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Eine Welt ohne Magie ist unmöglich. Magie ist das, woran die Menschen glauben, und an irgendetwas werden sie immer glauben.

Nestvold, Ruth: Flamme und Harfe, 2009, Penhaligon, Seite 318

Wer hat nicht schon von Tristan und Isolde gehört, einem der tragischsten Liebespaare der Weltliteratur? Ruth Nestvold nimmt sich in diesem Buch der Sage an und bearbeitet sie entsprechend ihren Vorstellungen.

Yseult die Schöne, Tochter von Yseult der Weisen, erlebt während ihrer Jugend die Machtkämpfe zwischen dem ehemaligen Hochkönig Irlands und den Fürsten des Südens, die wegen den Plänen Lóegaires, sich mit den Briten zu verbünden, ihre Treue aufgekündigt hatten. Yseult und ihre Mutter, die Königsmacherin, leben relativ sicher bei Murchad, Yseults Onkel. Doch als dieser während eines Geiselaustauschs mit Marcus von Dumnonia getötet wird, bricht für Yseult eine Welt zusammen.

Drustanus von Dumnonia, genannt Drystan, ist der Sohn von Marcus und verantwortlich für den Tod Murchads. Bei ihrem Duell hat er sich jedoch eine Wunde am Bein zugezogen, die sich entzündet und ihm den Tod bringen wird. Lediglich Yseult die Weise, eine große Heilerin, kann ihn noch retten. So begibt er sich denn auf den Weg zu denjenigen, die sich seinen Tod wünschen, um sich von ihnen heilen zu lassen. Als Tandrys der Barde erobert er zudem das Herz von Yseult der Schönen. Jedoch schwebt ständig die Gefahr über ihm, dass er enttarnt wird.

Der Roman ist in insgesamt 4 Bücher unterteilt, deren Titel die jeweilige Situation sehr knapp und präzise in Worte fassen: Zwei Frauen / Ein Mann und eine Frau / Zwei Männer und eine Frau / Zwei Frauen und ein Mann. Die einzelnen Kapitel werden von kurzen Zitaten aus anderen Bearbeitungen der Legende von Tristan und Isolde eingeleitet, deren es zahlreiche gibt.

Die unbestreitbaren Hauptpersonen sind Drystan und Yseult, mit denen ich sehr gut mitfühlen konnte. Es ist berührend mitzuerleben, wie sie sich langsam ineinander verlieben, jedoch konnte ich das nicht uneingeschränkt genießen, denn ständig wartete ich nur darauf, dass Drystans Identität aufgedeckt wird und die Idylle ein Ende findet. Genau diese quälende Ungewissheit und das Warten auf das scheinbar Unvermeidliche verleihen der Situation ihre bittere Süße, die in wunderbaren Worten eingefangen wurde.

Auch in späteren Situationen kann ich sowohl Drystans und Yseults Verhalten voll und ganz nachvollziehen, auch wenn sie oft alles andere als vernünftige Entscheidungen treffen. Alle anderen Personen treten gegenüber diesen beiden zurück, was mich allerdings nicht weiter gestört hat, wollte ich doch unbedingt wissen, wie es mit der tragischen Liebe von Drystan und Yseult weitergeht.

Neben der Sage von Tristan und Isolde hat die Autorin auch noch Teile der Artus-Legende verarbeitet. Arthur, erfolgreicher britannischer Feldherr, ist hier jedoch noch lange nicht der mythische Hochkönig Britanniens, sondern hat als unehelicher Sohn von Uther mit Anfeindungen seitens anderer Fürsten Britanniens und mit den Einfällen von  Sachsen und Raubzügen der Erinn Irlands zu kämpfen. Die Kämpfe, an denen sowohl Arthur als auch Drystan teilnehmen, werden jedoch nicht in sämtlichen Einzelheiten beschrieben, sondern das Ergebnis der Schlachten und die damit veränderte Situation in Britannien steht im Vordergrund.

Die Verbindung der beiden großen Sagenkomplexe ist Frau Nestvold gut gelungen. Während jedoch die Erzählung um Drystan und Yseult mit „Flamme und Harfe“ abgeschlossen ist, wird Arthurs weiterer Weg laut Aussage der Autorin auf der Leipziger Buchmesse 2009 Gegenstand eines zweiten Buches.

Was mir an „Flamme und Harfe“ besonders gut gefällt, ist dass der Titel sogar zum Inhalt passt: die Flamme steht für die heidnischen Feuer der Erinn und der Tuatha Dé Danann, des Volks der beiden Yseults, während die Harfe für Drystans musikalisches Talent steht, dem er es verdankt, dass er sich überhaupt erst als Barde ausgeben konnte. Ebenfalls gelungen ist die Ausstattung des Buches mit einem passenden blauen Lesebändchen, einem Anhang mit Personen- und Begriffsverzeichnis und einer Karte von Irland, Großbritannien und der Nordküste Frankreichs.

Da ich mich mit dem Buch hervorragend unterhalten gefühlt habe und mich nur schwer von der tragischen Liebe zwischen Drystan und Yseult losreißen konnte, gibt es von mir volle 5 von 5 Torgues.

Blut für einen Blutsauger

Nachdem ich letztens beim Blutspenden einen Büchergutschein erhalten habe, war mir bereits klar, wofür ich ihn ausgeben würde. Aus diesem Grund bin ich heute nach erfolgreichem Shopping in der Stadt noch in die Buchhandlung gegangen, wo ich mir dann ganz stilecht

  • Bram Stoker – Dracula

den Fürsten der Blutsauger gekauft habe. Als Bonus wollte ich mich dann noch auf die anstehende Weihnachtszeit einstimmen, aber da mein zweites Wunschbuch nicht vorhanden war, habe ich spontan noch

  • Mary Shelley – Frankenstein

mitgenommen. Dieses wird schließlich neben „Dracula“ als der zweite große Archetypus des modernen Horrorgenres beschrieben – also die perfekte Ergänzung für Fürst Vlad.

P.S. Und damit sind die Neuzugänge im November komplett! Jawollja!

Als Mitglied im ANDEREn Literaturklub von litprom habe ich heute das vierte Buch aus dem Jahresprogramm 2009 erhalten. Nach Mauritius (Nathacha Appanah – Der letzte Bruder), Irak (Sinan Antoon – Irakische Rhapsodie) und Pakistan (Mohammed Hanif – Eine Kiste explodierender Mangos) geht es diesmal nach Peru:

  • Teresa Ruiz Rosas – Die verwandelte Frau

Da ich noch kein einziges Buch eines Schriftstellers aus diesem Land gelesen habe, bin ich sehr froh über die Wahl und über die Mitgliedschaft im ANDEREn Literaturklub insgesamt.

Abgesehen von Bram Stokers „Dracula“, welches ich mir noch kaufen werde bzw. wofür ich meinen Gutschein einlösen werde, ist dies jedoch hoffentlich der einzige Neuzugang im November. Nach dem Bücherfasten hat nämlich bereits der Jojo-Effekt eingesetzt: 6 Neuzugänge (inkl. diesem Buch) und nur 2 Abgänge. :roll:

SUB-Statistik Oktober 2009

Stand zum 01.10.2009: 145 Bücher

Zugänge: 5
- davon gekauft: 4
- davon geschenkt bekommen: 2
- davon ausgeliehen: 0
- davon insgesamt nicht SUB-relevant: 1

Abgänge: 3
- davon gelesen: 3
– davon nicht SUB-relevant: 0
- davon abgebrochen: 0
- davon ungelesen aussortiert: 0

Gesamtentwicklung: +2

Stand zum 31.10.2009: 147 Bücher

Nicht SUB-relevante Zugänge sind bei mir Nachschlagewerke u.ä.
Nicht SUB-relevante Abgänge sind gelesene Nachschlagewerke u.ä. und Bücher, die ich bereits einmal angelesen, aber nicht beendet habe und die daher nicht im SUB-Stand zum 01.01.2009 enthalten sind.

Nachdem wir am Samstag gerade einmal einen Teil der Stände deutscher Verlage gesehen hatten, ging es am Sonntag nochmals auf die 61. Frankfurter Buchmesse, um auch einen Blick in die bisher noch nicht besuchten Hallen mit den Vertretern internationaler Verlage zu werfen.

Frankfurter Buchmesse 2009

Diesmal fingen wir auf der anderen Seite des Messegeländes bei Halle 8 an, in der internationale, vor allem englischsprachige, ihre Stände hatten. Doch bevor wir überhaupt hinein kamen, wurden wir zuerst am Messeeingang und kurz danach nochmal am Halleneingang kontrolliert. Merkwürdig, am Samstag, als viel mehr Massen auf die Buchmesse drängten, hat sich nicht einer um den Inhalt unserer Taschen gekümmert – doch am besucherschwacheren Sonntag war dies auf einmal von Bedeutung. Egal, nach dem Prozedere konnten wir endlich die Halle betreten. Ob es nun an der eher abseitigen Lage von Halle 8 lag oder an der eher zeitigen Stunde: es war so leer, dass man mit dem Fahrrad durch die Gänge hätte fahren können – und einer hat es sogar getan. :mrgreen: Die Stände ähnelten teilweise dem Zustand der Gänge, denn manche waren schon fast oder ganz geräumt, so dass dem Besucher nur leere Regale empfingen. Am Stand von Pan Macmillan wurden die noch vorhandenen Bücher auf improvisierten Wühltischen verkauft, wo mir der erste Teil der Fire Thief Trilogy „The Fire Thief“ von Terry Deary in die Hände fiel und mitgenommen werden wollte.

Eingang Galleria

Eingang Galleria vor Halle 8

In Halle 6, in die wir uns danach begaben, sah das ganze schon etwas belebter aus, obwohl hier viele internationale Verlage ausstellten, von deren ausgestellten Büchern wir die Titel maximal erahnen konnten -  zu mehr sind unsere Sprachkenntnisse leider zu begrenzt, weshalb es uns auch in Halle 5 nicht wirklich anders erging. Sehr schade fand ich, dass es auf der Ausstellungsfläche Chinas ausschließlich chinesische Bücher zu bestaunen gab. An und für sich eigentlich nicht verwunderlich, doch auch im chinesischen Forum wurde nicht wirklich viel über Chinas Kultur vermittelt. Aus Büchern in Glasvitrinen und überdimensionalen Holzlettern, die für die Erfindung des Buchdrucks stehen, ergibt sich noch lange kein halbwegs umfassendes Bild über den Ehrengast 2009. Viel aufschlussreicher war die Porträtwand von bedeutenden chinesischen Schriftstellern im Forum, welcher in kleinerer Form auf den Beuteln des P.E.N.-Zentrums die Porträts von inhaftierten chinesischen Schriftstellern gegenüber gestellt worden. Unseren Eindrücken und der Berichterstattung in den Medien zufolge war dies jedoch schon beinah die höchste Form einer Diskussion, die zwischen der „offiziellen“ Delegation und den kritischen Schriftstellern Chinas zustande kam.

Abschied von der Buchmesse

Abschied von der Buchmesse

Derart vom Auftritt des Ehrengastes enttäuscht gingen wir nochmal zu den deutschsprachigen Verlagen, wo ich mir bei Klett Cotta unbedingt noch die neue Ausgabe der „Brautprinzessin“ mit dem überaus ansprechenden knallig pinken Cover kaufen musste. Schließlich konnten ich nicht einige hundert Kilometer quer durch Deutschland fahren um dann ohne ein einziges neues Buch wieder heim zu fahren. Die Rückfahrt traten wir dann auch relativ zeitig am Sonntag Nachmittag an mit gut gefüllten Beuteln voller Prospekte und einigen SUB-Zugängen im Kofferraum.

Als Fazit kann ich für mich ziehen, dass die Frankfurter Buchmesse im Vergleich zur Leipziger definitiv ein größeres Kaliber ist und sich die Reise gelohnt hat. Von daher wird es wohl nächstes Jahr eine Wiederholung geben, wobei wir vielleicht dann die Fachbesuchertage nutzen werden und dadurch die Möglichkeit besteht, Veranstaltungen einige Schriftsteller zu besuchen, die zu den normalen Besuchertagen nicht stattfanden, wie es dieses Jahr beispielsweise bei Margaret Atwood der Fall war.

P.S. Und für nächstes Jahr weiß ich auch, wo wir auf gar keinen Fall ein Zimmer buchen werden, schließlich reicht der Schlamassel von diesem Jahr bei weitem!!!

Nach jahrelanger Tradition des Besuchs der Leipziger Buchmesse, die praktischerweise bei uns in der Nähe stattfindet, haben meine Cousine und ich uns entschlossen, dieses Jahr den Weg nach Frankfurt zu wagen.

Frankfurter Buchmesse 2009

Da die Anreise einige Stunden dauert – Staus nicht eingerechnet – sind wir bereits am Freitag Nachmittag losgefahren. Doch statt eines gemütlichen Doppelzimmers erwartete uns ein vollkommen dunkles Hotel mit verlassenem Empfang. Weder auf Hupen, Klingeln noch verzweifelte Telefonanrufe rührte sich etwas hinter den Fenstern, so dass wir uns schon fast unter der Brücke schlafen sahen. Glück im Unglück – in dem kleinen Nest nördlich von Frankfurt gab es noch ein anderes Hotel, welches sogar noch ein Doppelzimmer frei hatte, dass es uns freundlicherweise für den normalen Wochenendpreis überließ. Das Messewochenende war gerettet!

Mit einem Dach über unseren Köpfen und einer Flasche Rotwein, den wir stilecht mangels Gläsern aus den gläsernen Zahnputzbechern tranken, machten wir uns Freitag Abend an die Planung des morgigen Tages. Einige Veranstaltungen hatten wir uns bereits aus dem umfangreichen Programm heraus gesucht, doch hauptsächlich wollten wir über die Messe schlendern und so viele Eindrücke wie möglich mitnehmen.

Frau Heidenreich

Frau Heidenreich im Gespräch

Startpunkt des samstäglichen Messebesuchs war Halle 3 mit der Comicecke und den Ständen zahlreicher deutscher Verlage. Beinah den halben Vormittag kämpften wir uns durch die Menschenmassen zu den verschiedenen Verlagen der Random House-Gruppe, Lübbe oder Piper durch. So entdeckten wir auch Frau Heidenreich, welche bequem auf einer Couch vor der Edition Elke Heidenreich thronte und sich angeregt unterhielt.

In der Comicecke stießen wir einen interessanten indischen Verlag, welcher Klassiker der Weltliteratur für die jüngere Generation adaptiert, u.a. A Christmas Carol von Charles Dickens. Während meine Cousine dort ausgiebig stöberte, musste ich mich selbst am Stand des Splitter-Verlags gehörig zusammen reißen, damit ich nur den neuen Katalog mitnahm und nicht gleich noch die Hälfte der vorgestellten Comics.

Ehrengast China

Nachdem wir uns durch die untere Etage der Halle 3 gekämpft hatten, war es erstmal Zeit für eine Stärkung. Während wir in aller Ruhe auf dem Innenhof saßen und unser Mittag verzehrten, spazierte Reinhold Messner vorbei und warf ein „Guten Appetit“ in die Runde. Derart ermuntert verspeisten wir die letzten Reste und stürzten uns erneut ins Getümmel. Unser Ziel war diesmal eine Veranstaltung in Halle 4.1, doch leider war im Internet keine genaue Standangabe zu finden gewesen, weshalb wir uns nun hilfesuchend an die Info wandten. Dummerweise war die Veranstaltung, die wir suchten, unter keinem Stichwort im System zu finden. Der Name: „1001 Bücher, die wir lesen sollten, aber nicht lesen können…“ – Schon merkwürdig, wenn solch eine Veranstaltung, die zum Themengebiet „Ehrengast 2009: China“ gehört, auf einmal unauffindbar ist … *hust*

Andrang in den Vorhallen

Besucherandrang in den Hallen

Da wir die Zeit anderweitig nutzen wollten, begaben wir uns zurück in Halle 3, diesmal jedoch in die 2. Etage, wo wir gleich zu Beginn vom Klett-Cotta-Stand empfangen wurden. Zum Glück für unsere ohnehin schon strapazierten Rücken und Geldbeutel war am Samstag noch kein Buchverkauf an den Ständen. Also ging der Rundgang weiter in Richtung „Forum Literatur & Sachbuch“, wo 15.45 Uhr die frisch gekürte Preisträgerin des Deutschen Buchpreises 2009, Kathrin Schmidt, im Gespräch und bei einer Lesung zu erleben sein sollte. Doch abgesehen von zwei weiblichen Stimmen im Dialog, die aus aufgestellten Lautsprechern zu uns drangen, bemerkten wir nichts von der Preisträgerin, so dicht standen die Leute.

Ulrike Schweikert

Ulrike Schweikert präsentiert "Das Herz der Nacht"

Doch etwa eine Stunde später hatten wir an der gleichen Stelle mehr Glück und fanden sogar noch zwei Bodensitzplätze bei der Lesung von Ulrike Schweikert aus ihrem neuen Roman „Das Herz der Nacht“. Das Setting, Wien im 19. Jahrhundert, machte mich neugierig und von der Beschreibung her weckte es bei mir Assoziationen zu Ju Honischs Debüt „Das Obsidianherz“, welches mir außerordentlich gut gefallen hatte. Nach der Vorstellung der wichtigsten Figuren ihres Romans und einer Einführung in das Setting, las Frau Schweikert eine längere Szene aus ihrem Roman vor, die Lust auf mehr machte. Eine anschließende Fragerunde brachte neben den üblichen Verdächtigen auch einige interessante Fragen hervor, beispielsweise wie sie sich darauf vorbereitet hat, aus der Sicht eines blinden Mädchens zu schreiben. Es wurde zudem aufgeklärt, dass es sich beim Protagonisten, dem Vampir András Bàthory um die gleiche Person handelt, welche in den modernen Hamburger Krimiromanen als Peter von Borgo der Kommissarin Sabine Berner hilft. Gleichwohl lässt sich „Das Herz der Nacht“ problemlos ohne Vorkenntnisse lesen.

Da sich die Zeiger der Zeit nach dem Ende dieser Veranstaltung schon sechs Uhr näherten, begaben wir uns gemütlich zurück zum Shuttlebus, wobei wir noch einen kurzen Abstecher in die Non-Books-Ecke unternahmen. Für diesen Tag jedoch waren das mehr als genug Eindrücke, so dass ich froh war, als wir zurück in der Gemütlichkeit unseres Hotelzimmers waren und unsere Ausbeute an Prospekten und anderen Mitbringseln auswerten konnten. Zwar waren das rein mengenmäßig genug, um mir schmerzende Schultern zu verschaffen, allerdings hatte ich gerade von den größeren Verlagen mit mehr Verlagsvorschauen gerechnet. Nichtsdestotrotz sind mir mehr Bücher aufgefallen, als für mein Geldbeutel gut ist und als ich vermutlich in absehbarer Zeit lesen könnte.

Von unseren Erlebnissen am Sonntag auf der Buchmesse, gibt es das nächste Mal zu lesen. ;-)

Ergebnis des Bücherfastens

Um meine ausstehenden Posts mal etwas chronologisch anzugehen, gibt es vor dem Bericht von der Frankfurter Buchmesse erstmal das Ergebnis des Bücherfastens. Nochmal kurz zur Erinnerung: Ziel war es, während des Zeitraums 01.09.-15.10.2009 keine neuen Bücher zu kaufen oder zu bestellen. Bücher, die vor Beginn der Fastenzeit bestellt wurden und dann im Laufe der Wochen eintreffen, zählen dabei nicht als Fastenbruch, da sie ja schon vorher gekauft wurden.

Mit einem Stand von 150 bin ich meiner Meinung nach in das Fasten gestartet – bestellte Bücher schon mit eingerechnet. Allerdings hatte ich dabei eine Bestellung aus England vergessen: die wunderschöne dreibändige illustrierte „Herr der Ringe“-Ausgabe im Schuber. Mein korrigierter Start-SUB beträgt daher 153.

Ziel war ein SUB von 140 Büchern, was ursprünglich einem Abbau von 10 Büchern bedeutet hätte. Wäre da nicht die vergessene Bestellung gewesen, dann hätte ich das Ziel sogar erreicht. So jedoch betrug mein SUB zum Ende der Fastenzeit 143 Bücher. Das entspricht zwar auch einem Abbau von 10 Büchern, aber liegt über dem Ziel von 140.

Rückfälle im eigentlichen Sinn gab es während der Fastenzeit (überraschenderweise) keine zu verzeichnen. Allerdings fanden 3 Bücher den Weg zu mir, die jedoch als Sach-, Fach- und Lernbücher nicht zu meinem SUB zählen und somit auch keinen Aufbau verursacht haben.

Insgesamt gesehen war das Fasten eine angenehme Erfahrung (mir hat das Bücherkaufen kaum gefehlt) und ich werde sicherlich wieder mitmachen, wenn es dann voraussichtlich im Januar in die nächste Runde geht.

P.S.: Hier nochmal die Zahlen zusammengefasst:

SUB 1. September 09: 150 + 3 vergessene Bestellungen = 153
Aktueller SUB: 143
mein Ziel war: 140
Gelesene Bücher: 10
Aussortierungen: 0
Zahl der geschenkten Bücher: 0
Nicht relevante Käufe: 3
Rückfälle: 0

Noch mehr Neuzugänge …

Tja, irgendwie entwickelt sich die Episode mit dem Bücherfasten zu einer Diät mit Jojo-Effekt. Nach den vier Büchern, die mir während der Frankfurter Buchmesse zugelaufen sind, gibt es nun weitere Neuzugänge zu verkünden:

  • Alastair Reynolds – Das Haus der Sonnen (ich hab Lust auf SciFi)
  • Zahi Hawass – Bilder der Unsterblichkeit (für die nächste Etappe der Sachbuchleserunde Ägypten)

Desweiteren hab ich mir heute einen Gutschein für Lehmanns Buchhandlung hart erarbeitet, indem ich Blut spenden war. Was dafür gekauft wird, weiß ich auch schon ganz genau. ;-)

Inzwischen hab ich dann auch endlich den ersten Teil von Jack Vances Lyonesse-Trilogie geschafft. Die Geschichte ist zwar nicht uninteressant, aber der recht unpersönliche Stil macht es mir schwer, mit den Charakteren mitzufühlen. Dennoch werd ich auch noch die beiden anderen Bände lesen, da ich schon neugierig bin, wie das Ganze ausgeht.

Die drei Autoren dieses DIN-A4-Wälzers, Sergius Golowin, Mircea Eliade und Joseph Campbell, gelten als führende Mythologen. Gemeinsam haben sie sich der Mythen der Menschheit angenommen, wie der Titel verrät. In einer Einleitung werden die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Mythen, deren Kategorisierung sowie die Interpretation und Bedeutung der Mythen in der Religionsgeschichte abgehandelt. Anschließend folgt ein mehrseitiger Stammbaum der griechischen Götter sowie mehrere Karten von allen Weltteilen mit den wichtigsten Mythen der Regionen.

Warum genau die griechischen Götter so herausragend bedacht wurden, wird nirgends erwähnt oder gar erklärt. Von diesem Punkt ausgehend hatte ich erwartet, dass nun einzelne bedeutsame Mythen von allen Kontinenten vorgestellt bzw. nacherzählt werden. Dies war jedoch weit gefehlt!

Unter verschiedenen Gesichtspunkten wie beispielsweise der Schöpfung der Welt, der Liebe oder dem Sinn des Lebens werden Mythen und Sagen aufgegriffen, teilweise sehr kurz dargestellt und anschließend werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten der einzelnen Überlieferungen im Hinblick auf den jeweiligen Schwerpunkt des Kapitels aufgezeigt.

Nachdem ich mich auf diese Vorgehensweise eingestellt hatte, konnte ich dem etwas abgewinnen. Anstatt die Mythen der Herkunft zu sortieren, wurden sie hinsichtlich einzelner Aussagen untersucht. So kann man als interessierter Leser sich zum Beispiel über die Schöpfungsmythen der Inder, der Griechen, der Chinesen und der Pygmäenstämme Äquatorialafrikas parallel informieren.

Das Negative an diese Methode überwiegt in meinen Augen allerdings, da man immer nur Bruchstücke aus den einzelnen Mythen erfährt und niemals das große Ganze. Für Wissenschaftler, die sich nur auf bestimmte Aspekte konzentrieren, mag dies äußerst praktisch sein, doch für mich als Ottonormalleser war es mehr verwirrend als hilfreich. Ausgehend vom wissenschaftlichen Hintergrund der Autoren und ihrer teilweise recht schwerfälligen Sprache bin ich zu der Annahme verleitet, dass ich einfach nicht zur Zielgruppe gehöre. An diesem Eindruck ändern auch die zahlreichen Farbabbildungen nichts, die die einzelnen, meist doppelseitigen Texte auflockern sollen. Zu mehr als 2 von 5 Heroen reicht es daher leider nicht aus.

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