Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archiv für die Kategorie ‘Interessantes auf dem Markt’

Als ich aus dem Urlaub zurückkommend in meinem Briefkasten eine Benachrichtigungskarte der Post vorhand, war ich leicht irritiert, da ich keine Päckchen & Co. erwartete. Die Irritation steigerte sich noch ein ganzes Stück, als mir die Dame von der Postfiliale ein längliches Paket überreichte, auf dem ein Aufkleber von “untot-in-deutschland.de” samt passendem Logo prangte.

Endlich wieder zu Hause angekommen konnte ich es natürlich kaum erwarten, meine mysteriöse Postsendung zu öffnen. Da mir der Inhalt ein breites Grinsen aufs Gesicht gezaubert hat, möchte ich ihn euch natürlich nicht vorenthalten:

Dieses überaus hilfreiche Plakat enthält die wichtigsten Verhaltensregeln im Falle eines Zombieausbruchs, wie z.B. “Verbarrikadiere Türen und Fenster”, “Alles ist eine Waffe” oder – mein besonderer Liebling – “Trophäen sammeln verboten”.

Damit ihr auch einen guten Blick auf das Plakat erhaschen könnt, habe ich es mit natürlich thematisch passenden Büchern beschwert. Alternativ könnt ihr das Plakat auch direkt bei der ZAU herunterladen: klick

Abgesehen davon, dass ich euch dieses Prachtstück nicht vorenthalten wollte, gibt es einen zweiten Grund für diesen Post: Ich habe absolut keine Ahnung, wem ich dieses Geschenk verdanke, vermute jedoch einen Zusammenhang mit meinen hier unlängst verkündetem Zustand der Zombiefiziertheit. Daher also an dieser Stelle:

Herzlichen Dank!

Ganzen Post lesen »

Im Gegensatz zu den letzten Jahren wird es dieses Jahr keinen ausführlichen Messebericht von mir geben. Denn durch etliche Treffen mit Autoren, Verlegern und anderen Rezensenten wurde es dieses Jahr ein sehr persönliches Erlebnis, dass mir noch länger im Gedächtnis bleiben wird und das ich dort gern bewahre.

Daneben gab es natürlich auch einen mehrtägigen Rundgang durch alle 4 Messehallen mit Abstechern in jeden Bereich. Enttäuscht war ich dabei allerdings von der Präsenz der E-Book Reader – bzw. der fehlenden Präsenz. Lediglich der Oyo von Thalia war ausgestellt und zum Ausprobieren freigegeben. Von Sony, Kindle, Kobo & Co. fehlte leider jede Spur. Schade!

An Lesungen gab das diesjährige Programm u.a. folgendes her:

  • Frances G. Hill – Sturm im Elfenland
  • Jonas Wolf – Heldenwinter
  • Boris Koch – Justifiers: Sabotage
  • Cassandra Clare – City of Fallen Angels
  • Jennifer Benkau – Dark Canopy
  • Siri Lindberg – Nachtlilien

Und natürlich gibt es auch einige Neuzugänge zu verzeichnen, die gleich im Wochenrückblick folgen werden.

Fazit: Es war wieder eine tolle Messe (dieses Jahr ganz besonders!) und ich freue mich bereits auf 2013!

Ganzen Post lesen »

Strahlender Sonnenschein begrüßte uns

Strahlender Sonnenschein begrüßte uns

Wie bereits in den vergangenen Jahren galt auch für meine Cousine und mich dieses Mal wieder, dass ein Tag einfach nicht genug ist, um sich auch nur halbwegs gründlich auf der Leipziger Buchmesse umzuschauen. Deswegen ging es nach einigen Stunden Erholungsschlaf wieder los. Ähnlich wie am Vortag waren die Straßenbahnen zum neuen Messegelände wieder voll, aber auf der Messe selbst war es merkbar ruhiger und man konnte sich auch mal ungestört an einem Stand umsehen ohne ständig angerempelt zu werden.Das dieses Jahr wieder ein neuer Besucherrekord aufgestellt wurde, hat man zu diesem Zeitpunkt nicht gemerkt.

Diesen Tag begannen wir in Halle 3, wo mich die Ausstellungsstücke im Bereich „Buch+Art – Kunst rund um das Buch“ fasziniert haben. Hier einige Impressionen:

Ebenfalls in dieser Halle waren die Antiquariatsmesse sowie der Hörbuchbereich angesiedelt. Im Vorfeld bin ich auf das Hörbuch „Im Marterturm der Leuchtenburg“ aufmerksam geworden, welches auf der Messe vorgestellt werden sollte. Da die Leuchtenburg in Kahla in der Nähe meiner Heimat liegt, wollte ich mir diese Produktion einmal genauer anschauen, aber leider konnte ich es bei unserem Rundgang durch den Hörbuchbereich nicht entdecken. Der Fluch der kleinen Verlage – sie sind zu klein, um Aufmerksamkeit zu erregen und selbst auf Gemeinschaftsständen ist es schwer, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen.

Antiquariatsmesse

Antiquariatsmesse

Das Hörbuchforum

Das Hörbuchforum

Nach einem kurzen Abstecher in Halle 5 mussten wir uns langsam auf den Weg zu unserer ersten Lesung machen. Eigentlich hatte ich mir schon Gesa Schwartz’ Lesung aus ihrem zweiten Roman um den Gargoyle Grim „Das Erbe des Lichts“ vorgemerkt, jedoch waren wir vom Mittagessen zu sehr abgelenkt und haben diesen Termin verschwitzt. Da mir der erste Teil aber gut gefallen hat, spekuliere ich auf eine weitere autorenbegleitete Leserunde auf Leserunden.de, so dass es mir nicht ganz so viel ausgemacht hat, die Lesung verpasst zu haben.

Ju Honisch in Aktion

Ju Honisch in Aktion

Allerdings kann ich nicht abstreiten, dass ich sehr froh darüber war, die Lesung von Ju Honisch aus ihrem neusten Buch nicht verpasst zu haben. Durch ihre Ausbildung zur Sängerin und Tätigkeit als Liedermacherin sind ihre Lesungen immer ein Erlebnis. Nur wenige Autoren sind in der Lage, so betont und stimmungsvoll aus ihren Büchern vorzutragen. Das ist auch der Grund dafür, dass ich während der Lesung sehr große Lust verspürt habe, wieder in die Welt von „Obsidianherz“ einzutauchen, in der auch „Jenseits des Karusells“ spielt. Obwohl die Geschichten aus „Das Obsidianherz“, „Salzträume“ und „Jenseits des Karusells“ unabhängig voneinander gelesen werden können, möchte ich sie aber doch in der richtigen Reihenfolge lesen, so dass zunächst „Salzträume“ auf meiner Wunschliste steht.

Nordisches Forum

Nordisches Forum

Im Anschluss ging es zu einem weiteren Bookcrossingtreffen auf der Messe. Nach einem kurzen Plausch blieben wir gleich in Halle 4 und schlenderten dort noch etwas durch die Reihen der Messestände. Diesmal widmeten wir uns vornehmlich dem Bereich der internationalen Verlage, insbesondere dem Nordischen Forum. Dies war eine gute Einstimmung auf den diesjährigen Ehrengast der Frankfurter Buchmesse: Island.

Jan Michalsky, Autor von "Süd Salatonien"

Jan Michalsky, Autor von "Süd Salatonien"

Schon bald darauf brachen wir zu den letzten Lesungen für dieses Mal auf, wobei wir uns allerdings trennten. Während meine Cousine Stephan Russbülts Vortrag aus „Dämonengold“ lauschte, habe ich mich zu Jan Michalskys Lesung aus seinem parodistischen Fantasyroman “Süd Salatonien” begeben. Die Protagonisten sind der melancholisch-depressive Choleriker und Hobby-Sadist Pein Eppel und sein idealistischer Begleiter und selbsternannter Leibwächter Starvarius – beide Salatonier, die nächste Stufe des intelligenten Lebens nach dem Menschen. Selten in letzter Zeit habe ich so gelacht wie aufgrund der Auszüge aus dem Buch des jungen Autors. Obwohl ich mir eigentlich vorgenommen hatte, mir kein Buch zu kaufen, konnte ich nicht anders als den Autor und den kleinen, aber mutigen Verlag zu unterstützen, der sein Buch veröffentlich hat. :-)

So viele Bücher, so wenig Zeit!

So viele Bücher, so wenig Zeit!

Nachdem ich meine Cousine am vereinbarten Treffpunkt abgeholt und sie somit vor dem weiteren Genuss schmalztropfender Lektüre bewahrt habe, sind wir nochmals in Halle 5 aufgebrochen, wo es zum Abschluss des Tages noch einen kurzen Einblick in die Ausbildungsmöglichkeiten „rund ums Buch“ gab, bevor wir schließlich erschöpft den Heimweg antraten. Ein Wunsch hat sich in mir während dieses Wochenendes umso eindringlicher manifestiert: Wäre es nicht toll, wenn man beim Buchkauf gleichzeitig auch die Zeit dazubekommen würde, die man braucht um das Buch zu lesen? Das wäre doch echt schön – zu schön um wahr zu sein. *seufz* Nichtsdestotrotz ist der nächste Messebesuch bereits in Planung. Und bevor es dann vom 15.-18. März 2012 wieder heißt „Willkommen zur Leipziger Buchmesse“, geht es im Herbst erstmal nach Frankfurt.

Ganzen Post lesen »

Vom 17. bis zum 20. März war es wieder soweit und die Türen der Leipziger Messehallen haben sich wieder für viele tausend Besucher geöffnet. Und wieder waren meine Cousine und ich mitten drin.

Leipziger Buchmesse 2011

Für uns begann das Erlebnis „LBM 2011“ diesmal allerdings erst am Samstag Morgen. Freitag Abend waren wir zwar willig, am größten Lesefestival „Leipzig liest“ teilzunehmen, jedoch sagte uns keine der Veranstaltungen so richtig zu. In den letzten beiden Jahren haben wir uns jeweils auf den Leipziger Friedhöfen herumgetrieben und den dort stattfindenden Gothic-Lesungen gelauscht. Eine Friedhofslesung gab es dieses Jahr auch wieder – allerdings konnte und kann keine von uns beiden mit Wolfgang Hohlbein etwas anfangen.

Ansturm in Halle 4

Ansturm in Halle 4

Deswegen haben wir uns in den langen Strom der Besucher eingereiht, die am Samstag morgen auf das neue Messegelände geströmt sind. Da die erste Lesung, die wir uns nach einem ermüdenden Kampf durch das sehr umfangreiche Programm ausgesucht hatten, erst gegen 13.30 Uhr stattfand, konnten wir uns zum Auftakt erst einmal von den Menschenmassen treiben lassen. Unsere Odyssee startete in Halle 4, wo wir uns erstmal mit einigen Bookcrossern trafen – und wie solche Treffen immer verlaufen, fanden auch ein paar Bücher den Weg in meine Tasche. Immerhin fand auch meine Cousine ein Buch, so dass ich nicht allzu sehr kritischen Kommentaren ausgesetzt war. ;-)

Am Stand vom dtv

Am Stand vom dtv

Anschließend wurden diejenigen Stände der großen Verlage unter die Lupe genommen, die in Halle 4 angesiedelt waren. Beim Fischer Verlag z.B. umkreisten wir den üblichen Ständer mit den Büchern aus der Fischer Klassik-Reihe, während um die Ecke die schönen Cover der Neuausgabe von Tad Williams Osten Ard-Saga bei Klett Cotta bewundert werden wollten. Die ebenfalls in Halle 4 befindlichen internationalen Verlage mussten wir leider an diesem Tag auslassen, denn vor der nun bald stattfindenden Lesung wollten unsere hungrigen Mägen noch gefüllt werden.

Markus Heitz liest aus "Collector"
Markus Heitz liest aus “Collector”

Der anschließend vor uns liegende Weg zur Fantasy-Leseinsel in Halle 2 war eine echte Herausforderung, standen doch eine Menge aufwendig kostümierter Cosplayer zwischen uns und unserem Ziel. Dennoch haben wir es pünktlich zur Markus Heitz Lesung aus seinem Space Fantasy-Roman „Collector“ geschafft. Darin entwirft er ein Szenario, in dem die Menschheit von einer weiterentwickelten außerirdischen Rasse als bedroht bzw. schützenswert klassifiziert werden und ein umfangreiches Programm zu ihrer Stabilisierung eingeleitet wird – auch gegen den Willen der schützenswerten Rasse Mensch. Wie üblich wusste Heitz seine Zuhörer gut zu unterhalten und die Neugier auf sein neustes Werk zu wecken. Zwar konnte er mich nicht dazu animieren, mir das Buch gleich zu kaufen, aber ich habe es auf meine gedankliche Merkliste gesetzt und werde beim nächsten Bibliotheksbesuch danach Ausschau halten.

Übergabe an Kollege Hardebusch

Übergabe an Kollege Hardebusch

Im Anschluss an Markus Heitz betrat dessen Kollege Christoph Hardebusch die Bühne und stellte sein Buch „Justifiers – Missing in Action“ vor. Laut dem von beiden Schrifstellern erwähnten Konzept, sind Heitz „Collector“ und die Justifier-Romane von Hardebusch und weiteren Kollegen im gleichen Universum angesiedelt, jedoch konnte ich dies während der Lesung nicht heraushören. Vielleicht ergibt es sich im Laufe der Handlung, jedoch konnte mich der Ausschnitt aus dem ersten „Justifiers“-Band nicht überzeugen. Die Inhaltsangabe des zweiten Romans dieser Reihe, „Justifiers – Undercover“ von Lena Falkenhagen klang hingegen interessanter. Falls es mich mal wieder nach SciFi dürsten sollte, werde ich mich wohl mal ins Justifiers-Universum einlesen. Zum Glück sollen die Romane alle eigenständig sein.

Christian von Aster liest aus "Armageddon TV"

Christian von Aster liest aus "Armageddon TV"

Nach diesen beiden Lesungen war es wieder an der Zeit unsere Beine in die Hand zu nehmen und wir starteten unseren Rundgang durch die Halle 2. Abgesehen von der Cosplayer-Ruhezone und dem Animekino, um die wir einen großen Bogen schlugen, haben wir uns am Stand von Werkzeugs und einigen anderen Fantasy- und Comicverlagen über Neuerscheinungen informiert und unsere Wunschzettel erweitert. Mit einem Eis in der Hand ging es bald darauf zurück auf die Fantasy-Leseinsel, wo wir diesmal Christian von Aster zuhörten, der seine Mediensatire „Armageddon-TV“ vorstellte. Das Grundkonzept – es gibt nur noch eine Sportart, in der die Spieler möglichst actiongeladen und spannungsträchtig gegeneinander antreten und sich stellenweise auch gegenseitig umbringen – ist nicht wirklich neu und für eine Satire fand ich den Auszug aus dem Buch auch viel zu harmlos; es fehlte mir einfach der Biss.

Gut für eine Verschnaufpause: Die Lesestühle

Gut für eine Verschnaufpause: Die Lesestühle

Obwohl wir den Tag halbwegs ausgeruht begonnen haben, waren wir gegen halb fünf schon geschafft und wir beschlossen, den Heimweg anzutreten. Immerhin stand uns am Abend noch eine Tour durch die Leipziger Szenekneipen bevor, die wir wohlweislich ausgeruht und mit gut gefülltem Magen antreten wollten. Diese war dann auch für mich als mittlerweile mehrjährige Leipzigerin sehr erhellend und ich habe wieder einige nette Anekdoten gehört – und natürlich auch Lokalitäten kennengelernt, die ich gern mal in Ruhe aufsuchen möchte, ganz so, wie ich es mir erhofft habe. Gegen Mitternacht trafen wir dann wieder bei mir zu Hause ein und beendeten erschöpft aber zufrieden den ersten Tag unseres Buchmessewochenendes.

P.S. Leider hatte ich gestern Probleme mit WordPress, daher kommt der erste Teil des Messeberichts leider erst heute. :-(

Ganzen Post lesen »

Als ich die neuste Ausgabe des Newsletters der Hobbit Presse laß, konnte ich mein Glück kaum fassen. Schon im August wird eine Neuauflage der ersten zwei Bände der Gormenghast-Reihe von Mervyn Peake erscheinen!!

Aufmerksam geworden bin ich auf die Gormenghast-Reihe, die ursprünglich 10 Bände umfassen sollte, aber nach dem Tod des Autors unbeendet blieb, durch die 4teilige Verfilmung von BBC, die Anfang Januar auf Arte lief und die ersten beiden Bücher umfasst. Hier ein Link zu Teil 1 und 2 und hier zu Teil 3 und 4 jeweils mit kurzen Videoausschnitten.

Worum geht es eigentlich in diesen Büchern? Im Mittelpunkt steht das Schloss Gormenghast, in dem die Familie Groan beheimatet ist. Hinter den Mauern führen sie ein ruhiges, beinah zeitloses Leben, dass nur von eigenwilligen Ritualen bestimmt wird. Zu Beginn des ersten Buches wird der 77. Graf Groan geboren: der titelgebende Titus Groan. Während er als Säugling noch keine große Rolle spielt, dominiert der aufstrebende ehemalige Küchengehilfe Steerpike das Geschehen und erkämpft sich seinen Weg an die Spitze des Hofstaates mit Intrigen und Gewalt. Später avanciert der ältere Titus jedoch zu einem Gegenspieler Steerpikes, der die Ursache hinter der zunehmenden Gesetzlosigkeit in den Mauern Gormenghasts ergründen will.

Direkt nachdem ich die Verfilmung auf Arte gesehen hatte, habe ich mit dem Gedanken gespielt, mir die englischen Bücher zu kaufen, da die deutsche Übersetzung oop war. Leider hat mich eine Kostprobe von diesem Plan wieder abgebracht, da mir das englisch für meine Kenntnisse zu hoch war. Klett-Cotta hat mir nun einen Ausweg aus dieser Misere eröffnet. Danke, Hobbit Presse!!

Ganzen Post lesen »

Im Rahmen des an diesem Wochenende stattfindenden 19. Wave Gotik Treffens in Leipzig fand gestern Nachmittag im „Dark Flower“ eine Gemeinschaftslesung von 5 bekannten deutschen Fantasyautoren statt, organisiert von WerkZeugs.

Christian von Aster

Christian von Aster

Eingeläutet wurde der Abend von Christian von Aster, der eine herrlich schräge Kurzgeschichte über die letzten Stunden des Herrn Barnabas B. vortrug. Während dieser im Sterbehospiz St. Judas dahinscheidet, treffen nach und nach 6 „Gäste“ ein, die alle das gleiche beanspruchen: die Seele des demnächst Versterbenden. Dem ersten Gast wurde sie in Finnland überschrieben als Gegenleistung für geschmuggelten Alkohol, während der zweite Gast sie erhielt, als er Barnabas ermöglichte, in Kapuzinerklostern Kondomautomaten aufzustellen. Ähnlich erging es den übrigen Gästen und nachdem sie akzeptiert hatten, dass sie alle über den Tisch gezogen wurden, beschließen sie, zur Vermeidung einer totalen Pleite, Barnabas Seele wenigstens gleichmäßig aufzuteilen. Eins hatten sie dabei allerdings nicht bedacht: dass jemand, der so selbstsüchtig, ignorant und vollkommen herzlos ist wie Barnabas, unmöglich eine Seele besitzen kann.

Boris Koch

Boris Koch

Während sich von Aster in Richtung seiner nächsten Veranstaltung verabschiedete, betrat Boris Koch das Lesepult, nicht ohne noch einen äußerst liebenswürdigen Kommentar von seinem Vorgänger zu erhalten. Anschließend widmete sich Koch seinem Roman „gebissen“, in dem es, wie der Titel schon andeutet und wie es momentan scheinbar vom Markt gewünscht wird, um Vampire geht. Koch las zwei verschiedene Stellen ausdrucksvoll vor, in denen wir Sandy kennen lernen, die von ihrem Freund zugunsten ihrer Schwester verlassen wurde und die so wütend ist, dass sie ihren Teddybären stellvertretend für ihren Ex-Freund auf ein Holzkreuz schlägt. Einige Wochen später geht es Sandy immer noch nicht besser. Auf einem Streifzug durch die Stadt wird sie unwiderstehlich von etwas angezogen und trifft schließlich in einem verlassenen Fabrikgelände auf einen Vampir, der ihr eröffnet, dass sie auserwählt sei. Nun ja, sonderlich originell klingt der Plot jetzt nicht, aber Koch hat eine angenehme Vortragsweise, die seine Lesung zu einem gelungenen Beitrag der Veranstaltung werden lies.

Christoph Hardebusch

Christoph Hardebusch

Das gleiche kann ich vom nächsten Vortragenden, Christoph Hardebusch, nicht unbedingt behaupten. Er trug ebenfalls zwei verschiedene Passagen aus seinem Roman „Die Werwölfe“ vor, die aufgrund der geringen Lautstärke jedoch schwierig zu verstehen waren. Soweit ich es mitbekommen habe, ist ein italienischer Adelsspross namens Niccolo eine der Hauptpersonen, die in Genf auf den englischen Lord Byron trifft. Wie genau die titelgebenden Werwölfe damit zusammen hängen, werde ich mir wohl selbst erlesen müssen. Zum Glück hat mir meine Cousine das Buch ausgeliehen, so dass dem nichts im Wege steht.

Nach einer Stunde Lesung wurde an dieser Stelle eine 15minütige Pause eingelegt, die einige der Anwesenden genutzt haben, sich mit neuen Getränken zu versehen, während andere die Veranstaltung verließen. Immerhin haben sie damit bis zur Pause gewartet. Zahlreiche andere haben es nicht so lange ausgehalten, während widerrum andere erst während der Lesung eintrafen. Das dadurch verursachte ständige Kommen und Gehen trug nicht dazu bei, eine angenehme Atmosphäre herzustellen. Insgesamt gesehen war dies sogar die unruhigste Veranstaltung, auf der ich bisher war. Dennoch blieb ich bis zum Schluss und konnte so noch die Vorträge von Markus Heitz und Oliver Plaschka hören.

Markus Heitz

Markus Heitz

Markus Heitz hat entgegen meiner Hoffnungen nicht aus „Collector“ gelesen, sondern aus „Judassohn“, was aber auch besser zum fantastischen Thema der Lesung gepasst hat. Zu Beginn wies er gleich darauf hin, dass „Judassohn“ die Fortsetzung von „Kinder des Judas“ sei, aber man dieses nicht unbedingt gelesen haben muss, um „Judassohn“ zu verstehen. Da jedoch auch Sia wieder die Hauptrolle gibt und soweit man es aus den Auszügen erkennen konnte, auf frühere Erlebnisse angespielt wird, die in „Kinder des Judas“ geschildert werden, scheint es mir trotzdem angebracht, dass man die Bücher in der richtigen Reihenfolge liest.

Oliver Plaschka

Oliver Plaschka

Den Abschluss der frühabendlichen Veranstaltung bildete Oliver Plaschka, der genau wie seine Vorgänger zwei unterschiedliche Szenen aus seinem neuen Roman „Die Magier von Montparnasse“ vorlas. Obwohl ich schon auf der Leipziger Buchmesse seine Lesung besucht habe, hat sich meine Befürchtung nicht erfüllt und Plaschka hatte sich diesmal für andere Passagen entschieden, die relativ spät im Buch angesiedelt sind. Zwar hat er sich bemüht, die für das Verständnis wichtigen unmittelbaren Zusammenhänge kurz zu erklären, aber trotzdem war ich eher verwirrt, wer jetzt mit wem gegen wen und warum agiert. Zum Glück besteht aber auch hier die Möglichkeit, dass ich das selbst herausfinde, indem ich mir das Buch zu Gemüte führe, was sich seit der Buchmesse auf meinem SUB tummelt.

Fazit: Es war ein netter Nachmittag, der meine Lesepläne aber nicht über den Haufen geworfen oder wesentlich beeinflusst hätte. Die Bücher von Hardebusch und Plaschka werde ich sowieso in nächster Zeit lesen und ich denke, auch „Judassohn“ wird den Weg zu mir finden. Einziger Neuzugang auf meinem Wunschzettel ist die Anthologie „Stirnhirnhinterzimmer“, die auf dem aufgebauten Büchertisch von WerkZeugs neben anderen Werken der Autoren vertreten war. Grundlage ist ein Projekt der drei Autoren Christian von Aster, Boris Koch und Markolf Hoffmann, bei dem sie einmal im Monat in einer Berliner Bar die verschiedenen Spielarten der Phantastik ausloten und Kurzgeschichten zu einem bestimmten Thema vortragen. Einige dieser Geschichten sind nun in der Anthologie versammelt und die Kurzfassungen auf der Rückseite klingen so abgefahren und schräg, dass ich mir das Buch früher oder später bestimmt zulegen werde.

Ganzen Post lesen »

Der Gratis-Comic-Tag 2010 ist eine gemeinsame Aktion von zahlreichen Comic-Verlagen und Comic-Shops in Deutschland, Österreich und der Schweiz, für den speziell 30 Comics produziert wurden, die nur heute gratis bei den teilnehmenden Händlern erhältlich sind. Die Bandbreite reicht dabei vom amerikanischen Superhelden-Comic über rosarote Mädchen-Träume bis hin zu  franko-belgischen Alben und Horrorschockern.

Beim Comic-Shop meines Vertrauens habe ich mich für die folgenden Comics vormerken lassen, da ich heute leider keine Zeit habe, dort vorbei zu schauen:

Mal schauen, was davon tatsächlich noch vorrätig war, die Liste der Vormerkungen war lang.

Wer sich selbst für einen der angebotenen Comics interessiert, kann hier schauen, bei welchem Händler in seiner Nähe er sein Glück versuchen kann. Viele teilnehmende Comic-Shops haben allerdings eigene Regeln für die Ausgabe der Comics: bei manchen erhält man lediglich einen einzigen Comic oder es bestimmt gar der Zufall, welchen Comic man antesten darf.

Ganzen Post lesen »

Ein Tag allein ist viel zu wenig, um alles Sehenswerte auf der Leipziger Buchmesse zu sehen, weshalb wir am Sonntag erneut auf das Messegelände fuhren, wo es im Vergleich zu Samstag bedeutend ruhiger zuging. Ziel für den Tag war es, diejenigen Bereiche der Messe zu erkunden, die wir am Samstag nicht mehr geschafft hatte.

Am Stand von Droemer Knaur

Am Stand von Droemer Knaur

Start war in Halle 3, wo wir uns zuerst näher dem Stand der Random House-Gruppe widmeten, zu der u.a. die Verlage Heyne, Goldmann und Blanvalet gehören. Bald schon waren uns einige Bücher aufgefallen, doch wie schon am Vortag gehörten Verlagsvorschauen zur Mangelware. Wie gut, dass meine Cousine ihr kleines schwarzes Notizbuch dabei hatte, das fleißig befüllt wurde. Im Anschluss nahmen wir uns der Hörbuch-Abteilung an. Mittlerweile habe ich Geschmack an Hörbüchern gefunden, doch leider sind die meisten autorisierte Fassungen bzw. gekürzte Lesungen, was ich nicht so sehr mag. Da ich mich für Hörspiele auch nicht unbedingt begeistern kann, nahm ich von hier kaum Anregungen mit, geschweige denn dringende Kaufwünsche.

Halb 1 Uhr begann schon die erste Lesung auf unserem heutigen Terminkalender. Im „Berliner Zimmer“ gab Jungautor Robert Löhr einige Ausschnitte aus dem „Hamlet-Komplott“ zum Besten. Ähnlich wie im „Erlkönig-Manöver“ zieht eine Gruppe von Dichtern unter Leitung von Goethe aus, um gegen den expansionswütigen Napoleon ins Feld zu ziehen. In diesem Buch geht es um die tausendjährige Reichskrone aus der Zeit von Karl dem Großen, die von Kleist auf einer Insel im Bodensee ausgegraben wurde. Nun gilt es, sie vor Napoleons Häschern zu verbergen und sicher nach Preußen zu bringen, wo sie den demoralisierten Truppen neuen Aufschwung verleihen soll.

Robert Löhr im Berliner Zimmer

Robert Löhr im Berliner Zimmer

Löhr las verschiedene Passagen aus seinem Buch ausdrucksstark vor und der Humor, der sich durch die ungewöhnliche Darstellung des großen deutschen Dichterfürsten und seiner Gefährten ergab, brachte das Publikum an manchen Stellen zum Lachen. Leider war aber die Zahl der Zuhörer insgesamt geringer, als man es dem Buch und seinem Autor gewünscht hätte, denn obwohl ich mit Löhrs vorherigem Buch nicht so ganz warm geworden bin, hat mich seine Lesung neugierig auf einen weiteren Versuch gemacht.

Nach einem Imbiss ging es anschließend durch Halle 5, wo sich unter anderem das Sachbuchforum, Stände von Dienstleistungsunternehmen für Verlage und Buchhändler und die Autorenbuchhandlung befanden. Von besonderem Interesse für meine Cousine waren vor allem die Musikbuchverlage, die neben Noten für klassische Stücke auch moderne Songs im Angebot haben.

Argentinien als Gastland 2010

Argentinien als Gastland 2010

In Halle 4 nahmen wir die internationalen Verlage noch mal genauer unter die Lupe, die wir am Vortag nur gestreift hatten. Leider waren die meisten Auslagen für uns unverständlich, da wir die Landessprachen nicht beherrschen. Sicherlich mag es für diejenigen Besucher, die Fremdsprachen können, faszinierend sein, die Bücher in ihrer ursprünglichen Fassung lesen zu können, doch für die meisten wäre es spannender gewesen, wenn die Stände eine gesunde Mischung aus übersetzen und Büchern in ihrer Originalsprache im Angebot gehabt hätten, um so die Neugierde der Besucher zu wecken. Gut gelungen fand ich das Angebot lediglich beim Nordischen Forum, während selbst der Stand des diesjährigen Gastlands der Frankfurter Buchmesse, Argentinien, kaum Interessantes zu bieten hatte.

Aileen P. Roberts

Aileen P. Roberts

Unser Weg führte uns anschließend mal wieder auf die Fantasy-Leseinsel in Halle 2, wo wir Aileen P. Roberts Lesung aus ihrem Buch „Thondras Kinder“ lauschen wollten. Doch schon zu Beginn wurde klar, dass die Autorin aus dem zweiten Buch ihrer Duologie vortragen würde. Zwar wurde kurz die Konstellation am Anfang von „Am Ende der Zeit“ geschildert, doch völlig ohne Kenntnisse des ersten Bandes viel es schwer, dem Inhalt zu folgen. Zudem war der Vortrag von Frau Roberts alles andere als geeignet, ihr gespannt zu lauschen, so dass meine Gedanken des Öfteren abdrifteten. Insgesamt also keine guten Voraussetzungen, um mich für die Bücher zu begeistern.

"Des Teufels Maskerade" von Victoria Schlederer

"Des Teufels Maskerade" von Victoria Schlederer

Von völlig anderem Kaliber war im Anschluss die Lesung von Victoria Schlederer. Schon die Figurenkonstellation in „Des Teufels Maskerade“ war wesentlich faszinierender, denn wie oft nimmt schon ein sprechender Otter eine Hauptrolle ein? Sympathisch und betont las die Autorin ebenfalls mehrere verschiedene Szenen vor, die Einblick in die unterschiedlichen Stimmungen des Buches gaben. Neugierig gemacht hat sich mich auf alle Fälle, aber vorerst ist das Buch nur auf meine Wunschliste gewandert.

Da uns der vorherige Tag noch in den Knochen steckte und auch der Sonntag schon fortgeschritten war, sind wir noch einige Zeit zwischen den Comicständen umher geschlichen bevor wir dann schließlich den Rückzug antraten.

Im Ergebnis war die Buchmesse durchaus wieder ein Erlebnis, auch wenn sie für mich persönlich nicht an die von 2009 heranreichen konnte. Dennoch ist es keine Frage, dass wir auch 2011 wieder mit von der Partie sein werden:

Auf Wiedersehen zur Leipziger Buchmesse 17.-20. März 2011

Auf Wiedersehen zur Leipziger Buchmesse 17.-20. März 2011

Ganzen Post lesen »

Nach der Gothic-Lesung am Freitag Abend und einer für meinen Geschmack viel zu kurzen Nacht riss mich mein Wecker am Samstag morgen aus dem Schönheitsschlaf. Vor uns lag ein ganzer Tag auf der Buchmesse, die sich wie im Vorjahr in 4 Messehallen sowie der zentralen Glashalle ausgebreitet hatte. Insgesamt warteten 2.071 Aussteller aus 39 Ländern auf die Besucher und boten ein umfangreiches Programm rund um das Buch (Quelle).

Willkommen zur Leipziger Buchmesse

Willkommen zur Leipziger Buchmesse

Bevor meine Cousine und ich uns von den Menschenströmen treiben ließen, drängte ich sie erstmal in Halle 2, wo erfahrungsgemäß der größte Ansturm zu erleben war. Neben den Schulbuchverlagen und den Kinder- und Jugendbüchern ist dort die Comic- und Mangaecke beheimatet, die dieses Jahr um einen abgegrenzten Erholungsbereich für Cosplayer ergänzt wurde. Dort begaben wir uns auf die Suche nach einem Tipp aus meinem Japanisch-Kurs und wurden auch bald darauf fündig. Überglücklich habe ich einige der letzten Exemplare der Kanji(Lern)Sudoku-Ausgaben gekauft in der Hoffnung, dass sie mir beim Japanisch-Lernen helfen können. ^^’

Anschließend blieben wir noch in der Comic-Ecke, wohin wir uns so mutig vorgekämpft hatten. Die Manga-Stände zogen weniger unsere Aufmerksamkeit auf sich als die Comic-Auslagen. Obwohl der Splitter-Verlag keinen eigenen Stand hatte, konnten wir uns beim Comic Gemeinschaftsstand über die Neuerscheinungen informieren und auch bei den Ständen der örtlichen Comicläden gab es einiges Interessantes zu entdecken. Besonders faszinierend finde ich die Adaption des Kinderbuchklassikers „Alice im Wunderland“, die passend zum aktuellen Kinofilm erschien. Eine Leseprobe gibt es auf der Verlagshomepage.

Am Stand der Random House-Gruppe

Am Stand der Random House-Gruppe

Im Anschluss an unseren Erkundungszug durch die von schreiend bunt verkleideten Jugendlichen bevölkerten Gänge von Halle 2 zogen wir weiter in Halle 3 um uns dort bis zum Beginn der ersten Veranstaltung auf unserer Liste die Zeit zu vertreiben. Der Stand des Fischer-Verlags gehörte zu den ersten Anlaufpunkten in dieser Halle, doch leider wurden unsere Hoffnungen auf eine vernünftige und aktuelle Vorschau für die Klassik-Reihe des Verlags mal wieder enttäuscht – anscheinend hat man es bei Fischer nicht notwendig, den Lesern etwas Service zu bieten. :-( Auch bei anderen großen Verlagen sah es eher mau aus, was Broschüren und Vorschauen betraf. Offenbar verlässt man sich darauf, dass die Vielleser sich im Internet informieren und für den Gelegenheitsleser gibt es schließlich die Büchertische und Bestsellerlisten in den lokalen Buchläden. Keine Entwicklung nach meinem Geschmack!

Damaris Kofmehl im Interview

Damaris Kofmehl im Interview

Um 14.30 Uhr begaben wir uns zur Leseinsel Religion, wo die Autorin Damaris Kofmehl zu ihrem Buch „Der Neonazi“ interviewt wurde. Während der Inhalt des Buches – ein Junge wird von seinem Großvater zu einem Nazi erzogen, steigt aber später aus der Szene aus, wo er berüchtigt war – durchaus interessant klang und möglicherweise Einblicke in die rechte Szene und die Erziehungsmethoden der Nazis zu geben vermag, machte die Autorin einen ziemlich unsympathischen Eindruck. Zu Beginn erzählte sie einiges über ihr Leben und wie sie zu der Idee kam, dieses Buch zu schreiben. Als sie aber anschließend darüber sprach, wie furchtbar es doch für sie war, sich die Geschichte des Neonazis von diesem erzählen zu lassen und dass sie dem Leser das doch gar nicht alles zumuten könne und deswegen sich dazu entschlossen habe, die Ereignisse zu „zensieren“, verebbte mein Interesse an dem Buch. Ich kann es grundsätzlich nicht leiden, wenn ich als Leser bevormundet werde und der Autor für mich entscheidet, was ich aushalten kann und was zu viel für mich wäre. Wir verließen daraufhin die Leseinsel Religion vorzeitig und begaben uns lieber zurück in Halle 2 zur Fantasy Leseinsel.

Oliver Plaschka liest aus "Die Magier von Montparnasse"

Oliver Plaschka liest aus "Die Magier von Montparnasse"

Dort startete 15.00 Uhr die Lesung von Oliver Plaschka aus seinem aktuellen Buch „Die Magier von Montparnasse“. Über sein Debüt „Fairwater oder Die Spiegel des Herrn Bartholomew“ habe ich schon viel Posivites gehört, weswegen ich auf seinen neuen Roman, der im Paris des Jahres 1926 angesiedelt ist, schon sehr gespannt war. Ausdrucksstark und gestenreich trug Plaschka verschiedene Passagen vor, zwischen denen er erläuternd die Grundzüge der Handlung in Kurzform erklärte, ohne dem Leser zu viel zu verraten. Da der aufblitzende Humor voll und ganz auf meiner Wellenlänge liegt und mir das Titelbild ausgesprochen gut gefällt, habe ich das Buch kurz entschlossen nach der Lesung käuflich erworben und es mir gleich noch vom Autor signieren lassen. An die Bitte von Herrn Plaschka, dass er das signierte Buch doch bitte nicht bei E-bay entdecken möchte, halte ich mich natürlich gern, schließlich hat das Schätzchen es in meinem Bücherregal viel besser. ;-)

Im Anschluss erkundeten wir noch für ein wenig die Halle 4 der Buchmesse, in der unter anderem die Internationalen Verlage und die Messebuchhandlung angesiedelt waren. Da unsere Füße sich aber zunehmend bemerkbar machten, hoben wir uns eine genauere Untersuchung der Stände für Sonntag auf und fuhren mit der Tram zurück zum Hauptbahnhof, wo wir uns ein nahrhaftes Abendessen gönnten, bevor es wieder auf die Piste ging.

Kai Meyer in der Moritzbastei

Kai Meyer in der Moritzbastei

Für diesen Abend hatten wir uns den Besuch der Lesung von Kai Meyer in der Moritzbastei ausgesucht. Im Gegensatz zu Grusel und Horror auf dem Friedhof am Freitag bietet der erste Band der neuen Trilogie des deutschen Erfolgsautors „Arkadien erwacht“ eine Liebesgeschichte nach dem Motto Romeo & Julia mit Wandelwesen. In der urigen Atmosphäre der unterirdischen Räume der Moritzbastei las Meyer ausdrucksstark drei verschiedene Passagen aus dem Roman vor, die die unterschiedlichen Stimmungen und Atmosphären sehr gut wiedergaben. Im Anschluss stellte er sich den Fragen des Publikums, die nach einem verhaltenen Anfang bald rasch aufeinander folgten. Mit einer Ausnahme antwortete Meyer bereitwillig und ausführlich – lediglich als eine Besucherin, die das Buch bereits gelesen hatte, sich eine Erläuterung zum Ende wünschte, stöhnten erst die übrigen Zuhörer auf, ehe der Autor aus Rücksicht auf mögliche Spoiler nur eine kurze Antwort gab. Wie schon auf anderen Lesungen auch bot ein Büchertisch denjenigen, deren Neugierde auf das Buch unstillbar erwacht war, die Möglichkeit ihr Bedürfnis zu stillen und der Autor erfüllte bereitwillig die Signierwünsche seiner Leser.

Obwohl der Tag lang und anstrengend war, hat er sich definitiv gelohnt, denn sowohl mein SUB als auch meine Wunschliste haben ein Plus zu verzeichnen gehabt. Was wir am Sonntag noch erlebt haben und wie sich dieser Tag auf SUB und Wunschliste ausgewirkt haben, folgt in einem gesonderten Beitrag. ;-)

Ganzen Post lesen »

Letztes Jahr haben meine Cousine und ich im Rahmen des Lesefestes Leipzig.liest die Gothic-Lesung in der Friedhofskapelle Plagwitz besucht, die uns sehr gut gefallen hat. Keine Frage also, dass auch die diesjährige Lesung in der Trauerkapelle des Südfriedhofs am Abend des 19. März auf unserem Programm stand.

Die Trauerkapelle des Südfriedhofs

Die Trauerkapelle des Südfriedhofs

Obwohl unsere Anreise zum Veranstaltungsort diesmal wesentlich problemloser ablief, was auch an der bekannteren und öffentlich leichter zugänglichen Location lag, waren wir trotzdem erst knapp vor Beginn der Lesung da. Die Veranstalter, die wohl schon mit einem größeren Besucherandrang gerechnet hatten, haben mit der Trauerkapelle des Südfriedhofs einen größeren Raum organisiert, der dennoch wieder nicht problemlos allen Platz bieten konnte. Glücklicherweise kamen wir gerade noch rechtzeitig, um einen der aus den Nachbarräumen herbeigeschafften Stühle zu ergattern, so dass wir uns nicht um den kühlen Steinboden kümmern mussten, sondern unsere Aufmerksamkeit ganz auf die Vortragenden richten konnten.

Die bisher erschienen Gothic-Bücher

Die bisher erschienen Gothic-Bücher

Während im Vorjahr die Anthologie „Gothic. Dark Stories“ den Inhalt der Lesung vorgab, standen diesmal zwei Anthologien im Mittelpunkt. Einerseits tritt „Gothic. Darker Stories“ mit den enthaltenen Kurzgeschichten die Nachfolge von „Gothic. Dark Stories“ an und bietet mehr des bekannten Grusels von vielen Autoren, die schon in der ersten Anthologie vertreten waren. Andererseits bietet „Gothic. Dark Lyrics“ zahlreiche Gedichte und Liedtexte passend zum düsteren Titelthema, die jedoch nicht nur von den Kurzgeschichtenautoren der Anthologien stammen, sondern auch von solchen Genregrößen wie beispielsweise Edgar Allan Poe oder der Band „In Extremo“.

Kerzenschein gab es diesmal nur am Rand

Kerzenschein gab es diesmal nur am Rand

Nachdem Boris Koch als Herausgeber der Kurzgeschichten-Anthologie einige einleitende Worte gesprochen hatte, eröffnete Anna Kuschnarowa den Reigen der Vortragenden mit einem Gedicht aus der Lyrik-Ausgabe. Leider war dieses schon wieder vorbei, ehe ich mich darauf eingerichtet hatte, dass es begann – keine Ahnung, worum es ging. ^^’ Gleich anschließend las die Autorin ihre Kurzgeschichte „Nasty Sirens“ in Gänze vor. Die Hauptperson, ein junger Grieche, wurde in seiner Jugend beinah vollständig von den Sirenen in der Nähe seiner Heimatinsel vereinnahmt, doch nachdem er fast gestorben war und seine Erinnerungen verloren hatte, nutzte dies seine Mutter für einen Neuanfang in New York. Die Vergangenheit holte ihn jedoch in Form der neuen Popgruppe „Nasty Sirens“ ein, die aus eben jenen Sirenen besteht, die ihn schon einmal verhext hatten.

Schaurige Atmosphäre - nicht immer wegen des Inhalts der Erzählungen

Schaurige Atmosphäre - nicht immer wegen des Inhalts der Erzählungen

Simon Weinert bot im Anschluss mit seiner Erzählung „Totengebell“ einen interessanten Kontrast, bei dem die letzten Zeilen eine überraschende Wendung herbeiführten. Wenig Überraschendes bot Maike Hallmann mit ihrer Gespenstergeschichte „Echo“, die nicht mit ihrem Inhalt sondern aufgrund des eher undeutlichen und streckenweise viel zu schnellen Vortrags der Autorin auffiel, bei dem es schwer fiel, die Konzentration aufrecht zu erhalten.

Der schleichenden Müdigkeit, die sich während der vergangenen Minuten bei mir bemerkbar gemacht hatte, wurde jedoch gleich darauf von Christian von Aster Einhalt geboten, der seinen Auftritt sinngemäß mit den Worten einleitete, dass er sich ein Thema ausgesucht hat, das wunderbar zu Vampiren und Horror passt – einem Kindergarten! In einer ebensolchen Einrichtung erlebt ein junger Erzieher in der Ausbildung seinen ganz persönliches Grauen mit „der Brut“. Leider hat Christian von Aster sich des Schachzugs bedient, mitten in der Erzählung aufzuhören und die Zuhörer damit auf die Folterbank zu spannen. Wer wissen möchte, was es mit der Brut auf sich hat, muss zum Buch greifen und selber lesen. Zur Entschädigung gab er allerdings im Anschluss noch seinen Beitrag zum Lyrik-Band „Galgenweisheit“ zum Besten, der wie die Kurzgeschichte mit dunklem Humor aufwarten und den Zuhörern so manches Lachen entlocken konnte.

Koch und Heitz

Herausgeber Boris Koch links neben Autor Markus Heitz

Den Abschluss der Lesung bildete wie bereits im Vorjahr Markus Heitz, der jedoch diesmal seinen Beitrag vollständig las. In „Paranormal“ sind die Hauptpersonen alles, aber nicht normal. Zum Geburtstag des Vaters bereitet die Mutter ein Festmahl zu – Hauptzutat: der Postbote. Widerwillig lässt sich die Tochter in den Keller des Hauses schicken, um noch einige Zutaten zu holen. Doch ganz wohl ist ihr dabei nicht, schließlich gehörte das Haus früher einmal Satanisten. Zu dumm, dass ausgerechnet zu dem Zeitpunkt ihr Handy klingelt und ihr Freund ihr etwas von einem entflohenen Axtmörder erzählt. Und wessen Schatten ist das eigentlich, der auf das Regal fällt?

anschließende Signierstunde

anschließende Signierstunde

Insgesamt gesehen war die Gothic-Lesung wieder ein Erlebnis, kann aber bei Weitem nicht an die Veranstaltung im Rahmen der Buchmesse 2009 heran reichen. Durch den größeren Raum und die hellere Beleuchtung mit den riesigen Kronleuchtern ging die heimelige Atmosphäre verloren, die ein Highlight der letztjährigen Lesung war. Statt dessen hat sich das Ganze eher in Richtung „Massen“-Veranstaltung entwickelt, die auch nicht durchgängig mit der Qualität der ausgewählten Beiträge überzeugen können. Dennoch hätte man den Abend durchaus schlechter verbringen können und durch den Büchertisch und die Signierbereitschaft der anwesenden Autoren wurde das Ganze angenehm abgerundet.

Ganzen Post lesen »

Ältere Artikel »

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 63 Followern an