte man unbedingt die vorherigen Bände um die Elfen gelesen haben, da man sonst weder mit den Charakteren noch mit der Handlung viel anzufangen wissen dürfte.

Am Ende von „Elfenlicht“ hatte Emerelle zu Gunsten ihres geliebten Falrach, der sein Bewusstsein in Ollowains Körper wiedererlangt hat, auf den Thron verzichtet und ist mit ihm gemeinsam in die frostige Snaiwamark geflohen. Die Troll-Schamanin Skanga ist daraufhin damit beschäftigt, ihren jungen König bei den Regierungsgeschäften zu unterstützen und sich mit den verräterischen Kobolden herumzuschlagen, die nun ihren Anteil am Kuchen haben wollen und heimlich auf einen weiteren Verrat, diesmal an den Trollen, sinnen. Skangas größte Sorge gilt jedoch der verschwundenen Elfenkönigin und dem, was sie planen könnte.

Emerelle hingegen genießt die ungewohnte Befreiung von der Last der Regierungsgeschäfte und kann sich vollkommen ihrer zurückgekehrten großen Liebe Falrach widmen. Doch während der zahlreichen Jahrhunderte, die seit seinem ersten Tod vergangen sind, haben sich ihre Gefühle geändert und neben einer Neuorientierung hinsichtlich ihrer Rolle in der Welt muss sie sich auch über ihre Beziehung zu Falrach/Ollowain klar werden.

Nachdem ich „Elfenlicht“ im Herbst gelesen und die Lektüre größtenteils genossen habe, lässt mich dieser Roman ziemlich zwiegespalten zurück. Sehr gut gelungen sind Hennen die Passagen, die in der ehemaligen Drachenheimat spielen. Dort hat er es für meinen Geschmack sehr gut geschafft, Atmosphäre zu generieren und in mir die Neugierde auf vergangene Zeiten zu wecken, als die Drachen noch die Herren der Welt waren und die Elfen ihre Diener.

Abgesehen davon konnte mich jedoch keiner der Handlungsstränge für sich gewinnen. Emerelle, die das meiste Potenzial bot, war noch undurchschaubarer als sonst und der Rest des Personals ließ mich erst Recht kalt. Zwar war es interessant zu sehen, was aus einigen der Charaktere aus den Vorgängerbänden geworden ist, doch konnte mich das nicht befriedigen. Für einen 900 Seiten-Roman ist das einfach zu wenig, weshalb ich insgesamt auch nur auf 2,5 von 5 Albensteinen komme.

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Als die junge Journalistin Arienne im Polizeifunk vom Fund der verbrannten Leiche eines Obdachlosen hört, fällt in ihrem Puzzle ein weiteres Steinchen an seinen Platz und mehr als zuvor ist sie davon überzeugt, einem Serienkiller auf der Spur zu sein. Ihr älterer Kollege Tom, der sich dazu bereit erklärt, ihr bei ihren Ermittlungen unter die Arme zu greifen, bleibt skeptisch. Spätestens als sie aber am Fundort einer weiteren Leiche auf die zurückkehrten Täter stoßen, wird den beiden klar, in was sie da hineingestolpert sind.

Auf der anderen Seite lernt der Leser den ehemaligen Schweizer Gardisten Toni kennen, der von der Kirche nach Deutschland beordert wurde, um dort die sog. Paladine um den Engel Vincent zu unterstützen. Deren Aufgabe besteht darin, die unwissenden Menschen vor der Gefahr durch Dämonen und andere mystische Wesen zu schützen, von deren Existenz niemand etwas ahnt. Auch Toni muss erst davon überzeugt werden, u.a. mit einem Besuch bei Vlad, dem Urvater aller Vampire, der heutzutage unter Hausarrest steht und den Paladinen als Informant dient. Doch daneben haben die Paladine um Vincent auch noch einen weitaus schlimmeren Feind – den gefallenen Engel Nathaniel, der die Tore der Hölle öffnen will.

Neuartig ist nicht das Adjektiv, dass mir anhand der Inhaltsangabe einfallen würde. Die Idee, dass unbemerkt von den Menschen auch andere Wesen auf Erden wandeln, wurde schon von vielen Autoren aufgegriffen. Um zu unterhalten muss man das Rad aber auch nicht jedes Mal neu erfinden.

Was aber Ungewöhnlich ist: es handelt sich bei diesem Urban Fantasy-Roman um ein abgeschlossenes Werk und es umfasst auch nicht 800+ Seiten, sondern nur wenig über 300. Darin unterscheidet es sich in meinen Augen angenehm von der Masse der Fantasybücher, die derzeit in den Buchläden zu finden sind. Allerdings birgt gerade der geringe Seitenumfang auch eine Gefahr, der das Buch leider zum Teil tatsächlich zum Opfer gefallen ist.

Gerade in der ersten Hälfte des Romans habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Die Charaktere und das Setting – eine Stadt irgendwo in Deutschland – wurden vorgestellt und man konnte anhand der beiden eingeführten Handlungsstränge um die Journalistin Arienne und die Paladine um Vincent wunderbar über den Fortgang der Handlung spekulieren und sich zum Teil auch hervorragend über manche Charaktere aufregen.

In der zweiten Hälfte jedoch, insbesondere aber auf den letzten 50 Seiten überstürzten sich die Ereignisse und so manches, über das ich gern mehr erfahren hätte, blieb leider im Dunkeln. Auch muss ich als Atheistin zugeben, dass das biblische Thema um den Garten Eden mir nur in groben Zügen bekannt war und mir dadurch vielleicht eine zusätzliche Ebene bei den religiösen Diskussionen zwischen den Engeln entgangen ist.

Stephan Bellem hat in der autorenbegleiteten Leserunde selbst gesagt, dass dem Roman 50-100 Seiten mehr gut getan hätten. Dennoch konnte ich die Fragen, die die Charaktere umtrieben haben, auch ohne erhobenen Zeigefinger leicht erfassen und sie haben mich selbst noch eine Weile nach Beenden der Lektüre beschäftigt. Was wäre, wenn den Menschen das Paradies gegeben würde? Hätten sie es verdient? Und was würden sie mit diesem Geschenk anfangen?

Wer jetzt befürchtet, dass sich hinter der Fantasy-Fassade ein hochgestochenes religionsphilosophisches Buch verbirgt, den kann ich beruhigen. Obwohl die angesprochenen Fragen durchaus eine Rolle spielen, stehen sie nicht im Vordergrund, sondern in erster Linie erwartet den Leser ein spannender deutscher Urban Fantasy-Roman mit glaubwürdigen Charakteren und einem leider etwas überhastetem Ende, für den ich guten Gewissens 3,5 von 5 Setzlingen vergeben.

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