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Archiv für die Kategorie ‘(Auto-)Biografien und Erinnerungen’

Die Invasion in der Normandie durch die alliierten Streitkräfte am 6. Juni 1944 stellt einen der Wendepunkte des 2. Weltkriegs dar. Tausende Soldaten verschiedenster Einheiten waren bei diesem Einsatz dabei. Für die Fallschirmjäger der 101. Airborne Division stellte dieser Einsatz ihre Feuertaufe als kämpfende Einheit dar. Der Autor dieses Buches, George E. Koskimaki, war einer dieser Männer.

Im Gegensatz zu den Büchern von und über die Männer der Easy Company oder auch den Erinnerungen von Burgett hat Koskimaki einen völlig anderen Ansatz gewählt, um die Ereignisse jenes Tages wiederzugeben. Er brachte nicht nur seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse zu Papier, sondern auch die Dutzender anderer Männer aus allen Regimentern, Bataillonen und Kompanien der 101. Luftlandedivision. Dabei bedient er sich aus ihm zur Verfügung gestellten Briefen, Tagebüchern, mündlichen Berichten und auch später verfasster Niederschriften der Erlebnisse der Männer.

Diese Darstellungsweise hat sowohl Vor- als auch Nachteile aus meiner Sicht: vorteilhaft ist, dass man nicht nur auf die Erlebnisse und Sichtweisen einer oder weniger Personen beschränkt ist, sondern ein umfassenderes Bild erkennen kann und die einzelnen Puzzlestücke zu einem größeren Ganzen zusammengefügt werden. Nachteilig ist allerdings, dass man dadurch mit einer Vielzahl von Personen, Aktionen und Orten konfrontiert wird und darum kämpfen muss, die Zusammenhänge zu erkennen und nicht den Überblick zu verlieren.

Dem genannten Nachteil hat Koskimaki dadurch zu begegnen versucht, indem er das Buch in verschiedene Bereiche gliedert, die sich den einzelnen Regimentern und innerhalb der Regimenter den Bataillonen widmen. So beginnt er nach einer Einleitung mit den Pfadfindern, die noch vor den Fallschirmjägern abgesprungen sind, um die Absprungzonen zu markieren und damit den ihnen nachfolgenden Flugzeugen den Weg zu weisen. Einer übergreifenden Beschreibung der Vorbereitungsmaßnahmen und des Flugs über den Kanal bis zum Absprung über der Normandie folgen die einzelnen Missionen des 501. Regiments, des 502. Regiments und des 506. Regiments, wobei es zahlreiche Querverbindungen zwischen diesen Abschnitten gibt. Anschließend kommen auch die Gleiterpiloten und ihre Besatzungen zu Wort ebenso wie die von den Soldaten so genannten Engeln der Barmherzigkeit – Priester und Sanitäter.

Dem Titel des Buches folgend beschränkt Koskimaki sich zeitlich gesehen einzig und allein auf den 6. Juni als Tag der Tage – D-Day. Auf die darauf folgenden Tage, Wochen und Monate wird nur hin und wieder verwiesen, ohne diesbezüglich ins Detail zu gehen.

Insgesamt gesehen lässt mich dieses Buch etwas zwiegespalten zurück. Als Pluspunkt kann ich vermerken, dass ich nach den Büchern rund um die Band of Brothers und Burgetts Erinnerungen durch Koskimakis Sammlung von Erlebnissen vieler Männer eine bessere Vorstellung davon bekommen habe, welche Ausmaße der Einsatz der Fallschirmjäger hatte und wie es anderen Einheiten ergangen ist. Dieser Horizonterweiterung steht entgegen, dass mir die persönliche Bindung, die ich zu den Autoren oder porträtierten Soldaten in den vorgenannten Büchern aufbauen konnte, hier völlig gefehlt hat und die Einzelnen in der Masse an Namen und Berichten untergingen. Dementsprechend komme ich auf im Fazit auf 3 von 5 Hecken.

Für die nächste Lektüre über den 2. Weltkrieg stehen „D-day: June 6, 1944: The Battle For The Normandy Beaches” von Stephen Ambrose und “Overlord. D-Day and the Battle for Normandy” von Max Hastings zur Auswahl.

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Donald Burgett war einer von vielen jungen Männern, die sich nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor freiwillig zur Armee meldeten. Er entschied sich für die Fallschirmjäger und wurde schließlich der 101st Airborne Division, 506 Paratrooper Infantry Regiment, 1st Battallion, A Company zugeteilt. Was er während seiner Ausbildung und den anschließenden Kampfeinsätzen in Europa erlebte, schrieb er nach dem Krieg nieder. Seine Erinnerungen umfassen insgesamt 4 Bücher:

  • Currahee! A Screaming Eagle at Normandy
  • The Road to Arnhem. A Screaming Eagle in Holland
  • Seven Roads to Hell. A Screaming Eagle at Bastogne
  • Beyond the Rhine. A Screaming Eagle in Germany

Als Mitglied der “Able” Company des 506. Fallschirmjägerregiments war Burgett quasi ein Kollege der Mitglieder der aus der TV-Serie „Band of Brothers“ bekannt gewordenen „Easy“ Company. Da sie dem gleichen Regiment angehörten, waren auch die Kampfeinsätze beider Einheiten grundsätzlich identisch.

Der erste Unterschied, der zwischen den Büchern der Easy Company (u.a. „Brothers in Battle, Best of Friends“, „Beyond Band of Brothers“ oder „Easy Company Soldier“) und Burgetts Büchern ins Auge fällt, ist der Umfang. Während die Bücher der Easy Company meist um die 300 Seiten umfassen, ist Burgetts Werk 3-4 mal so umfangreich. Der Grund hierfür liegt darin, dass Burgett seine Erinnerungen zeitnah nach der Rückkehr aus dem Krieg niederschrieb, als sie noch wesentlich frischer und dadurch auch detailreicher waren. Manche Aktionen, die rein zeitlich gesehen nur wenige Minuten dauerten, werden von Burgett ausführlich über mehrere Seiten rekonstruiert und dem Leser geschildert.

An dieser Stelle möchte ich auf einen weiteren wesentlichen Unterschied zwischen Burgetts Büchern und der Easy Company hinweisen: die persönliche Beziehungen zwischen den Soldaten und die Bindung zwischen Autor und Leser. Während ich bei den Männern der Easy Company beim Lesen gemerkt habe, wie nahe sie sich standen und wie viel sie miteinander geteilt haben, so habe ich dies bei Burgett sehr vermisst. Ja, natürlich fanden seine Kameraden häufig Erwähnung, doch meist nur im Sinne davon, welche Rolle sie bei diesem oder jenem Einsatz gespielt haben bzw. wer es nicht überstanden hat. Von den besonderen Bindungen zwischen Männern, die gemeinsam durch die Hölle gegangen sind, habe ich leider nicht sehr viel mitbekommen. Dies führte in der Folge auch dazu, dass ich zu Burgett selbst kein so intensives Verhältnis aufbauen konnte wie beispielsweise zu Guarnere oder Malarkey.

Insgesamt gesehen bieten Burgetts Bücher einen sehr guten und detailreichen, wenn auch ungeschönten und dadurch manchmal sehr schwer verdaulichen Einblick in die Erlebnisse eines jungen Soldaten im 2. Weltkrieg im „european theatre of operations“. Seine persönlichen Erinnerungen werden an manchen Stellen durch Kenntnisse ergänzt, die er später über parallel ablaufende Einsätze oder Geschehnisse erlangte und dabei halfen, seine eigene Rolle besser einschätzen zu können. Leider blieb mir persönlich bei all den Fakten die persönliche Ebene zu sehr im Hintergrund, was zu einem Punktabzug führt. Ich komme zusammengenommen auf 3 von 5 M1-Gewehren sowie eine mit oben genannten Einschränkungen verbundenen Empfehlungen für alle Leser, die  sich für die Erfahrungen der Soldaten im 2. Weltkrieg interessieren.

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Nachdem die HBO-Miniserie “Band of Brothers” ausgestrahlt wurde, erschienen einige Biografien über und Erinnerungen von den Männern, die als Mitglieder der Easy Company in dieser Serie porträtiert wurden. Der Autor Marcus Brotherton arbeitete als Co-Autor an der Autobiografie von Lt. Buck Compton mit. Während dieser Zeit lernte er viele andere Männer aus der Easy Company kennen und erfuhr von deren Geschichten, die noch unerzählt waren. Er beschloss, auch diese wertvollen Erinnerungen der Öffentlichkeit zugängig zu machen.

Insgesamt 20 Überlebende der Band of Brothers trugen zu Brothertons Buch bei und sprachen dabei über Dinge, über die sie zum Teil mehr als 60 Jahre Schweigen bewahrt hatten. Im Gegensatz zu seinem Buch „A Company of Heroes“ hat er die einzelnen Erinnerungen der Männer jedoch chronologisch sortiert und vereint so die verschiedenen Stimmen zum gleichen Ereignis, anstatt den Männern nacheinander Raum für ihre Erinnerungen einzuräumen.

Der Vorteil dieses Aufbaus ist, dass man unmittelbar zusammenhängend erfährt, wie unterschiedlich manche Geschehnisse erfahren wurden. So hört man beispielsweise im Kapitel „The day everything changed“, an welchen Orten und unter welchen Umständen die Jungs vom Angriff auf Pearl Harbor erfuhren und wie sie diese Nachricht aufnahmen. Während einige sofort realisierten, dass dies den Eintritt der USA in den Krieg bedeutete und sie sich unmittelbar zur Armee meldeten, waren andere ungläubig gelähmt und begriffen erst in den folgenden Wochen den Umfang der dadurch in Gang gesetzten Ereignisse.

Als nachteilig am Aufbau des Buches empfand ich hingegen, dass es mir als Leser erschwert wurde, eine Bindung zu den einzelnen Männern aufzubauen, da ich immer nur Bruchstücke aus ihrer Geschichte erfuhr. Wenn dann in einem der folgenden Kapitel vom jeweiligen Erzähler auf etwas Bezug genommen wird, was zuvor geschah, so musste ich manches Mal zurückblättern und nochmals nachlesen, um den Zusammenhang zu erkennen.

Als gelungen empfand ich, dass Brotherton sich nicht nur auf das Kriegsgeschehen konzentrierte, sondern bei der Kindheit der späteren Kämpfer begann und auch ihre Erlebnisse nach der Rückkehr aus Europa nicht verschwieg. Ihre Erzählungen, wie sie mit der Gewöhnung an ein ziviles Leben zu kämpfen hatten und mit den Erinnerungen, die sie verfolgten, hat die Perspektive abgerundet und eine Glorifizierung des Kriegseinsatzes verhindert.

Zum Abschluss des Buches hat Brotherton die Familien von 3 Männern der Easy Company interviewt, die selber nicht mehr zu diesem Projekt beitragen konnten. Dieses Beiträge bieten einen guten Ausblick auf Brothertons Folgeprojekt „A Company of Heroes“.

Insgesamt gesehen war ich – wie auch bei „A Company of Heroes“ – froh darüber, mehr über die Mitglieder der Easy Company zu lernen, die vorher nur Namen in den Erzählungen der anderen waren. Jedoch hatte ich einige Schwierigkeiten mit dem gewählten Aufbau des Buches, so dass ich „nur“ auf 3,5 von 5 Flaschen Heineken komme.

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Der Autor Marcus Brotherton hatte schon mehrere Jahre vor dem Verfassen dieses Buches engen Kontakt mit der Easy Company, u.a. als Co-Autor der Memoiren von Lt. Lynn „Buck“ Compton und als Urheber des Buches „We who are alive and remain“, in dem 20 der überlebenden Mitglieder der Easy Company interviewte und ihre Geschichten erzählte.

Was eigentlich als Anhang zu „We who are alive an remain“ gedacht war, entwickelte seine eigene Dynamik: die Leben derjenigen zu bewahren, die nicht mehr unter den Lebenden weilen. Das Ergebnis dieser Dynamik ist das vorliegende Buch, in dem die Angehörigen und Freunde von 26 Männern der Easy Company die Erinnerungen an ihre Liebsten wieder lebendig werden lassen.

Obwohl Brotherton das Material seines Buches aus Interviews mit den Beteiligten gewonnen hat, gießt er dieses Material in die Form eines Essays aus dem Munde eines der Angehörigen. Als Leser hört man damit nicht dem Autor zu, sondern demjenigen, der die Erinnerung an seinen Vater, Bruder, Onkel oder Freund bewahren möchte. Dadurch wird dem außenstehenden Leser ein sehr persönlicher Zugang gewährt, der mich auf emotionaler Ebene sehr berührt hat.

In insgesamt 4 Abschnitten, von denen sich 3 jeweils mit Mitgliedern der Easy Company beschäftigen, die den Krieg überlebt haben, aber bis zur Niederschrift des Buches schon verstorben waren, die als einfache Soldaten, Unteroffiziere oder Offiziere gedient haben. Obwohl diese Männer aus dem Krieg in ihre Heimat zurückkehrten, so können sie doch nicht pauschal als glückliche Heimkehrer abgestempelt werden. Manche wurden im Krieg schwer verletzt und kämpften nun damit, sich ein neues Leben aufzubauen. Andere wiederum kehrten körperlich unversehrt oder wieder gesundet zurück, trugen aber ihre seelischen Lasten mit sich herum, die z.T. nicht einmal durch ein gesundes Umfeld im Kreis der Familie aufgefangen werden konnten. Bei viel zu vielen Beiträgen blickten die Erzähler auf ein schwieriges Leben ihrer Angehörigen und Freunde zurück, dass durch Alpträume, Verbitterung, Verunsicherung und Alkohol geprägt war. So mancher versuchte, seine Erinnerungen im Alkohol zu ertränken und ertrank dabei selbst mit. Doch es gab auch Soldaten, die ihr ziviles Leben meisterten und eine glückliche Familie gründeten, die ihnen den Halt gab, um die im Krieg durchlebten Gräuel zu verarbeiten.

Von den im letzten Abschnitt Porträtierten hatte leider keiner die Gelegenheit, sich mit dem Leben nach dem Krieg auseinander zu setzen, da sie alle ihr Leben im Krieg ließen und damit das höchste Opfer brachten. Wenn man liest, wie allein die Erwähnung ihrer Namen den überlebenden Soldaten vor Rührung die Tränen in die Augen trieb und sie die Zurückgebliebenen in den höchsten Tönen loben, so konnte ich nicht anders als mit ihnen zu trauern – um die Männer, die sie waren und die Männer, die sie hätten werden können.

Insgesamt gesehen hat Brotherton mit diesem Buch eine bewegendes Denkmal für die Männer der Easy Company geschaffen, die ihre Geschichte nicht mehr selbst erzählen konnten. Dank dieser Erzählungen bekamen viele Personen ein Gesicht und einen Hintergrund, die in den zuvor von mir gelesenen Büchern nur Namen waren. Wer sich mit der Easy Company beschäftigt, für den sollte kein Weg an diesem Buch vorbeigehen. Ich vergebe 4 von 5 Überseepaketen.

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Der Untertitel des Buches fasst den Inhalt gut zusammen und macht deutlich, in welchen Gefilden ich lektüretechnisch immer noch unterwegs bin: „The Authorized Biography of Sergeant Darrell „Shifty“ Powers, the Legendary Sharpshooter from the BAND OF BROTHERS“.

Obwohl Shifty Powers zwar in jedem Einzelnen der Büchern der anderen Männer der Easy Company erwähnt wurde, so hatte er doch meist nur Kurzauftritte und erwähnenswert war vor allem sein überragendes Talent beim Umgang mit dem Gewehr. Doch wer war dieser Mann, den zu beschießen es sich nicht lohnte, wenn er seine M1 dabei hatte?

Geboren wurde Shifty in einem kleinen Bergbaustädtchen namens Clinchco geboren und wuchs dort in der ländlichen Umgebung auf. Schon von klein auf begleitete er seinen Vater auf Jagdausflügen und lernte dabei die Aufmerksamkeit und Beobachtungsgabe, die ihn nicht nur zu einem exzellenten Schützen werden ließen, sondern die ihm und seinen Kameraden im Krieg später das Leben rettete.

Als der Krieg nach dem Angriff auf Pearl Harbor das Leben in den USA von heute auf morgen veränderte, meldete sich Shifty gemeinsam mit Popeye Winn freiwillig zu den Fallschirmjägern, von wo aus sein Weg als einer der Toccoa-Männer über die zahlreichen Trainingscamps bis zur Operation Overlord, der Invasion der Normandie führte. Als einer von ganz wenigen seiner Einheit überstand Shifty diesen Einsatz und alle folgenden ohne schwerwiegende Verletzungen, doch als er gegen Ende des Krieges während einer Lotterie unter den Männern des 506. Regiments ausgewählt wird und ein Ticket nach Hause gewinnt, wird er ausgerechnet auf dem Weg zurück zu seiner Familie noch auf den Bergstraßen Österreichs in einem Autounfall schwer verletzt.

Doch Shifty wäre nicht Shifty, wenn er sich davon unterkriegen ließe und so übersteht er den Genesungsprozess mit stoischer Ruhe, um anschließend nach Clinchco in seine Heimatstadt zu seiner Familie zurückzukehren. Wie schwer ihm die Wiedereingewöhnung in das zivile Leben fiel, bleibt in der Folge nicht unerwähnt, doch seine Frau und seine Kinder geben ihm den notwendigen Rückhalt für ein stabiles Leben. Als er im Juni 2009 stirbt, wird er in einer stillen Zeremonie im Kreis seiner Familie und seiner Freunde beigesetzt.

Was ich mir beim Lesen dieses Buches immer wieder mühsam bewusst machen musste, ist das ich nicht die Autobiografie dieses beeindruckenden Mannes las, der mit Ruhe und Beharrlichkeit sein Leben meisterte, sondern die Biografie verfasst von Marcus Brotherton. Der Grund dafür, dass ich mich so sehr in Shiftys Erzählung verlieren konnte, liegt zum einen darin, dass die eigentliche Biografie aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Der Autor hat im Vorwort seine Gründe für diesen ungewöhnlichen Schritt erläutert und das Ergebnis gibt ihm recht. Aufgrund seiner zahlreichen früheren Gespräche mit Shifty selbst und mit dessen Verwandten und seinen Kameraden aus der Easy Company hat Brotherton nicht nur das Fundament für dieses Buch legen können, sondern er hat die Persönlichkeit von Shifty in seinem Schreibstil eingefangen, so dass ich beim Lesen des Buches meinte, ich würde Shifty zuhören, wie er über sein Leben erzählt. Und dies ist der zweite Grund dafür, dass mich das Buch so sehr gefangen nahm.

Im Nachwort des Buches nimmt sich der Autor nicht nur die Zeit für Danksagungen, sondern er listet pro Kapitel nochmals auf, welche Darstellung auf welchen Quellen beruht und wo er einige Details im Rahmen der schriftstellerischen Freiheit eingefügt hat, um das Geschehen plastischer zu gestalten.

Insgesamt gesehen hat mich dieses Buch von allen, die ich bisher von und über die Männer der Easy Company gelesen habe, am meisten beeindruckt. Zum Einen liegt das an Shifty selbst und seiner Persönlichkeit, zum Anderen liegt es aber auch an dem von Brotherton gewählten Stil, der einen viel intensiveren Zugang zu Shiftys Erinnerungen gewährt als dies bei einer formalen Biografie möglich wäre. Dafür vergebe ich 4,5 von 5 Eichhörnchen.

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Ebenso wie die Männer, deren Autobiografien und Biografien ich zuvor gelesen hatte, war Don Malarkey Mitglied der Easy Company, die als Fallschirmjägereinheit im 2. Weltkrieg gekämpft hat – vom Sprung in die Normandie zum D-Day bis zur Eroberung von Berchtesgaden und Hitlers Adlerhorst zu Kriegsende.

Don Malarkey war als einer der Toccoa-Männer von Anfang an dabei, hat die Schikanen von Captain Sobel ertragen, durchlief die zahlreichen Trainingslager in den U.S.A. und England, sprang in die Normandie, kämpfte in Holland und überstand die Schlacht um Bastogne. Doch was dort geschah, trieb ihn an den Rand der Klippe und so lernen wir Malarkey zu Beginn in seiner Autobiografie kennen: an einem Feuer in den Wäldern um Bastogne stehend und sich mit der Überlegung tragend, ob er sich nicht eine Kugel ins Bein jagen sollte, um aus dieser Hölle zu entkommen. Doch was bringt diesen jungen Mann, der von seinen Kameraden hoch geachtet und geschätzt wird, an diesen Punkt?

Beginnend mit seiner Kindheit und Jugend, die er in Astoria, einer Kleinstadt an der Pazifikküste verbrachte, breitet Malarkey vor dem Leser sein Leben bis zu diesem Zeitpunkt aus. Obwohl er manchmal etwas heißblütig ist und unüberlegt handelt, so gehört er doch zum harten Kern der Easy Company und war einer der zuverlässigsten Soldaten. Als er während der Kämpfe in der Normandie und in Holland grauenhafte Dinge erlebt, helfen ihm seine engsten Freunde in der Einheit, damit umzugehen. Wenn alle zusammenstehen, dann wird es einfacher, das Schlimme in eine dunkle Ecke zu packen und nicht mehr daran zu denken. Doch als erst Joe Toye und Bill Guarnere schwer verwundet werden und wenige Tage später sein bester Freund Skip Muck getötet wird, verliert Malarkey seine Balance und ist nahe daran, zusammenzubrechen. Dass er es letztlich schafft, auf den Beinen zu bleiben, weiter seinen Dienst zu tun und sich um die Männer zu kümmern, für die er als Sergeant verantwortlich ist, das ist es, was die Männer der Easy Company auszeichnet: ihr unbedingter Wille, nicht aufzugeben. Und dafür bewundere ich sie sehr, insbesondere nachdem ich Malarkeys eindringliche Schilderungen seiner Gefühle und Gedankengänge gelesen habe.

Ein Thema, welches bisher nur von Malarkey aufgegriffen wurde, ist die Verbindung der Männer zu den zurückgebliebenen Frauen ihrer Kameraden. Nachdem Skip Muck in den Ardennen getötet wurde, fühlte sich Malarkey dafür verantwortlich, dessen Verlobten einen ausführlicheren Brief zu schreiben als das obligatorische Telegramm der Army. Da Malarkey die Geliebte seines besten Freundes aus dessen zahlreichen Schilderungen schon beinah persönlich zu kennen glaubte, war es für ihn eine Selbstverständlichkeit, ihr nach dem Tod von Skip so gut als möglich beizustehen und sie in ihrer Trauer zu stützen. Die Bindungen zwischen den einzelnen Männern beschränkten sich somit nicht nur auf das Schlachtfeld, sondern sie teilten sich auch ihre privaten Briefe und Geschichten über ihr Leben vor der Armee, so dass die in diesen Leben vorkommenden Frauen mit in die „Familie“ aufgenommen wurden.

Obwohl Malarkeys Biografie rein von den Fakten her nichts grundlegend Neues zu den Schilderungen von Winters und Guarnere/Heffron beitragen konnte, so hat er dennoch einen neuen emotionalen Blickwinkel auf die Geschehnisse eröffnet und andere Punkte in den Fokus gerückt, so dass ich froh darüber bin, auch dieses Buch gelesen zu haben. Für seine eindringlichen Beschreibungen komme ich auf 4 von 5 Rosenkränzen.

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Wie sehr mich die Geschichte der Easy Company der 2. Battalions des 506. Paratrooper Infantry Regiments der 101. Army Airborne Division fasziniert, macht sich vielleicht nicht nur dadurch bemerkbar, das in den letzten Tagen/Wochen kein anderes Thema auf meinem Blog mehr auftaucht, sondern auch dadurch, dass ich nach der Autobiografie von Dick Winters („Beyond Band of Brothers“) nun auch noch die Biografie von Larry Alexander gelesen habe.

Rein inhaltlich betrachtet unterscheiden sich die beiden Bücher kaum, da sie das Leben des selben Menschen beschreiben, wobei Alexander ein paar mehr Fakten und Details über Winters Familie und deren Herkunft einstreut. Doch worin sich die beiden Bücher wirklich unterscheiden, das sind wie so oft die Details.

Bei Winters Autobiografie habe ich angemerkt, dass mir die emotionale Bindung zu Winters fehlte, ich oft nicht so genau wusste, wie er die Situation empfand und dass er seine Zuflucht in Lektionen über Führungsqualitäten suchte. Larry Alexander hat hier meiner Ansicht nach einen besseren Einblick in den Charakter von Winters vermittelt als dies Winters selbst konnte oder wollte. Aus seinen vielen Gesprächen mit Winters und dank des Zugangs zu dessen Archiv war Alexander in der Lage, den Menschen Winters zu porträtieren, der sich hinter dem Major Winters verbarg. Zwar lässt Alexander überhaupt keinen Zweifel an den Führungsqualitäten von Winters, doch er zeigt auch, dass auch Winters selbst nicht vor den Schrecken des Krieges gefeit war, auch wenn er es besser zu verbergen wusste.

Auch anhand der ausgewählten Szenen und Details, die Alexanders Biografie von Winters Autobiografie unterscheiden, lernt man nochmals eine andere Seite dieses Mannes kennen. Denn in den kleinen Szenen, die Winters selbst nicht erwähnte, kommt sein Sinn für Humor zum Tragen, der mir Winters ein Stück sympathischer werden ließ.

Obwohl Winters eine steile Karriere in der Armee hinlegte und innerhalb von nicht ganz 3 Jahren zum Major befördert wurde, fühlte er sich den einfachen Soldaten und Unteroffizieren dennoch immer mehr verbunden als den Colonels und Generals in den höheren Rängen. So lässt er seinen Soldaten dann auch bei der Eroberung von Berchtesgaden und Hitlers Adlerhorst ihren Anteil an der Beute, wohl wissend, dass sich die höheren Offiziere selbst nur schadlos halten würden ohne an diejenigen zu denken, die die eigentliche Arbeit geleistet haben im Kampf. Selbstlos wie Winters ist, erwähnte er diese Tatsache nur nebenher, doch der ausführlichere Bericht in Alexanders Biografie rückt Winters Verhalten erst in das rechte Licht und zudem birgt diese Schilderung auch noch einiges Potential zum Schmunzeln.

Insgesamt gesehen habe ich es nicht bereut, sowohl Winters Autobiografie als auch die Biografie von Larry Alexander gelesen zu haben, da sie beide auf ihre Art und Weise einen besonderen Menschen vorstellen. Müsste ich mich jedoch zwischen beiden Büchern entscheiden, so würde meine Wahl auf dieses Buch hier fallen. Dementsprechend vergebe ich auch 4 von 5 kugelsicheren Autofenstern.

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Meine “Band of Brothers”-Phase halt an und nach der Doppelautobiografie von “Wild Bill” Guarnere und “Babe” Heffron folgte die Autobiografie von Dick Winters. Im Gegensatz zu den beiden vorgenannten jungen Männern aus Philadelphia, die sich nach dem Angriff auf Pearl Harbor zur Armee gemeldet haben, trat Winters bereits vor diesem einschneidenden Ereignis der U.S.-Army bei. Ursprünglich wollte Winters nach seinem Collegeabschluss lediglich sein Pflichtjahr bei den Streitkräften ableisten, bevor er sich dem Arbeitsleben stellte. Doch mit dem Angriff Japans auf den Marinestützpunkt auf Hawaii änderte sich alles und aus den einst geplanten 12 Monaten werden mehrere Jahre, die Winters bei der Armee verbringt.

Seine Karriere begann Winters als einfacher Private bei einer Infanterieeinheit, doch schon bald bewarb er sich angesichts der Inkompetenz einiger Offiziere um eine Aufnahme an die Offiziersschule, die er als 2nd Lieutenant verließ um den Fallschirmjägern der 101. Division beizutreten. Wie Guarnere auch durchlief er das komplette Trainigsprogramm in Camp Toccoa, die Sprungschule in Fort Benning und die Schikanen von Captain Sobel, dem kommandierenden Offizier der Easy Company, unter dem er zum 1st Lieutenant und damit stellvertretendem Befehlshaber der Easy Company befördert wurde.

Als der Tag der Tage gekommen war und die Easy Company an der Invasion in der Normandie teilnahm, übernahm Winters das Kommando über die Einheit, da ihr Befehlshaber als im Kampf verschollen galt – später wurde bekannt, dass sein Flugzeug abgeschossen wurde. In den folgenden Tagen zeichnete sich Winters nicht nur durch seine taktischen Fähigkeiten aus, sondern auch durch seinen Führungsstil, dementsprechend er seinen Männern als Vorbild in den Kampf führte und sie nicht durch Furcht vor sich trieb. Dies brachte ihm nicht nur den Respekt seiner Männer ein, sondern auch der Battalionsstab wurde auf ihn aufmerksam und betreute ihn in der Folge mit entscheidenden Missionen, durch die er die Easy Company bestmöglich führte. Während der Operation „Market Garden“ in Holland und den folgenden Stellungskämpfen, die Winters bereits als Captain befehligte, wurde er in den Battalionsstab versetzt, so dass er nun nicht mehr nur für die Easy Company zuständig war, sondern auch für die beiden Schwesterkompanien Dog und Fox.

Diese Stellung innerhalb der militärischen Struktur des 506. Regiments ist es auch, die Winters einen besseren Überblick über das Geschehen und die angestrebten taktischen Ziele gibt als dies Guarnere und Heffron in ihren Rollen als Unteroffiziere möglich war. Obwohl Winters sein Wissen auch dem Leser gegenüber weitestgehend offen legt, so wird doch deutlich, dass auch er nur ein Rädchen in einem riesigen Getriebe war. Bewunderswert ist es, dass Winters nicht die Vorteile seiner neuen Position ausnutzt, um sein Leben an der Front erträglicher zu machen, sondern ihm liegt immer noch das Wohlergehen der Männer am Herzen, die unter seinem Befehl stehen. Um die Moral zu stärken, hält er z.B. auch im tiefsten Winter in Bastogne an seiner morgendlichen Rasur fest, auch wenn er dazu erst das Eis auf dem Wassereimer durchbrechen musste. Mit solchen Zeichen, die den Männern vor Augen führen, dass Winters ihre Entbehrungen mit ihnen teilt und sie ihn dennoch nicht dazu bringen können, sich dem Druck des Krieges und des unwirtlichen Wetters zu beugen, nimmt er die Rolle des Fels in der Brandung ein, der strauchelnden Kämpfern wieder Halt bietet.

Obwohl Winters engen Kontakt zu den Soldaten seiner Einheit hält und sie fast so gut kennt wie sich selber, so wahrt er als Offizier dennoch eine gewisse Distanz zu den einfachen Soldaten und ihren Unteroffizieren, genau so wie es die Direktive vorgab. Den engsten Freund, den Winters in der Armee fand, fand er in Lewis Nixon. Als trinkfester Lebemann stellte Nixon zwar das komplette Gegenteil von Winters ruhigen, in sich gekehrten Charakter dar, doch wie so oft ziehen sich Gegensätze an und ergänzen sich, wie auch in diesem Fall. Falls Winters sich jedoch nicht gerade an der Gesellschaft von Nixon erfreute, verbrachte er viel Zeit für sich mit Reflexionen über das was bereits geschehen war, was noch geschehen könnte und welche Rolle er zu übernehmen hätte. Zur Beruhigung und als Entspannung diente ihm oft die Lektüre der Bibel und so oft es möglich war, besuchte er Gottesdienste.

Sein introspektiv veranlagter Charakter war es dann auch, der mich daran gehindert hat, trotz des mitreißenden Schreibstils vom Buch gefangen genommen zu werden. Zu oft hatte ich den Eindruck, dass Winters bewusst über seine eigenen Gefühle und persönlichen Gedanken hinweggeht und sich stattdessen in Lektionen über Führungsqualitäten ergeht. Obwohl diese referierenden Passagen bei Weitem nicht überwogen und sie auch ihre Berechtigungen haben – Winters führt genügend Beispiele dafür an, was ein unfähiger Befehlshaber für Schaden anrichten kann – so war ich doch viel gespannter darauf, wie der Mensch Winters das Geschehen erlebt hat. Aus diesem Grund komme ich dann auch „nur“ auf 3,5 von 5 von Winters typischen Understatements.

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Nachdem ich Ambrose Buch über die Erlebnisse der Easy Company, einer Gruppe von Fallschirmjägern im 2. Weltkrieg vom D-Day in der Normandie bis zum Besatzungsdienst in Österreich gelesen hatte, wollte ich unbedingt mehr über die Männer dieser Einheit erfahren, denen mit der HBO-Serie „Band of Brothers“ ein filmisches Denkmal gesetzt wurde.

In diesem Buch haben zwei der Mitglieder der Easy Company, die nicht nur durch ihre gemeinsame Herkunft aus Philadelphia, sondern auch durch gemeinsame Erlebnisse im Krieg zusammengeschweißt wurden, ihre Erinnerungen niedergeschrieben. Während Guarnere als Toccoa-Veteran bereits seit der Gründung der Einheit dabei war, kam Babe erst nach den Kämpfen in der Normandie als Ersatz zur Easy Company. Obwohl es zwischen den Veteranen und den Neuankömmlingen eine unsichtbare Barriere gab und von Seiten der Veteranen eine schützende Distanz eingehalten wurde, knüpften die beiden Philly-Jungs schnell eine tiefe Freundschaft, die auch der Rangunterschied zwischen dem Sergeant und dem einfachen Soldaten nicht beeinträchtigte.

Während in Ambrose „Band of Brothers“ der Werdegang der gesamten Company porträtiert wurde und trotz der Wiedergabe der Erlebnisse Einzelner eher das größere Ganze im Mittelpunkt stand, ermöglichen die Erinnerungen dieser beiden Männer einen viel persönlicheren Einblick. Es geht weniger um die taktischen Hintergründe oder die Bedeutung einer bestimmten Mission, sondern darum, wie die Männer diese Mission durchlebt haben, was sie dabei fühlten und wie sie mit dem umgingen, was sie gesehen und getan haben.

Dadurch, dass in diesem Buch die Memoiren zweier Mitglieder der Easy Company kombiniert werden, haben Wild Bill und Babe die Möglichkeit, sich gegenseitig zu ergänzen, Lücken zu füllen oder das gleiche Ereignis aus verschiedenen Perspektiven darzustellen. Hier merkt man auch die Freundschaft, die beide seit über 60 Jahren miteinander verbindet, denn an neckenden Kommentaren sparen beide nicht. Doch der immer wieder durchscheinende Humor kann die Härten des Krieges nicht überdecken, besonders als Guarnere während der Kampf um Bastogne schwer verletzt wird und Heffron mit ansehen muss, wie sein Freund blutend im Schnee liegt und seine Verwundung möglicherweise nicht überlebt.

Doch Guarnere ist hart im Nehmen und dank der schnellen Reaktion seiner Männer, der Sanitäter und Ärzte verliert er nur sein Bein und nicht sein Leben. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst behält er die Rolle bei, die er auch schon während der Einsätze innehatte: als moralisches Rückgrat und Bindeglied der Einheit. So erfährt man auf den letzten Seiten nicht nur von den regelmäßigen Zusammenkünften der Männer der Easy Company, die Guarnere organisiert hat, sondern auch vom regen Austausch, den er auch sonst mit seinen Kameraden aufrecht erhielt. Und natürlich darf Babe Heffron nicht unerwähnt bleiben, der nach dem Krieg wieder in die Nachbarschaft von Wild Bill zurückkehrte und seitdem nicht mehr von seiner Seite wich.

Obwohl es rein inhaltlich betrachtet größtenteils mit Ambrose Sachbuch identisch ist und ebenfalls die Zeit von der Gründung und der Ausbildung der Easy Company in Camp Toccoa über die verschiedenen Kampfeinsätze in der Normandie, Holland, Belgien und Deutschland bis zum Besatzungsdienst in Österreich abdeckt, so hat mich dieses Buch auf einer viel persönlicheren Ebene fasziniert. Da ich die eigenen Erinnerungen der zwei Männer gelesen habe, fühlte ich mich ihnen viel mehr verbunden und obwohl ich bereits aus meiner vorherigen Lektüre wusste, wie sie den Krieg überstehen werden, bangte ich mit ihnen mit. Auch die teilweise umgangssprachliche Ausdrucksweise, die mich sonst vielleicht gestört hätte, trug hier nur noch mehr zur Wirkung des Buches bei. Für die bewegende Lektüre, die mich auch während der kürzesten Lesepausen nicht losließ, komme ich auf 4 von 5 Jitterbugs.

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Der Name Bud Spencer dürfte so ziemlich jedem ein Begriff sein, egal ob jung oder alt. Schließlich laufen die „Hau drauf“-Filme dieses Hünen in regelmäßigem Abstand im Fernsehen. Doch wie viele Leute kennen den Namen Carlo Pedersoli? Und selbst wer weiß, dass dies ein italienischer Schwimmchampion ist, der an mehreren olympischen Spielen teilgenommen hat, wer kann die Verbindung zu Bud Spencer ziehen? Dank dieser Autobiografie dürften es jetzt jedenfalls ein paar mehr sein, denn in ihr kommen sowohl Carlo Pedersoli als auch Bud Spencer zu Wort, die beide Aspekte ein und derselben Person verkörpern.

Carlo Pedersoli wurde am 31. Oktober 1929 in Neapel als Sohn eines reichen Industriellen geboren und genoss eine sorgenlose Kindheit, der jedoch der 2. Weltkrieg ein Ende bereitete, als die Fabrik seines Vaters zerstört wurde. Als begnadeter Schwimmer ging es ihm jedoch immer noch besser als vielen seiner Landsleute und dank seiner Sportlerkarriere kommt er in Italien herum. Nach Ende des Krieges beschließt sein Vater nach Brasilien und später nach Argentinien auszuwandern und sich dort ein neues Leben aufzubauen. Obwohl diese Phase nur 4 Jahre andauert, begründet sie Pedersolis Verbundenheit mit der ursprünglichen Wildnis der Urwälder Südamerikas.

Zurück in Italien tritt der Schwimmsport wieder in den Vordergrund und Pedersoli hat die Gelegenheit, an mehreren olympischen Spielen teilzunehmen. Dazwischen schlägt er sich mit diversen Jobs mehr schlecht als recht durch und hat schließlich einen beträchtlichen Schuldenberg angehäuft. Um diesen wieder abzutragen, verschlägt es ihn erneut nach Südamerika, wo er einen lukrativen Job nutzt, um seine Finanzen wieder zu bereinigen. Seiner Heimat Italien bleibt er so wiederum einige Jahre fern, doch wie es im Buch so schön heißt: „Alle Straßen führen zurück nach Rom“.

Nachdem er dort seine künftige Ehefrau kennengelernt und schließlich geheiratet hat, schlägt er sich wiederum mit diversen Jobs durch. Auf finanzielle Unterstützung durch die wohlhabende Familie seiner Frau will er nicht angewiesen sein und lehnt diese stets stolz ab. Zum Film kommt er erst recht spät und nur durch Zufall. Nach einigen Statistenrollen erhielt er ein Angebot für einen sog. Italo-Western, wo er an der Seite von Mario Girotti, besser bekannt als Terence Hill, spielen sollte. Mit „Gott vergibt … Django nie!“ wurde das unverwechselbare Duo Bud Spencer & Terence Hill geboren, das nachfolgend noch viele gemeinsame Filme drehte, die in Italien allesamt Kassenschlager waren.

Diese Filme sowie seine Solo-Projekte nehmen in der zweiten Hälfte der Autobiografie für meinen Geschmack zu viel Raum ein. Sie spielen sicherlich eine große Rolle, doch wenn man nur in einem Nebensatz erfährt, dass er einen Sohn und zwei Töchter hat, dann stimmt für mich das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben nicht mehr.

Dies ist aber auch das einzige große Manko an dieser sonst sehr gut lesbaren Autobiografie, die Pedersoli seinem jüngeren Selbst als eine Schilderung  seines zukünftigen Lebens angelegt hat. Der lockere Tonfall nahm mich während des Lesens gefangen und bei vielen der erwähnten Filme hatte ich Bilder vor Augen und nach Beendigung der Lektüre haben sich bei mir 3 Wünsche ergeben:

  • der 2. Teil der Autobiografie von Bud Spencer „In achtzig Jahren um die Welt“
  • eine Biografie über Terence Hill
  • eine Box mit den Filmen des bekannten Duos

Für dieses Buch komme ich insgesamt auf 3,5 von 5 Portionen Spagetti Bolognese.

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